Ruth-Maria Schwamborn

Ausdruckstanz der besonderen Art hat die Peridance Contemporary Dance Company (PCDC) am Sonntagabend im Großen Zelt geboten. Kraftvoll und energiegeladen präsentierten die zwölf Tänzerinnen und Tänzer drei Choreografien von unterschiedlichen Künstlern.

Die Performance „Nightwalkers“ von Yoshito Sakuraba ist dessen neuestes Werk und lebt vom reinen Tanz und der Musik. In diesem Werk sind alle Tanzelemente vereint. Beginnend mit dem gesamtem Ensemble, wird das Stück später durchzogen mit verschiedenen Soli und Duetten. Alle Teile wurden von den Tänzern von Beginn an mit einer beeindruckenden Präzision durchgeführt.

Emotionale Flut

Dem Choreografen war es wichtig mit seiner Darbietung eine emotionale Flut beim Betrachter zu schaffen. Gemessen an dem begeisterten Applaus des Publikums hat der Künstler sein Ziel erreicht. In dem darauffolgenden Stück „All Told“ von Alice Klock zeigten die Tänzer ihr hohes künstlerisches Niveau, denn hierbei mussten sie die Intension der Künstlerin, Geschichten zu erzählen und zu teilen, und die darin liegenden Stärke, Intrigen und Machenschaften von Individuen in einem impulsiven und ausdrucksstarken Tanz belegen. Die Tänzer arbeiteten hier mit einer enormen Körperbeherrschung und Körperspannung, da die Bodenelemente bei dieser Einlage vorherrschend waren. Doch dies meisterten sie beeindruckend schwungvoll und nahezu mühelos.

Die dritte und letzte Darbietung „Perfection Has No Dreams“ stammte von Igal Perry, seines Zeichens ein weltweit geschätzter Choreograph, Ballettmeister und Tanzpädagoge. Er ist Begründer und künstlerischer Leiter der Peridance Contemporary Dance Company. Sein Werk beinhaltete dann auch alles was das tanz-und ballettbegeisterte Herz des Zuschauers höher schlagen ließ. Hier konnten wirklich alle zwölf Tänzer gleichermaßen in Erscheinung treten und überzeugten in der Gesamtgruppe, in der Trennung der Geschlechter sowie in solistischen Teilen. Die rhythmischen Mittel und Formen charakterisierten diese Aufführung.

So schwelgte man eben noch in harmonisch melodischen und klassisch weichen Tanzbewegungen der darbietenden Künstler, gab es einen abrupten Bruch mit elektronischen Stilmitteln und Körperabläufen welche einem früheren Computerspielcharakter ähnelte.

Das kollektive Klatschen, der auf Stühlen sitzenden Tänzer, im Wechsel zu gesprochenen Phantasiewörtern schien zuerst ein wenig befremdlich, doch der Eindruck normalisierte sich in der Wiederholung fast schon wieder und wirkte irgendwie verständlich. Mit ihrer mitreißenden Bühnenpräsenz ließen die Tanzenden nie den Spannungsbogen einknicken und man war als Zuschauer durchweg gebannt. Dies honorierte das Publikum mit langanhaltendem, rhythmischem Zugabe-Applaus. Doch nach dieser körperlichen Höchstleistung war es den Tänzern nicht möglich, diesem Wunsch nachzukommen. Ein Umstand, der beim Publikum auf größtes Verständnis stieß.

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