Detlef Luf ist seit diesem Jahr Leiter der Bahnhofsmission in Friedrichshafen
Detlef Luf ist seit diesem Jahr Leiter der Bahnhofsmission in Friedrichshafen (Foto: Larissa Rusche)
Schwäbische Zeitung
Larissa Rusche

Seit rund 100 Jahren gibt es die Bahnhofsmission in Friedrichshafen. Das Team um Leiter Detlef Luf umfasst aktuell 13 Ehrenamtler, demnächst kommt ein neuer Mitarbeiter dazu – Verstärkung, die Luf und sein Team gut gebrauchen können. Denn zur Zeit ist die Mission sogar geschlossen, da es nicht genug Ehrenamtler gibt.

Im November laufen zwei große Projekte der Bahnhofsmission an. Luf freut sich auf deren Umsetzung, aber er braucht dringend mehr ehremamtliche Mitarbeiter, um die Projekte bewältigen zu können. Eines ist „Bahnhofsmission Mobil“. Dabei handelt es sich um einen Begleitservice für Menschen mit Behinderung, für ältere Menschen und auch Kinder ab sechs Jahren. „Einen ähnlichen Service gibt es auch von der Deutschen Bahn. Aber bei uns ist das Angebot unentgeltlich.“ Das zweite Projekt ist ein deutschlandweiter Telefonservice, den jeder Zugreisende anrufen kann und der Infos und Hilfestellung liefert. „Wir bieten auch an, jemanden vom Bahnhof abzuholen, oder einfach bei den Umstiegen zu helfen“, erklärt Luf. Die Bahnhofsmission finanziert die nötigen Schulungen für die zuständigen Mitarbeiter. „Gerade für den Begleitservice sind Erste-Hilfe-Kenntnisse ein Muss. Der Mitarbeiter bekommt außerdem einen Notfall-Rucksack mit Materialien zur Erstversorgung.“

Seit drei Jahren arbeitet Luf bei der Bahnhofsmission, zunächst ehrenamtlich, doch er wurde schnell zum hauptamtlichen Mitarbeiter und Teil des Leitungsteams. „Ich habe früher auf der Messe gearbeitet. Dadurch hatte ich Erfahrung, was Organisation und Führung betrifft“, sagt Luf. Seit Mai ist er nun alleiniger Leiter und einziger hauptamtlicher Mitarbeiter. „Ich habe viele neue Projekte gestartet. Am liebsten hätte ich jede Woche etwas Neues gemacht.“ Beispielsweise hat er einen „Trainings-Tag“ für Schüler organisiert. „Wir zeigen den Schülern, wie sie Menschen mit Behinderung, seien es Blinde oder Rollstuhlfahrer, am Bahnhof helfen können. Dafür bekommen sie viel Infomaterial von uns, schlüpfen aber auch in die Rolle eines Rollstuhlfahrers. Die Resonanz der Schulen ist bisher sehr positiv ausgefallen“, betont Luf.

Momentan ist die Bahnhofsmission aber geschlossen, weil nicht genug Mitarbeiter da sind, um die Schichten zu übernehmen. „Soweit ich weiß, ist es das erste Mal, dass wir schließen mussten. Aber auch unsere Ehrenamtler brauchen mal Urlaub“, erklärt Luf, „dann kommt noch der ein oder andere Krankheitsfall hinzu und schon gibt es einen Engpass“. Noch bis zum 26. September sind die Türen verschlossen, insgesamt zwei Wochen „Zwangsurlaub“ hat Luf dadurch. Doch auch in seiner Freizeit kommt seine soziale Ader durch. „Ich helfe gerade bei der Organisation in den Flüchtlingsunterkünften. Es ist schön, etwas Gutes zu tun. Und was man von den Menschen dafür zurück bekommt, ist mit Geld nicht bezahlen.“

Wo Sie unterwegs Hilfe finden, sehen Sie auf der Internetseite der Bahnhofsmission .Weitere Infos bei der Bahnhofsmission Friedrichshafen unter Telefon 07541 / 219 76 oder per E-Mail an friedrichshafen@bahnhofsmission.de

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