ISEK Friedrichshafen, Auftakt am 05.04.2016 im Graf-Zeppelin-Haus
ISEK Friedrichshafen, Auftakt am 05.04.2016 im Graf-Zeppelin-Haus (Foto: Felix Kästle)
Regionalleiter
Uns wurde eine private Studie zur Stadtentwicklung von Peter Hedrich zur Verfügung gestellt. Hier im Wortlaut:

Die Zukunft unserer Stadt - aus unserer Sicht (mit Anmerkung zum weiteren Vorgehen)04.03.2019

Zur Vorlage bei Gemeinderäten vor der öffentlichen Sitzung am 25.03.2019 zum Thema Uferpark

In einer privaten Gruppe von Menschen, die schon lange bzw. von Geburt an in Friedrichshafen und vor allem in der Friedrichstraße leben und ein ausgeprägtes Interesse haben, dass unsere Kinder und Enkelkinder mal in einer Stadt leben können, bei der viele heutige Nachteile zum Besseren hin deutlich korrigiert wurden. Unsere Stadt hat dazu einmalige, von der Natur her gegebene Vorteile. Die sollten wir ausnutzen. Formal möchte ich noch darauf hinweisen, dass unsere Gruppe die Arbeit mit der Studie nicht mehr gemeinsam macht. Das ist jetzt meiner eigenen Initiative überlassen.

Kürzlich war ein Pressegespräch im Rathaus, über das Herr Martin Hennings am 24.12.2018 in der „Schwäbischen“ berichtet.

Darin wird leider erneut in Einzelpunkten und logisch unabhängig voneinander über das Uferparkprojekt berichtet. Z.B.:

• Lammgarten

• Vorplatz Stadtbahnhof

• Zugang zum Wasser

• Neuer Belag für die Wege

• usw., usw.

Das ist nach unserer Ansicht aber eine ungeeignete Einzelpunkt-Perspektive. Wir bevorzugen stattdessen in unserer Studie die Ganzheit, die dem OB bei unserer Präsentation sehr gefallen hat. Bei einer Folgepräsentation bei Bürgermeister Dr. Köhler haben wir das in deutlich größerer Detaillierung wiederholt. Wir waren nicht überzeugt, dass das dort so richtig angekommen ist. Vielleicht sollten wir deshalb unseren grundsätzlich ganzheitlichen Standpunkt nochmal etwas zugänglicher formulieren:

Man kann eine Stadtplanung nicht für einzelne Gebiete isoliert machen. Und wir sind froh, dass der Gemeinderat in einer späteren Sitzung zur Aufgabenstellung Uferpark noch die Friedrichstraße und den Vorplatz Stadtbahnhof hinzugefügt hat. Aber auch das sollte man noch nicht in scharfen Grenzen sehen.

Wir möchten gern alle relevanten Angelegenheiten im Kontext und ganzheitlich betrachten. Vor allem müssen wir dabei die verschiedenen Zusammenspiele beachten. An einem einleuchtenden Beispiel will ich das verständlich erläutern:

Oft wird die frühere Prachtstraße zitiert, wenn man über Verbesserungen an der heutigen Friedrichstraße spricht. Die Friedrichstraße ist der Kern des Projekts. Und der „Kern des Kerns“ ist die Frage und daraus resultierende notwendige Antwort: Muss die Friedrichstraße weiterhin Durchgangsverkehr haben?

Wir sind der Meinung: Nein!

Aus dieser Prämisse ergibt sich: Die Friedrichstraße der Zukunft wird keine Durchgangsstraße mehr sein. Sie muss eine Prachtstraße für die Menschen werden. Natürlich gibt es kleine Einschränkungen für den An- und Ablieferverkehr, für Taxis und für die Menschen, die an der Friedrichstraße wohnen und dort einen Parkplatz haben. Vielleicht dürfen auch die Besucher/Gäste der Anwohner oder des GZH dort rein fahren. Das ist eine wichtige Aufgabe für die Detailplanung.

Was bedeutet diese Prämisse für die weiteren Überlegungen?

• Es gibt keine Busse mehr auf der Friedrichstraße.

• Es muss einen Ersatz für die Friedrichstraße geben. Diese Ersatzstraße für den stadtnahen Durchgangsverkehr darf nicht weit entfernt von der Prachtstraße sein und muss über ausreichend viele Zu- und Ableitungen zwischen Ersatz- und Prachtstraße verfügen.

• Und wo kann die Ersatzstraße für den innerstädtischen Verkehr sein?

• Warum nicht über den tiefer gelegten Schienen der Bahn? Etwa 2 km lang von West nach Ost (wie z.B Überlingen oder Zürich Flughafen). Siehe hierzu die Skizzen auf den back-up-Seiten 15 und 16.

• Die Schienen zum Hafenbahnhof sind ein Relikt aus alten Tagen und können entsorgt werden.

• Damit hätten wir ein zweites Kernproblem automatisch mit erschlagen, nämlich die unglückselige Zweiteilung der Stadt durch den Schienenverkehr. (Schauen Sie sich eine Luftaufnahme im back-up auf Seite 20 an! So eine Stadt können wir unseren Kindern doch nicht überlassen.)

• Und die Busse? Die müssen natürlich hinter den Bahnhof, mit direktem Anschluss an die innerstädtische Ersatzstraße und von dort an die große, weite Region.

Man sieht deutlich das „Wenn-Dann-Prinzip“, ohne das ein vernünftiges funktionierendes Stadtplanungskonzept nicht erstellt werden kann. Also zum Beispiel: Wenn auf der Friedrichstraße kein Durchgangsverkehr mehr ist, dann müssen die Busse zwangsläufig hinter den Bahnhof. Und nur so kann die heutige viel zu hohe Verkehrsdichte erheblich verringert werden.

Neben den geschilderten gibt es noch zahlreiche andere solche Betrachtungspunkte, die wir im Folgenden besprechen wollen.

Ich würde sogar noch so weit gehen und sagen: Jede Diskussion zur Friedrichstraße sollte mit einer zu vereinbarenden Festlegung zur Frage „Durchgangsstraße ja oder nein“ gestartet werden.

Wir hatten das städtische Projekt mit dem Uferpark seit langem bei diversen Gesprächen auf unserem Schirm. Leider konnten wir uns erst jetzt durchringen, unsere vielfach diskutierten Vorstellungen in eine strukturierte Form zu bringen, die wir an die Öffentlichkeit weitergeben möchten.

Einen schüchternen Kommunikationsversuch hatten wir schon einmal zu Wahlkampfzeiten 2017 mit dem OB. Der hatte damals schon anerkennend bemerkt, dass wir einen „Blick auf das Gesamte“ haben.

Nach dem Besuch Ihrer Gemeinderatssitzung am 23.07.2018 und unter Würdigung der professionellen Vorlagen zu diesem Thema, haben wir feststellen müssen, dass diese ganzheitliche Denkweise noch nicht so ausgeprägt ist, wie wir das vorschlagen. Unser Entschluss stand fest: Jetzt stellen wir das zusammen und tragen es vor. Und das steht auch im Einklang mit der OB-Aufforderung, „weitere Beiträge und Anregungen sind willkommen. Bis Mitte August 2018 bitte an mich.“

In einem klassischen Brainstorming-Meeting sind wir strukturiert der Frage nachgegangen:

„Wie sehen wir den Häfler Stadtkern Friedrichstraße, Uferpark und Bahnhof in 10 bis 15 Jahren?“

In einer Phase 1 wollten wir also eine Momentaufnahme für die Jahre 2029 – 2035 machen und die Situation schildern, wie

wir diesen Stadtkern dann sehen. Wir wollen keinen Maßnahmenplan entwerfen, keine Lösungen diskutieren. Das wäre einer

Phase 2 vorbehalten, die eine fachmännische Aufgabe für gelernte Stadtplaner und Architekten ist. Aber denen wollen wir in

aller Klarheit sagen, wie wir uns unsere Stadt vorstellen.

In der Folge kommt jetzt ein 3 Punkte-Katalog, aus dem hervorgeht, wie wir uns diesen Teil unserer Stadt mit Friedrichstraße,

Uferpark, Bahnhof und angrenzend in den nächsten 10 – 15 Jahren vorstellen:

1. Friedrichstraße

Wie schon vorab gesagt, ist die Friedrichstraße Kern vom Kern. Alles, was sich hier an wesentlichen Gegebenheiten ändert, hat direkten oder indirekten Einfluss auf die Umgebungen dieses Kerns, nämlich den Uferpark und den Bahnhof. Aber diese Abhängigkeiten sind zwangsläufig und müssen dann so auch akzeptiert werden. Das macht auch richtig Spaß bei der Erörterung und Diskussion.

1.1 Was ist die allgemeine Erwartung?

Was heißt es, über die Prachtstraße zu reden? Was steckt da dahinter? Hier ein paar Schlaglichter: - eine Straße, die nicht vom Verkehr geprägt ist, sondern von den Menschen. - Flaniermeile zum Jobben und Vergnügen. - Platz zum Shopping für Einwohner und Touristen. - Anzugsmagnet für Jung und Alt ,

- Wohnstraße, aber auch Arbeitsstraße für Rechtsanwälte, Ärzte, Steuerberater, Versicherungsagenten einerseits

aber auch Gastronomen, Kneipiers sowie Mode-, Schmuck- und Eisverkäufer usw. andererseits sowie kleinere

Hotels. - Und eine imposante Gebäudestruktur. - Die Friedrichstraße mit Uferpark und Bahnhof wird der modernste und aufregendste Hit am Bodensee.

1.2 Verkehr

- Es gibt keinen Durchgangsverkehr für PkW, LkW, Motorräder, Roller, Busse und ähnliche Fahrzeuge auf der Friedrichstraße.

- Zugelassen sind Lieferverkehr (zum Be- und Entladen zeitlich begrenzt), Taxis für Abholungen und Zubringer, Busse als Hotelzubringer (z.B. Buchhorner Hof, Seehotel), Fahrzeuge von GZH-Gästen, Eco-Mover-Rundkurs und Fahrzeuge, für die die Eigner in der Friedrichstraße oder im GZH eine Parkgenehmigung haben.

- Anwohner haben Zufahrtberechtigung, falls sie einen Parkgaragenplatz in ihrem Haus haben oder einen fest gemieteten Parkplatz in öffentlichen Parkhäusern an der Friedrichstraße.

- Es gibt nur eine Fahrspur, entweder von Ost nach West oder umgekehrt und Buchten für Laden und Entladen.

- Der Fußweg an der Gebäudeseite ist deutlich breiter. Der heutige Fußweg an der Parkseite wird dem Radweg zugeschlagen. Damit Verbleiben auf der Friedrichstraße von Süden her der deutlich breitere Radweg, die Fahrspur, die Spur für Ladebuchten und der große Gehweg mit den ausgelagerten Plätzen einzelner Restaurants und Cafés (s. nachfolgende zwei Bilder). Das respektable Stahlrohrgeländer zwischen der heutigen Friedrichstraße und dem Uferpark, das vielleicht auch Sicherheitseigenschaften erfüllt, ist an dafür bevorzugten Stellen zu entfernen. Damit wird der Übergang von der Straße zum Park fließend und bautechnisch softig angelegt. Die Vereinigung zwischen Park und „Prachtstraße“ wird so praktisch fühlbar. Friedrichstraße, Uferpark und See sind ein Ensemble geworden. Schön wäre es zudem, wenn nahe aber dennoch in respektablem Abstand zum Radweg ein Spazierweg im nördlichen Uferpark angelegt werden könnte. Wir haben versucht, auch das im anschließenden Bild darzustellen. In der danach noch folgenden 3D-Darstellung haben wir unsere Vorstellungen von der Prachtstraße aussagefähig und angenehm, schön zum Ausdruck gebracht.

- Busse müssen zwangsläufig auf der Nordseite des Bahnhofs an- und abfahren. Ebenso haben Taxis ihren Wartestand auf der Nordseite des Bahnhofs.

- Wenn die Friedrichstraße als innerstädtische Durchgangsstraße wegfällt, wo kommt sie dann hin? Auf eine stadtnahe Durchgangsstraße können wir nicht verzichten. Also kommt sie beispielsweise da hin, wo heute die innerstädtischen Eisenbahngleise liegen. Die wiederum kommen eine Etage tiefer. Nicht in eine aufwändige, tiefe Tunnelkonstruktion, sondern in zum Beispiel rechteckig ausgehobene Schächte, die in Straßenhöhe so stabil mit Beton und Stahl abgedeckt werden, dass sie den Durchgangsverkehr mit vier Fahrbahnen aufnehmen können (s. Anlage im Back-up einschl. Markierung des Verlaufs der tiefer gelegten Bahngleise, Seite 18). Die neue innerstädtische Durchgangsstraße läuft im Stadtgebiet also direkt über den tiefer gelegten Bahngleisen. Die lästigen Bahnübergänge sind verschwunden.

- Sowohl die neue Durchgangsstraße (Name?) als auch die alte Friedrichstraße, also die Prachtstraße, haben ausreichend Zu- und Ableitungen aus dem Stadtgebiet (bestehende und neue) als auch untereinander.

- Zu beachten ist, dass die neue Durchgangsstraße kein neues Problem aufwirft in Form von zum Beispiel mehr Lärm für die Anwohner als der bisherige Zugverkehr gebracht hat.

1.3 Parken

- Alle Neubauten und alle geplanten Sanierungs-Gebäude müssen genügend Tiefgaragen bzw. Parking-Ebenen auf dem Erdgeschoss, 1. oder bis zum 2. Obergeschoss usw. (s. Marina-City in Chicago) für den jeweiligen Hausbedarf plus Gästeparkplätze bereitstellen (s. ehemalige Baustelle Schlossgarten an der Friedrichstraße). Es bleibt jedem Häusle-Eigentümer überlassen. Es kann ihm aber auch dringend nahe gelegt werden, dass er privat auch öffentliche Parkplätze für z.B. Nachbarn zusätzlich anbietet.

- Die Stadt errichtet ein großes unterirdisches Parkhaus unter dem Bahnhofsvorplatz, das ausgerüstet werden könnte mit einem ersten UG für gute Geschäfte, Imbissstuben etc. (s. Montreal oder Moskau mit wunderschönen Shopping Malls unter der Stadt). Die Zufahrt erfolgt über das Franziskus-Parkhaus.

- Dieses neue Parkhaus hat einen Sonderbereich für Carsharing.

- Maximalziel: Jeder Parkplatz hat eine Vorrüstung für eine Ladestation mit mindestens 16A.

- Die Zufahrt zum GZH-Parkplatz erfolgt wie heute von einer Ausleitung der neuen Friedrichstraße.

- Die Parking-Anlagen müssen sowohl von den Privaten als von der Stadt großzügig und zukunftsgerecht geplant werden. Es darf nicht passieren, dass man vor voll belegten Parkhäusern stehen bleiben muss oder als Gast gar keinen Platz findet.

- Deshalb dürfen solche Neubauten wie aktuell in der Klosterstraße 10 ohne Tiefgarage und ausreichend großes Parkplatzangebot gar nicht mehr genehmig werden (noch ist es nicht zu spät!).

1.4 Gebäude

- Aussehen: Modernste Architektur (s. in FN vor ein paar Jahren vorgetragene Amsterdam-Beispiele), die im Erdgeschoss mit Restaurants, Sportbars, Geschäften und Imbissstuben sowie in der 1. Etage für Arztpraxen, Kanzleien, Beratungs- und Versicherungsbüros sowie sonstigen Büros und Besprechungsräumen vorgesehen sind. Die Geschäfte sollen keine Billig-Ramschläden sein, sondern ein noch festzulegendes Niveau und ein faires Preis-/Leistungsverhältnis haben.

- Die neuen bzw. sanierten Gebäude müssen lebenswert und bezahlbar für Bewohner sein.

- Sanierung von Gebäuden darf nur in den Fällen vorgenommen werden, wenn es sich um ein Denkmal handelt, ansonsten nur Neubauten mit den in 1.3 beschriebenen Auflagen zu Parkplätzen.

- Die Stadt sorgt für einen Anteil von ¼ für Sozialwohnungen/Studentenwohnungen mit Wohngemeinschaften.

1.5 Gastronomie

- Heute gibt es 6 Kleinrestaurants. Das könnte verdoppelt werden. Es könnten Lokale sein, die eine internationale Vielfalt repräsentieren.

1.6 Vergnügungen

- Pubs, Szene-Lokale, Sport-Bars, Clubs (Geräuschdämmung!), Cafés wie Gessler, Eiscafés mit Außenplätzen auf dem deutlich verbreiterten nördlichen Gehweg entlang der Häuser.

1.7 Attraktionen

• Live-Musik

• Sport-Bars

• Piano-Bar

1.8 Namensgebung: Wir konnten uns nicht zu einem neuen Namen für die Friedrichstraße durchringen. Mit den

angedachten doch erheblichen Neuerungen würde jedoch so etwas wie eine neue Qualität entstehen, die einen neuen Namen rechtfertigen könnte. Diese Idee soll im Moment mal als Anregung für den Gemeinderat stehen bleiben.

2. Bahnhof

2.1 Ein- und Aussteigen findet im UG statt. Ansonsten findet der Bahnhofsbetrieb auf EG wie heute statt. (Wie in allen

Punkten ist hier natürlich eine Feinplanung erforderlich.)

2.2 Busbahnhof / Taxi-Warteplätze sind auf der Nordseite des Bahnhofs.

2.3 Größeres Parking-Angebot (unterirdisch auf Bahnhofsvorplatz mit Anbindung an das ebenfalls vergrößerte Franziskus-

Parkhaus).

2.4 Bahnhofsvorplatz kann umgestaltet werden zu einem ganz besonderem Park mit exotischen Pflanzen, mit vielen

Bänken, Kinderkarussell, Springbrunnen usw. ( s. Marbella Alameda-Park).

2.5 Hafenbahnhof: Diese Funktion kann entfallen. Ersatz durch regelmäßig getakteten kostenlosen Eco-Mover-Rundverkehr Hofen – Friedrichstraße – Hafenbahnhof – Montfortstraße – Charlottenstraße – (Stadt) Bahnhof – Hofen oder entgegensetzte Richtung.

2.6 Eigentlich unerträglicher Hauptschwachpunkt der aktuellen Stadtplanung, nämlich Trennung in Nordteil und Südteil, ist nun endlich komplett beseitigt. Riesengroße zusätzliche Flächen entstehen im Stadtgebiet durch den Abbau vieler Rangiergleise sowie Wartungs- und Instandhaltungshallen der Bodensee-Oberschwaben-Bahn einschl. Zu- und Abfahrten. Im Bahnhof wird nur doch durchgefahren. Wenn rangiert werden muss, könnte das im östlichen Stadtgebiet an neuer Stelle erfolgen, z.B. hinter ZF-Forum.

2.7 Automatisches, unterirdisches Müllentsorgungssystem (tbd).

3. Uferpark

3.1 Seenahen Uferweg vielseitig optimieren.

3.2 Als Ersatz für den auf der Friedrichstraße entfallenden Fußweg unter den Bäumen entsteht südlich vom

verbliebenen und deutlich verbreiterten Radweg der nicht unbedingt geradlinige Fußweg, der sowohl zum Uferpark als auch zur Friedrichstraße gehört (fließender Übergang zwischen heute noch teilweise größeren Höhenunterschieden erfordern aufwändige, besondere Erdbewegungsarbeiten!).

3.2 Kleines Amphitheater für regelmäßige attraktive Veranstaltungen (z.B. eine Sommeralternative zu den sehr gut angenommenen sonntäglichen Klavierkonzerten im Kiesel im Winter).

3.3 Bolzplatz, Beachplatz (z.B. Volleyball, Futebol, Handball u.a.) und offizieller Skater Park.

3.4 Seehasenfest, Kulturufer unbedingt belassen. Technische Schonung der Rasenflächen überlegen bzw. Alternativplätze.

3.5 Mehrere, jeweils deutlich breitere Freitreppen ggf. auch in Holz entlang des ganzen Ufers mit ungezwungenen Sitzgelegenheiten auf den dreiseitigen Treppen im Zusammenhang mit partiellen Renaturierungs-Stellen am Ufer.

3.6 Mindestens 2-3 Kioske (mit kleinem Ausschank für die Freitreppen-Leute?).

3.7 Anlage WYC in Richtung einer „Marina City“ erweitern mit Anpassung der Yachthafengröße an zunehmende Bedarfe (s. Beispiel Gohren).

4. Wie soll`s weitergehen?

Ich möchte die Gemeinderäte bitten, unsere Vorschläge zum ganzheitlichen Projektablauf bei Akzeptanz an der richtigen Verwaltungsstelle anzubringen. Ich stehe für etwaige Informationsveranstaltungen gern zur Verfügung.

Ich würde mich freuen, wenn unsere Anregungen die Stadtplanung zum Thema Uferpark, Friedrichstraße, Bahnhof wirkungsvoll unterstützen.

Anmerkung zum weiteren Vorgehen:

4.1 Projekterweiterungen:

Das Projekt „Uferpark“ wurde zunächst auf Antrag der SPD-Fraktion um die „Friedrichstraße“ ergänzt.

Dann kamen auch noch Bahnhof und Bahnhofsvorplatz ins Spiel.

Von uns kam eine weitere Erweiterung mit den „tiefergelegten Gleisen / städtische Gleisführung“ hinzu.

Damit ist das ursprüngliche Projekt „Uferpark“ zu einem ausgereiften Projekt

„Entwicklungsplanung FN-Innenstadt“

herangewachsen. Unsere Studie unterstützt diesen größeren Umfang (ohne den Titel zu verwenden).

4.2 Charakteristik zum Projekt „Entwicklungsplanung FN-Innenstadt“:

• Inhaltliche Anregungen dazu finden Sie komplett in unserer vorliegenden privaten Studie

• Man muss mit einer Projektlaufzeit von 10 – 15 Jahren rechnen.

(Bedenken: Kann sein, dass das die Restlaufzeit der aktuellen Bürgermeisterverträge überschreitet.)

• Das Projekt stellt sehr hohe Anforderungen an die Qualität der Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Vermutlich müssen dafür zwei neue Mitarbeiter eingestellt werden mit besonderen Qualifikationen

o zum Projektmanagement (Methoden-, Fach-, und Sozialkompetenz)

o erfolgversprechendes und hartnäckiges Verhandlungsgeschick mit Behörden und Institutionen.

• Fachliche externe Unterstützung durch Unternehmensberatung vom Kaliber Roland Berger.

(Beauftragung könnte vielleicht durch Industriefirmen erfolgen.)

• Städtisches Projektteam mit exzellenten Vertretern der Stadtverwaltung und Stadt-verliebten Externen

• Lenkungskreis mit zwei aktuellen Vorständen von ZF und Zeppelin

• Am Geld darf das Projekt nicht scheitern. Es ist eine sehr großzügige Budgetplanung empfehlenswert.

5. Zu meiner Person

Nach Abitur in Sachsen habe ich Schiffsmaschinenbau in Rostock und Fertigungstechnik in Aachen studiert. Als Werkstudent bei ZF und Maybach einschließlich Folgefirmen kam ich in den 60-er Jahren mehrmals nach Friedrichshafen. Stadt und Umgebung habe ich sofort zu meiner zweiten Heimat erklärt. Nach Promotion an der TH Aachen wurde ich dann folgerichtig von Herrn Niefer bei MTU eingestellt und war später jahrelang Produktionsleiter und Betreuer der weltweiten Lizenzaktivitäten. 10 Jahre vor Abschluss meiner beruflichen Laufbahn habe ich mich dann dem Umweltgedanken verschrieben. Als Daimler-Expat hatte ich die großartige Chance, die Brennstoffzellen-Produktion mit einem Super-Team bei Ballard in Vancouver aufzubauen. Das Thema verfolge ich noch heute mit viel Begeisterung bei diversen deutschen Start-up-Unternehmen.

Viele Häfler kennen mich vor allem als Spielertrainer und späteren Manager der Volleyball-Spielgemeinschaft VSG Bodensee, mit der wir in knapp 10 Jahren den Durchmarsch von der Landesliga bis in die Bundesliga geschafft haben. Die Bodensee-Sporthalle war in den 80-er Jahren für uns und für Tausende unserer Fans der Volleyball-Tempel in Deutschland. Unser Amateur-Team bestand durchweg aus jungen heimischen Sportlern, die in der Endphase sehr wirkungsvoll von dem aus Bukarest stammenden Ingenieur Gelu Stein als wuchtigen Außenangreifer und mein Nachfolger als Trainer verstärkt wurde.

 

Ideen zur Stadtentwicklung gibt es zuhauf. Am weitesten geht dabei wohl ein Vorschlag der Architektenkammer.

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Zur Vorlage bei Gemeinderäten vor der öffentlichen Sitzung am 25.03.2019 zum Thema Uferpark

In einer privaten Gruppe von Menschen, die schon lange bzw. von Geburt an in Friedrichshafen und vor allem in der Friedrichstraße leben und ein ausgeprägtes Interesse haben, dass unsere Kinder und Enkelkinder mal in einer Stadt leben können, bei der viele heutige Nachteile zum Besseren hin deutlich korrigiert wurden. Unsere Stadt hat dazu einmalige, von der Natur her gegebene Vorteile. Die sollten wir ausnutzen. Formal möchte ich noch darauf hinweisen, dass unsere Gruppe die Arbeit mit der Studie nicht mehr gemeinsam macht. Das ist jetzt meiner eigenen Initiative überlassen.

Kürzlich war ein Pressegespräch im Rathaus, über das Herr Martin Hennings am 24.12.2018 in der „Schwäbischen“ berichtet.

Darin wird leider erneut in Einzelpunkten und logisch unabhängig voneinander über das Uferparkprojekt berichtet. Z.B.:

• Lammgarten

• Vorplatz Stadtbahnhof

• Zugang zum Wasser

• Neuer Belag für die Wege

• usw., usw.

Das ist nach unserer Ansicht aber eine ungeeignete Einzelpunkt-Perspektive. Wir bevorzugen stattdessen in unserer Studie die Ganzheit, die dem OB bei unserer Präsentation sehr gefallen hat. Bei einer Folgepräsentation bei Bürgermeister Dr. Köhler haben wir das in deutlich größerer Detaillierung wiederholt. Wir waren nicht überzeugt, dass das dort so richtig angekommen ist. Vielleicht sollten wir deshalb unseren grundsätzlich ganzheitlichen Standpunkt nochmal etwas zugänglicher formulieren:

Man kann eine Stadtplanung nicht für einzelne Gebiete isoliert machen. Und wir sind froh, dass der Gemeinderat in einer späteren Sitzung zur Aufgabenstellung Uferpark noch die Friedrichstraße und den Vorplatz Stadtbahnhof hinzugefügt hat. Aber auch das sollte man noch nicht in scharfen Grenzen sehen.

Wir möchten gern alle relevanten Angelegenheiten im Kontext und ganzheitlich betrachten. Vor allem müssen wir dabei die verschiedenen Zusammenspiele beachten. An einem einleuchtenden Beispiel will ich das verständlich erläutern:

Oft wird die frühere Prachtstraße zitiert, wenn man über Verbesserungen an der heutigen Friedrichstraße spricht. Die Friedrichstraße ist der Kern des Projekts. Und der „Kern des Kerns“ ist die Frage und daraus resultierende notwendige Antwort: Muss die Friedrichstraße weiterhin Durchgangsverkehr haben?

Wir sind der Meinung: Nein!

Aus dieser Prämisse ergibt sich: Die Friedrichstraße der Zukunft wird keine Durchgangsstraße mehr sein. Sie muss eine Prachtstraße für die Menschen werden. Natürlich gibt es kleine Einschränkungen für den An- und Ablieferverkehr, für Taxis und für die Menschen, die an der Friedrichstraße wohnen und dort einen Parkplatz haben. Vielleicht dürfen auch die Besucher/Gäste der Anwohner oder des GZH dort rein fahren. Das ist eine wichtige Aufgabe für die Detailplanung.

Was bedeutet diese Prämisse für die weiteren Überlegungen?

• Es gibt keine Busse mehr auf der Friedrichstraße.

• Es muss einen Ersatz für die Friedrichstraße geben. Diese Ersatzstraße für den stadtnahen Durchgangsverkehr darf nicht weit entfernt von der Prachtstraße sein und muss über ausreichend viele Zu- und Ableitungen zwischen Ersatz- und Prachtstraße verfügen.

• Und wo kann die Ersatzstraße für den innerstädtischen Verkehr sein?

• Warum nicht über den tiefer gelegten Schienen der Bahn? Etwa 2 km lang von West nach Ost (wie z.B Überlingen oder Zürich Flughafen). Siehe hierzu die Skizzen auf den back-up-Seiten 15 und 16.

• Die Schienen zum Hafenbahnhof sind ein Relikt aus alten Tagen und können entsorgt werden.

• Damit hätten wir ein zweites Kernproblem automatisch mit erschlagen, nämlich die unglückselige Zweiteilung der Stadt durch den Schienenverkehr. (Schauen Sie sich eine Luftaufnahme im back-up auf Seite 20 an! So eine Stadt können wir unseren Kindern doch nicht überlassen.)

• Und die Busse? Die müssen natürlich hinter den Bahnhof, mit direktem Anschluss an die innerstädtische Ersatzstraße und von dort an die große, weite Region.

Man sieht deutlich das „Wenn-Dann-Prinzip“, ohne das ein vernünftiges funktionierendes Stadtplanungskonzept nicht erstellt werden kann. Also zum Beispiel: Wenn auf der Friedrichstraße kein Durchgangsverkehr mehr ist, dann müssen die Busse zwangsläufig hinter den Bahnhof. Und nur so kann die heutige viel zu hohe Verkehrsdichte erheblich verringert werden.

Neben den geschilderten gibt es noch zahlreiche andere solche Betrachtungspunkte, die wir im Folgenden besprechen wollen.

Ich würde sogar noch so weit gehen und sagen: Jede Diskussion zur Friedrichstraße sollte mit einer zu vereinbarenden Festlegung zur Frage „Durchgangsstraße ja oder nein“ gestartet werden.

Wir hatten das städtische Projekt mit dem Uferpark seit langem bei diversen Gesprächen auf unserem Schirm. Leider konnten wir uns erst jetzt durchringen, unsere vielfach diskutierten Vorstellungen in eine strukturierte Form zu bringen, die wir an die Öffentlichkeit weitergeben möchten.

Einen schüchternen Kommunikationsversuch hatten wir schon einmal zu Wahlkampfzeiten 2017 mit dem OB. Der hatte damals schon anerkennend bemerkt, dass wir einen „Blick auf das Gesamte“ haben.

Nach dem Besuch Ihrer Gemeinderatssitzung am 23.07.2018 und unter Würdigung der professionellen Vorlagen zu diesem Thema, haben wir feststellen müssen, dass diese ganzheitliche Denkweise noch nicht so ausgeprägt ist, wie wir das vorschlagen. Unser Entschluss stand fest: Jetzt stellen wir das zusammen und tragen es vor. Und das steht auch im Einklang mit der OB-Aufforderung, „weitere Beiträge und Anregungen sind willkommen. Bis Mitte August 2018 bitte an mich.“

In einem klassischen Brainstorming-Meeting sind wir strukturiert der Frage nachgegangen:

„Wie sehen wir den Häfler Stadtkern Friedrichstraße, Uferpark und Bahnhof in 10 bis 15 Jahren?“

In einer Phase 1 wollten wir also eine Momentaufnahme für die Jahre 2029 – 2035 machen und die Situation schildern, wie

wir diesen Stadtkern dann sehen. Wir wollen keinen Maßnahmenplan entwerfen, keine Lösungen diskutieren. Das wäre einer

Phase 2 vorbehalten, die eine fachmännische Aufgabe für gelernte Stadtplaner und Architekten ist. Aber denen wollen wir in

aller Klarheit sagen, wie wir uns unsere Stadt vorstellen.

In der Folge kommt jetzt ein 3 Punkte-Katalog, aus dem hervorgeht, wie wir uns diesen Teil unserer Stadt mit Friedrichstraße,

Uferpark, Bahnhof und angrenzend in den nächsten 10 – 15 Jahren vorstellen:

1. Friedrichstraße

Wie schon vorab gesagt, ist die Friedrichstraße Kern vom Kern. Alles, was sich hier an wesentlichen Gegebenheiten ändert, hat direkten oder indirekten Einfluss auf die Umgebungen dieses Kerns, nämlich den Uferpark und den Bahnhof. Aber diese Abhängigkeiten sind zwangsläufig und müssen dann so auch akzeptiert werden. Das macht auch richtig Spaß bei der Erörterung und Diskussion.

1.1 Was ist die allgemeine Erwartung?

Was heißt es, über die Prachtstraße zu reden? Was steckt da dahinter? Hier ein paar Schlaglichter: - eine Straße, die nicht vom Verkehr geprägt ist, sondern von den Menschen. - Flaniermeile zum Jobben und Vergnügen. - Platz zum Shopping für Einwohner und Touristen. - Anzugsmagnet für Jung und Alt ,

- Wohnstraße, aber auch Arbeitsstraße für Rechtsanwälte, Ärzte, Steuerberater, Versicherungsagenten einerseits

aber auch Gastronomen, Kneipiers sowie Mode-, Schmuck- und Eisverkäufer usw. andererseits sowie kleinere

Hotels. - Und eine imposante Gebäudestruktur. - Die Friedrichstraße mit Uferpark und Bahnhof wird der modernste und aufregendste Hit am Bodensee.

1.2 Verkehr

- Es gibt keinen Durchgangsverkehr für PkW, LkW, Motorräder, Roller, Busse und ähnliche Fahrzeuge auf der Friedrichstraße.

- Zugelassen sind Lieferverkehr (zum Be- und Entladen zeitlich begrenzt), Taxis für Abholungen und Zubringer, Busse als Hotelzubringer (z.B. Buchhorner Hof, Seehotel), Fahrzeuge von GZH-Gästen, Eco-Mover-Rundkurs und Fahrzeuge, für die die Eigner in der Friedrichstraße oder im GZH eine Parkgenehmigung haben.

- Anwohner haben Zufahrtberechtigung, falls sie einen Parkgaragenplatz in ihrem Haus haben oder einen fest gemieteten Parkplatz in öffentlichen Parkhäusern an der Friedrichstraße.

- Es gibt nur eine Fahrspur, entweder von Ost nach West oder umgekehrt und Buchten für Laden und Entladen.

- Der Fußweg an der Gebäudeseite ist deutlich breiter. Der heutige Fußweg an der Parkseite wird dem Radweg zugeschlagen. Damit Verbleiben auf der Friedrichstraße von Süden her der deutlich breitere Radweg, die Fahrspur, die Spur für Ladebuchten und der große Gehweg mit den ausgelagerten Plätzen einzelner Restaurants und Cafés (s. nachfolgende zwei Bilder). Das respektable Stahlrohrgeländer zwischen der heutigen Friedrichstraße und dem Uferpark, das vielleicht auch Sicherheitseigenschaften erfüllt, ist an dafür bevorzugten Stellen zu entfernen. Damit wird der Übergang von der Straße zum Park fließend und bautechnisch softig angelegt. Die Vereinigung zwischen Park und „Prachtstraße“ wird so praktisch fühlbar. Friedrichstraße, Uferpark und See sind ein Ensemble geworden. Schön wäre es zudem, wenn nahe aber dennoch in respektablem Abstand zum Radweg ein Spazierweg im nördlichen Uferpark angelegt werden könnte. Wir haben versucht, auch das im anschließenden Bild darzustellen. In der danach noch folgenden 3D-Darstellung haben wir unsere Vorstellungen von der Prachtstraße aussagefähig und angenehm, schön zum Ausdruck gebracht.

- Busse müssen zwangsläufig auf der Nordseite des Bahnhofs an- und abfahren. Ebenso haben Taxis ihren Wartestand auf der Nordseite des Bahnhofs.

- Wenn die Friedrichstraße als innerstädtische Durchgangsstraße wegfällt, wo kommt sie dann hin? Auf eine stadtnahe Durchgangsstraße können wir nicht verzichten. Also kommt sie beispielsweise da hin, wo heute die innerstädtischen Eisenbahngleise liegen. Die wiederum kommen eine Etage tiefer. Nicht in eine aufwändige, tiefe Tunnelkonstruktion, sondern in zum Beispiel rechteckig ausgehobene Schächte, die in Straßenhöhe so stabil mit Beton und Stahl abgedeckt werden, dass sie den Durchgangsverkehr mit vier Fahrbahnen aufnehmen können (s. Anlage im Back-up einschl. Markierung des Verlaufs der tiefer gelegten Bahngleise, Seite 18). Die neue innerstädtische Durchgangsstraße läuft im Stadtgebiet also direkt über den tiefer gelegten Bahngleisen. Die lästigen Bahnübergänge sind verschwunden.

- Sowohl die neue Durchgangsstraße (Name?) als auch die alte Friedrichstraße, also die Prachtstraße, haben ausreichend Zu- und Ableitungen aus dem Stadtgebiet (bestehende und neue) als auch untereinander.

- Zu beachten ist, dass die neue Durchgangsstraße kein neues Problem aufwirft in Form von zum Beispiel mehr Lärm für die Anwohner als der bisherige Zugverkehr gebracht hat.

1.3 Parken

- Alle Neubauten und alle geplanten Sanierungs-Gebäude müssen genügend Tiefgaragen bzw. Parking-Ebenen auf dem Erdgeschoss, 1. oder bis zum 2. Obergeschoss usw. (s. Marina-City in Chicago) für den jeweiligen Hausbedarf plus Gästeparkplätze bereitstellen (s. ehemalige Baustelle Schlossgarten an der Friedrichstraße). Es bleibt jedem Häusle-Eigentümer überlassen. Es kann ihm aber auch dringend nahe gelegt werden, dass er privat auch öffentliche Parkplätze für z.B. Nachbarn zusätzlich anbietet.

- Die Stadt errichtet ein großes unterirdisches Parkhaus unter dem Bahnhofsvorplatz, das ausgerüstet werden könnte mit einem ersten UG für gute Geschäfte, Imbissstuben etc. (s. Montreal oder Moskau mit wunderschönen Shopping Malls unter der Stadt). Die Zufahrt erfolgt über das Franziskus-Parkhaus.

- Dieses neue Parkhaus hat einen Sonderbereich für Carsharing.

- Maximalziel: Jeder Parkplatz hat eine Vorrüstung für eine Ladestation mit mindestens 16A.

- Die Zufahrt zum GZH-Parkplatz erfolgt wie heute von einer Ausleitung der neuen Friedrichstraße.

- Die Parking-Anlagen müssen sowohl von den Privaten als von der Stadt großzügig und zukunftsgerecht geplant werden. Es darf nicht passieren, dass man vor voll belegten Parkhäusern stehen bleiben muss oder als Gast gar keinen Platz findet.

- Deshalb dürfen solche Neubauten wie aktuell in der Klosterstraße 10 ohne Tiefgarage und ausreichend großes Parkplatzangebot gar nicht mehr genehmig werden (noch ist es nicht zu spät!).

1.4 Gebäude

- Aussehen: Modernste Architektur (s. in FN vor ein paar Jahren vorgetragene Amsterdam-Beispiele), die im Erdgeschoss mit Restaurants, Sportbars, Geschäften und Imbissstuben sowie in der 1. Etage für Arztpraxen, Kanzleien, Beratungs- und Versicherungsbüros sowie sonstigen Büros und Besprechungsräumen vorgesehen sind. Die Geschäfte sollen keine Billig-Ramschläden sein, sondern ein noch festzulegendes Niveau und ein faires Preis-/Leistungsverhältnis haben.

- Die neuen bzw. sanierten Gebäude müssen lebenswert und bezahlbar für Bewohner sein.

- Sanierung von Gebäuden darf nur in den Fällen vorgenommen werden, wenn es sich um ein Denkmal handelt, ansonsten nur Neubauten mit den in 1.3 beschriebenen Auflagen zu Parkplätzen.

- Die Stadt sorgt für einen Anteil von ¼ für Sozialwohnungen/Studentenwohnungen mit Wohngemeinschaften.

1.5 Gastronomie

- Heute gibt es 6 Kleinrestaurants. Das könnte verdoppelt werden. Es könnten Lokale sein, die eine internationale Vielfalt repräsentieren.

1.6 Vergnügungen

- Pubs, Szene-Lokale, Sport-Bars, Clubs (Geräuschdämmung!), Cafés wie Gessler, Eiscafés mit Außenplätzen auf dem deutlich verbreiterten nördlichen Gehweg entlang der Häuser.

1.7 Attraktionen

• Live-Musik

• Sport-Bars

• Piano-Bar

1.8 Namensgebung: Wir konnten uns nicht zu einem neuen Namen für die Friedrichstraße durchringen. Mit den

angedachten doch erheblichen Neuerungen würde jedoch so etwas wie eine neue Qualität entstehen, die einen neuen Namen rechtfertigen könnte. Diese Idee soll im Moment mal als Anregung für den Gemeinderat stehen bleiben.

2. Bahnhof

2.1 Ein- und Aussteigen findet im UG statt. Ansonsten findet der Bahnhofsbetrieb auf EG wie heute statt. (Wie in allen

Punkten ist hier natürlich eine Feinplanung erforderlich.)

2.2 Busbahnhof / Taxi-Warteplätze sind auf der Nordseite des Bahnhofs.

2.3 Größeres Parking-Angebot (unterirdisch auf Bahnhofsvorplatz mit Anbindung an das ebenfalls vergrößerte Franziskus-

Parkhaus).

2.4 Bahnhofsvorplatz kann umgestaltet werden zu einem ganz besonderem Park mit exotischen Pflanzen, mit vielen

Bänken, Kinderkarussell, Springbrunnen usw. ( s. Marbella Alameda-Park).

2.5 Hafenbahnhof: Diese Funktion kann entfallen. Ersatz durch regelmäßig getakteten kostenlosen Eco-Mover-Rundverkehr Hofen – Friedrichstraße – Hafenbahnhof – Montfortstraße – Charlottenstraße – (Stadt) Bahnhof – Hofen oder entgegensetzte Richtung.

2.6 Eigentlich unerträglicher Hauptschwachpunkt der aktuellen Stadtplanung, nämlich Trennung in Nordteil und Südteil, ist nun endlich komplett beseitigt. Riesengroße zusätzliche Flächen entstehen im Stadtgebiet durch den Abbau vieler Rangiergleise sowie Wartungs- und Instandhaltungshallen der Bodensee-Oberschwaben-Bahn einschl. Zu- und Abfahrten. Im Bahnhof wird nur doch durchgefahren. Wenn rangiert werden muss, könnte das im östlichen Stadtgebiet an neuer Stelle erfolgen, z.B. hinter ZF-Forum.

2.7 Automatisches, unterirdisches Müllentsorgungssystem (tbd).

3. Uferpark

3.1 Seenahen Uferweg vielseitig optimieren.

3.2 Als Ersatz für den auf der Friedrichstraße entfallenden Fußweg unter den Bäumen entsteht südlich vom

verbliebenen und deutlich verbreiterten Radweg der nicht unbedingt geradlinige Fußweg, der sowohl zum Uferpark als auch zur Friedrichstraße gehört (fließender Übergang zwischen heute noch teilweise größeren Höhenunterschieden erfordern aufwändige, besondere Erdbewegungsarbeiten!).

3.2 Kleines Amphitheater für regelmäßige attraktive Veranstaltungen (z.B. eine Sommeralternative zu den sehr gut angenommenen sonntäglichen Klavierkonzerten im Kiesel im Winter).

3.3 Bolzplatz, Beachplatz (z.B. Volleyball, Futebol, Handball u.a.) und offizieller Skater Park.

3.4 Seehasenfest, Kulturufer unbedingt belassen. Technische Schonung der Rasenflächen überlegen bzw. Alternativplätze.

3.5 Mehrere, jeweils deutlich breitere Freitreppen ggf. auch in Holz entlang des ganzen Ufers mit ungezwungenen Sitzgelegenheiten auf den dreiseitigen Treppen im Zusammenhang mit partiellen Renaturierungs-Stellen am Ufer.

3.6 Mindestens 2-3 Kioske (mit kleinem Ausschank für die Freitreppen-Leute?).

3.7 Anlage WYC in Richtung einer „Marina City“ erweitern mit Anpassung der Yachthafengröße an zunehmende Bedarfe (s. Beispiel Gohren).

4. Wie soll`s weitergehen?

Ich möchte die Gemeinderäte bitten, unsere Vorschläge zum ganzheitlichen Projektablauf bei Akzeptanz an der richtigen Verwaltungsstelle anzubringen. Ich stehe für etwaige Informationsveranstaltungen gern zur Verfügung.

Ich würde mich freuen, wenn unsere Anregungen die Stadtplanung zum Thema Uferpark, Friedrichstraße, Bahnhof wirkungsvoll unterstützen.

Anmerkung zum weiteren Vorgehen:

4.1 Projekterweiterungen:

Das Projekt „Uferpark“ wurde zunächst auf Antrag der SPD-Fraktion um die „Friedrichstraße“ ergänzt.

Dann kamen auch noch Bahnhof und Bahnhofsvorplatz ins Spiel.

Von uns kam eine weitere Erweiterung mit den „tiefergelegten Gleisen / städtische Gleisführung“ hinzu.

Damit ist das ursprüngliche Projekt „Uferpark“ zu einem ausgereiften Projekt

„Entwicklungsplanung FN-Innenstadt“

herangewachsen. Unsere Studie unterstützt diesen größeren Umfang (ohne den Titel zu verwenden).

4.2 Charakteristik zum Projekt „Entwicklungsplanung FN-Innenstadt“:

• Inhaltliche Anregungen dazu finden Sie komplett in unserer vorliegenden privaten Studie

• Man muss mit einer Projektlaufzeit von 10 – 15 Jahren rechnen.

(Bedenken: Kann sein, dass das die Restlaufzeit der aktuellen Bürgermeisterverträge überschreitet.)

• Das Projekt stellt sehr hohe Anforderungen an die Qualität der Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Vermutlich müssen dafür zwei neue Mitarbeiter eingestellt werden mit besonderen Qualifikationen

o zum Projektmanagement (Methoden-, Fach-, und Sozialkompetenz)

o erfolgversprechendes und hartnäckiges Verhandlungsgeschick mit Behörden und Institutionen.

• Fachliche externe Unterstützung durch Unternehmensberatung vom Kaliber Roland Berger.

(Beauftragung könnte vielleicht durch Industriefirmen erfolgen.)

• Städtisches Projektteam mit exzellenten Vertretern der Stadtverwaltung und Stadt-verliebten Externen

• Lenkungskreis mit zwei aktuellen Vorständen von ZF und Zeppelin

• Am Geld darf das Projekt nicht scheitern. Es ist eine sehr großzügige Budgetplanung empfehlenswert.

5. Zu meiner Person

Nach Abitur in Sachsen habe ich Schiffsmaschinenbau in Rostock und Fertigungstechnik in Aachen studiert. Als Werkstudent bei ZF und Maybach einschließlich Folgefirmen kam ich in den 60-er Jahren mehrmals nach Friedrichshafen. Stadt und Umgebung habe ich sofort zu meiner zweiten Heimat erklärt. Nach Promotion an der TH Aachen wurde ich dann folgerichtig von Herrn Niefer bei MTU eingestellt und war später jahrelang Produktionsleiter und Betreuer der weltweiten Lizenzaktivitäten. 10 Jahre vor Abschluss meiner beruflichen Laufbahn habe ich mich dann dem Umweltgedanken verschrieben. Als Daimler-Expat hatte ich die großartige Chance, die Brennstoffzellen-Produktion mit einem Super-Team bei Ballard in Vancouver aufzubauen. Das Thema verfolge ich noch heute mit viel Begeisterung bei diversen deutschen Start-up-Unternehmen.

Viele Häfler kennen mich vor allem als Spielertrainer und späteren Manager der Volleyball-Spielgemeinschaft VSG Bodensee, mit der wir in knapp 10 Jahren den Durchmarsch von der Landesliga bis in die Bundesliga geschafft haben. Die Bodensee-Sporthalle war in den 80-er Jahren für uns und für Tausende unserer Fans der Volleyball-Tempel in Deutschland. Unser Amateur-Team bestand durchweg aus jungen heimischen Sportlern, die in der Endphase sehr wirkungsvoll von dem aus Bukarest stammenden Ingenieur Gelu Stein als wuchtigen Außenangreifer und mein Nachfolger als Trainer verstärkt wurde.

 

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