Nach dem Gruppenbild wird der Abend bei einem kleinen Imbiss mit lebhaften Gesprächen beschlossen.
Nach dem Gruppenbild wird der Abend bei einem kleinen Imbiss mit lebhaften Gesprächen beschlossen. (Foto: Schule)
Schwäbische Zeitung

Bereits zum neunten Mal ist am vergangenen Mittwoch in der St. Elisabeth Mädchen- und Jungenrealschule in Friedrichshafen die diesjährige „Girls’ Day“ Akademie eröffnet worden, ein von der Agentur für Arbeit und Südwestmetall gefördertes Programm für naturwissenschaftlich und technisch interessierte Schülerinnen der Klassenstufe 9.

Schulleiterin Sabine Schuler-Seckinger begrüßte eingangs die 14 teilnehmenden Schülerinnen des neuen Jahrgangs und ihre Eltern sowie Vertreterinnen und Vertreter der kooperierenden Unternehmen und Institutionen und dankte der langjährigen Projektleiterin Yvonne Walker von BBQ Berufliche Bildung und ihren für die Berufsorientierung in der Realschule (BORS) verantwortlichen Kollegen Andreas Nusser und Nicole Bleier für ihr großes Engagement bei der „Girls’ Day“-Akademie. „Berufsorientierung live“ versprach Schuler-Seckinger den 14- bis 15-jährigen Teilnehmerinnen und lobte deren Bereitschaft, sich freiwillig ein Jahr lang mittwochnachmittags auf das anspruchsvolle Programm der „Girls’ Day“-Akademie (GDA) einzulassen. Die GDA sei für die Mädchen ein „tolles Angebot“, so die Schulleiterin, Einblick in sogenannten MINT-Berufe zu bekommen (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), praktische Erfahrungen zu machen, regionale Betriebe und technische Ausbildungsberufe oder Studiengänge kennenzulernen, darüber hinaus ihre Fertigkeiten in Präsentationstechniken und Rhetorik weiter zu schulen und bei erlebnispädagogischen Ausflügen persönliche und soziale Kompetenzen zu stärken.

Dass es bei der GDA um eine vertiefte Berufsorientierung in MINT-Berufen geht, machte auch Projektleiterin Yvonne Walker in ihrer Ansprache deutlich. Mit Firmenbesuchen und Workshops zur Technikorientierung sowie speziellen Kompetenzseminaren sollen laut Walker bei den Mädchen nicht nur die Begeisterung für die spannende Welt der Naturwissenschaft und Technik geweckt und ihnen technische Inhalte praktisch nahegebracht werden. Auch Persönlichkeitsbildung und Teamfähigkeit werden gezielt gefördert, die Schülerinnen sind am Ende auf Bewerbungsgespräche vorbereitet und können souverän präsentieren. Zum Abschluss der GDA wird jede Teilnehmerin ein Zertifikat über die erlernten Inhalte mit der Aufstellung aller beteiligten Kooperationspartner erhalten, das sie später einer Bewerbung beifügen kann.

Interesse durch Feuerwehr

Dann stellten sich die Schülerinnen in Kleingruppen selbst vor und bekamen für ihr souveränes Auftreten jeweils einen kräftigen Applaus. Interesse an technischen Berufen nannte beispielsweise Anna, die bereits bei der Jugendfeuerwehr und beim Technischen Hilfswerk aktiv ist, als Motivation, bei der GDA mitzumachen. Ebenso weiß auch schon Miri, dass sie nach der Mittleren Reife eine Ausbildung als Industriemechanikerin machen möchte. Sophie arbeitet nachmittags viel am Computer und nennt als Hobby Digitales Zeichnen. Vanessa ist technikbegeistert, interessiert sich für IT und bastelt in ihrer Freizeit auch schon mal am eigenen Quad herum. Andere Schülerinnen möchten in diesem Jahr in die Welt der Technik „reinschnuppern“ und klären, ob ein technischer Beruf für sie in Frage kommt. Alle Teilnehmerinnen verband die Offenheit für das, was die GDA ihnen bringen wird, und auch die Vorfreude auf die gemeinsamen Unternehmungen.

Über ihr Programmangebot informierten schließlich die Kooperationspartner. Franziska Ehrle von der Agentur für Arbeit erläuterte, warum „das Arbeitsamt“ zusammen mit Südwestmetall das GDA-Projekt finanziert. Regional, so Ehrle, warteten 156 Industriebetriebe und 2600 Handwerksbetriebe auf geeignete Auszubildende. Mädchen seien in den MINT-Berufen nach wie vor dramatisch unterrepräsentiert.

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