Die B 31 muss zwischen Immenstaad und Meersburg dringend ausgebaut werden. Das Regierungspräsidium will sich noch in diesem Jah
Die B 31 muss zwischen Immenstaad und Meersburg dringend ausgebaut werden. Das Regierungspräsidium will sich noch in diesem Jahr auf eine Vorzugsvariante für die Trasse festlegen. (Foto: Felix Kästle)

Wo soll die Trasse der ausgebauten B 31 zwischen Immenstaad und Meersburg verlaufen? Diese verkehrspolitisch wohl wichtigste Frage im Bodenseekreis beschäftigt weiter die Straßenplaner im Regierungspräsidium Tübingen (RP). Jetzt hat das RP das Dialogforum und die beteiligten Facharbeitskreise in Friedrichshafen über den aktuellen Stand der Planungen informiert. Dabei wurde festgestellt, dass die neue Straße auf jeden Fall vier Fahrstreifen haben soll, zwei pro Fahrtrichtung plus jeweils einen Standstreifen.

Ende 2018 hatte sich das RP auf drei Hauptkorridore festgelegt: die Variante A, bei der die bestehende B 31 ausgebaut werden soll, sowie zwei Hinterlandtrassen B und C, zu denen es auch noch Untervarianten gibt. Im Februar waren die drei Korridore in der Stadthalle Markdorf unter großem öffentlichen Interesse vorgestellt worden.

Für jede Variante erfolgt laut RP jetzt eine konkrete technische Planung auf Basis des genauen Blicks auf Mensch, Siedlung, Landschaft und Umwelt. Anschließend würden die Gesichtspunkte Lärm, Schadstoffe, Flächenverbrauch und Kosten betrachtet. Vor allem werde betrachtet, ob und wie die absehbaren Verkehre abgewickelt werden können.

Tunnel sind teuer

„Wir untersuchen weiter und gewinnen in den Gutachten vertiefte Erkenntnisse. Das macht den Trassenfindungsprozess nicht einfacher“, sagte jetzt der Umweltplaner Burchard Stocks laut einer Mitteilung des Regierungspräsidiums. Untersuchungen des Untergrundes hätten gezeigt, dass Grundwasser und Kiesschichten Tunnelbauwerke deutlich verteuern. Ebenso sei das Gebiet Weingartenwald von überregionaler Bedeutung, das hätten die letzten faunistischen Ergebnisse belegt. „Aufgabe der Gutachter ist es, die bestmögliche Variante zu finden, deshalb optimieren wir die vorliegenden Varianten und passen sie weiter an“, sagte Stocks. Es werde auch noch geprüft, ob sich die gesuchte Vorzugsvariante am Ende auch aus Verknüpfungen der Varianten A, B und C ergeben kann. So könnte am Ende doch wieder eine ganz neue Variante entstehen.

Das Thema Kosten rückt in der aktuellen Planungsphase offenbar immer mehr in den Fokus. „Wir planen die Varianten weiter technisch aus“, sagte demnach Hans-Joc

hen Münnich von der Klinger und Partner GmbH, um dann die grundsätzliche Realisierbarkeit, Flächenverbrauch und Kosten zu ermitteln. Und: „Bauen kann man fast alles, aber entscheidend sind eben unter anderem auch die Kosten. Der Bund zahlt nicht ohne ausreichende Begründung“. Die technische Ausplanung erfolge in enger Abstimmung mit den anderen Gutachtern und werde ständig fortentwickelt. Als besonders teuer gelten bei der Ausbauvariante A eine Tunnel-Lösung bei Hagnau oder umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen bei Immenstaad. Die BUND-Ortsgruppe hatte sich hier für eine Absenkung der Straße eingesetzt sowie für eine komplette Überdeckelung.

Laut dem RP präsentierte Verkehrsgutachter Claus Kiener von Modus Consult Ulm die Zwischenergebnisse des Verkehrsgutachtens zu den einzelnen Varianten. „Alle Varianten erfüllen das Ziel, Verkehre zu bündeln und zu einer Entlastung des nachgeordneten Netzes beizutragen“, sagte Kiener demnach.

Klar ist laut RP mittlerweile, dass aufgrund der ermittelten Verkehrsmengen vier Fahrstreifen, also jeweils zwei Fahrstreifen plus Standstreifen je Fahrtrichtung, erforderlich sind. Auf dieser Basis werden die Gutachter die Ausbreitung von Lärm und Luftschadstoffen berechnen. „Diese Ergebnisse wiederum sind für die weitere technische Optimierung der Varianten notwendig“, sagte Münnich.

Klar wurde bei der Präsentation in Friedrichshafen, dass der Planungsprozess in diesem Jahr in die entscheidende Phase geht. „Nach wie vor planen wir, bis Ende dieses Jahres eine Vorzugsvariante zu finden“, sagte Matthias Kühnel, der Projektleiter beim Regierungspräsidium. Das RP werde die Öffentlichkeit weiterhin umfassend informieren und weitere Formate der Öffentlichkeitsbeteiligung prüfen.

Diese Aufnahmen zeigen die Baustelle der B31-neu bei Friedrichshafen, die an die vierspurige Ausbauvariante anschließen soll:

Spektakuläre Aufnahmen aus der Luft: Ende 2020 soll Friedrichshafen die jahrelang ersehnte Umgehung der Bundesstraße B31 bekommen. Fliegen Sie mit.
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