La Réunion – wir kommen: Die Teilnehmer der AG Europaklub der Gemeinschaftsschule Graf Soden (rechts Lehrer Marco Schwarz) freue
La Réunion – wir kommen: Die Teilnehmer der AG Europaklub der Gemeinschaftsschule Graf Soden (rechts Lehrer Marco Schwarz) freuen sich auf ihren Trip zur französichen Insel im Indischen Ozean. (Foto: Brigitte Geiselhart)
Brigitte Geiselhart

Diese Insel auf der Landkarte zu finden, ist gar nicht so einfach. Für einige Schüler der Gemeinschaftsschule Graf Soden allerdings schon. „La Réunion liegt im Indischen Ozean. Östlich von Afrika, nicht weit von Madagaskar oder Mauritius entfernt“, sagt Zehntklässlerin Alina, ohne lange überlegen zu müssen. Sie gehört der schulinternen AG Europaklub an und hat das Glück, zusammen mit sieben Mitschülern der Jahrgangsstufen fünf bis zehn am 17. Mai zu diesem Traumziel fliegen und dort zehn Tage verbringen zu dürfen. Hintergrund ist das „Erasmus+“-Projekt, das von der EU finanziert wird – und mit dem vor allem allgemeine wie berufliche Bildung, Sport und Jugend gefördert werden soll.

Im konkreten Fall stehen die Themen „Kochen“, „Graffiti“ und auch das Erkunden der tropischen Landschaft und der Lebensbedingungen vor Ort im Mittelpunkt. Die Häfler werden dabei auf Schüler befreundeter Schulen aus Schweden, Madeira und natürlich aus La Réunion treffen. „Übergeordnetes Ziel ist der interkulturelle Austausch und das Kennenlernen der Diversität Europas. Netter Nebeneffekt ist die Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse, der richtige Umgang mit modernen Kommunikationstechniken und das Knüpfen von Freundschaften mit Menschen aus aller Welt“, sagt Marco Schwarz, der ebenso wie Schulleiterin Iris Engelmann als Begleitlehrer mit von der Partie sein wird.

Logisch, dass die Vorfreude bei allen Beteiligten groß ist. „Mich interessiert besonders, wie die Jugendlichen dort so leben und was sie in ihrer Freizeit machen. Übers Internet hatten wir ja schon die ersten Kontakte“, sagt Lia aus der siebten Klasse. Gerade beim Kochen will man natürlich auch mit schwäbischen Spezialitäten glänzen. „Den Spätzlehobel dürfen wir also auf jeden Fall nicht vergessen“, sagt Schwarz.

Was aber hat diese exotische Insel eigentlich mit Europa zu tun? Auch darüber wissen die Mitglieder der Europa-AG bestens Bescheid. „Die Insel ist französisches Departement, gehört damit auch zur Europäischen Union – und dort ist der Euro offizielles Zahlungsmittel“, sagt Fünftklässler Jan mit großer Selbstverständlichkeit.

Mit der Bahn wird’s für Schüler und Lehrer zunächst nach Paris gehen, wo sich ein elfstündiger Direktflug anschließen wird. Bleibt die Frage, ob – gerade in Zeiten, in denen die Schülerstreikaktion „Fridays for Future“ und die damit zusammenhängende Diskussion um Klimawandel und CO-Belastung in aller Munde ist – für die Gemeinschaftsschule Graf Soden ein Langzeitflug dieser Größenordnung überhaupt vertretbar ist. „Mit diesem Thema haben wir uns tatsächlich noch nicht auseinandergesetzt“, sagt Marco Schwarz. „Ich werde diesen Aspekt aber gerne in der künftigen Projektarbeit miteinbeziehen. Vielleicht können wir Ausgleichsmaßnahmen anregen.“ Dass sie schon einmal bei „Fridays for Future“ mitgestreikt habe, räumt eine Zehntklässlerin ein. „Wenn man solche Flüge nicht allzu oft macht, passt das aber schon“, meint sie. „Wir könnten uns ja auf La Réunion auf öffentliche Verkehrsmittel beschränken“, ergänzt ein Fünftklässler. „Im ganz normalen Leben mehr Fahrrad fahren“, schlägt ein Mitschüler vor. „Die Chance, mehr über die Welt zu erfahren, statt nur vor dem Fernseher zu sitzen, ist einfach zu groß“, kommentiert eine andere Schülerstimme. Wie auch immer: Jetzt heißt es für alle Beteiligten erstmal Kofferpacken und sich auf unvergessliche Erlebnisse zu freuen.

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