ZF Friedrichshafen AG: Technology Day.
ZF Friedrichshafen AG: Technology Day. (Foto: Felix Kaestle)
Regionalleiter

Mobilitätsgeschichte schreiben: Das will Oberbürgermeister Andreas Brand mit der Teststrecke für automatisiertes Fahren quer durch Friedrichshafen. Zumindest in diese Richtung unterwegs sind die fünf elektrischen Kleinbusse namens „Ego Mover“, die ab Ende 2019 durch die Stadt rollen sollen.

Sie sehen aus wie eine Schachtel auf Rädern, bieten Platz für 15 Fahrgäste, werden ab dem kommenden Jahr in Serie produziert, sind voll elektrisch und könnten auch schon autonom, also ohne Fahrer, die Stadt durchqueren: die „Ego Mover“, die derzeit nicht nur in der Autobranche für Aufsehen sorgen. Im vierten Quartal sollen fünf von ihnen in Friedrichshafen zu sehen sein, vor allem auf der Teststrecke für autonomes Fahren, die die vier ZF-Standorte Werk 1 und 2, Forum und FEZ verbindet. Hinter dem Projekt, das helfen soll, Stau und Schadstoffprobleme in Innenstädten zu vermeiden, steckt ein Gemeinschaftsunternehmen der ZF Friedrichshafen AG und der Ego Mobile AG des Aachener Professors Günther Schuh. Letztere hält 60 Prozent der Anteile an dem Joint Venture, über die Hälfte der Komponenten kommt aber von ZF: Antrieb, Lenkung, Bremse, Sensorik, Achsen. Der Stiftungskonzern rechnet damit, dass bis 2025 weltweit eine Million Fahrzeuge dieser Kategorie unterwegs sein werden.

Wenn mal was nicht klappt

Der „Ego Mover“ könnte autonom fahren, wird in Friedrichshafen aber in den ersten Jahren sicher mit Fahrer an den Start gehen. Ziel sei es, zunächst Daten zu sammeln und so das Gefährt fit zu machen für künftige Touren ohne Mensch am Steuer, sagt Gerhard Gumpoltsberger, bei ZF für die Teststrecke zuständig.

Auch OB Brand betont, dass allen Beteiligten der Sicherheitsaspekt ein besonders wichtiger sei: „Mensch und Sicherheit stehen im Vordergrund. Mit dem ,Ego Mover’ können wir vor Ort sichere, komfortable und ökologische Verkehrslösungen mitgestalten und neue Mobilitätskonzepte für die unterschiedlichsten Zielgruppen mitentwickeln. Darin stecken große Chancen für das Unternehmen und für die Stadt.“

Wie geplant sollen bis zum Herbst alle Ampeln entlang der Teststrecke mit sogenannten Road Side Units ausgestattet werden, die den Fahrzeugen nicht nur mitteilen, ob das Licht gerade rot oder grün leuchtet, sondern auch, was der Gegenverkehr macht, ob Stau droht oder wann die Ampel umspringt. Auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung teilt die Stadtverwaltung mit, dass demnächst eine Internet-Seite über die Teststrecke informieren und Antworten auf häufig gestellte Fragen geben wird. Im Herbst ist zudem eine Infoveranstaltung geplant.

Noch nicht sicher ist laut ZF, wofür die „Ego Mover“ in Friedrichshafen eingesetzt werden. Wahrscheinlich sei, dass sie den Werkverkehr zwischen den ZF-Standorten unterstützen. Man müsse dann keine Situationen wie Kinderwagen oder Rollstühle an Bord beachten, sagt Ingenieur Gumpoltsberger. Und: „Unser Kolleginnen und Kollegen haben sicher Verständnis, falls mal irgendwas nicht so klappen sollte.“

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