AOK: Krankenstand bleibt 2020 konstant

Die Krankmeldungen bewegen sich bei der AOK auf Vorjahresniveau.
Die Krankmeldungen bewegen sich bei der AOK auf Vorjahresniveau. (Foto: Alexander Heinl/dpa)
Schwäbische Zeitung

Die krankenkasse AOK Bodensee-Oberschwaben hat ihren Gesundheitsbericht für das Jahr 2020 vorgestellt. Trotz Corona-Pandemie blieb der Krankenstand bei der AOK auf Vorjahresniveau bei 4,8 Prozent, teilt die Krankenkasse mit. Mit 5,0 Prozent lag der Krankenstand im Landkreis Sigmaringen in der Region am höchsten. Darauf folgen der Landkreis Ravensburg mit 4,9 Prozent und der Bodenseekreis mit 4,6 Prozent. Alle Werte liegen unter dem bundesweiten Krankenstand von 5,4 Prozent.

Die Analysen basieren auf den Daten der bei der AOK versicherten Arbeitnehmer. Die Branche Gesundheits- und Sozialwesen hatte mit 5,7 Prozent den höchsten Krankenstand. Der niedrigste Wert war im Wirtschaftszweig Banken/Versicherungen mit 3,1 Prozent festzustellen. Pro Mitglied verzeichnete die AOK im Schnitt 17,7 Fehltage und damit 0,7 Prozent mehr als 2019.

Mit 52,1 Prozent war im Jahr 2020 mehr als die Hälfte der AOK-Versicherten in der Region mindestens einmal krankgeschrieben. Auf 100 AOK-Versicherte kamen 144,1 Arbeitsunfähigkeitsmeldungen. Die Zahl der Krankschreibungen unterschritt damit den Vorjahreswert um 11,4 Prozent. Die durchschnittliche Krankheitsdauer pro Fall dagegen stieg um 13,9 Prozent auf 12,3 Kalendertage. „Es haben sich zwar weniger Versicherte krankgemeldet, dafür waren sie aber durchschnittlich länger krankgeschrieben als im Vorjahr“, erklärt Roland Beierl, Geschäftsführer der AOK Bodensee-Oberschwaben. Dafür sei auch die Zahl der Langzeiterkrankungen mit verantwortlich. Der Anteil der Fälle mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen betrug 4,0 Prozent. Diese Langzeiterkrankungen verursachten 42,8 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage. Positiv haben sich laut AOK die coronabedingten Hygienemaßnahmen ausgewirkt. So seien etwa Krankheiten des Verdauungssystems zurückgegangen. Auch die Grippewelle ist schwächer ausgefallen, was sich am Rückgang von 24,2 Prozent auf 22,7 Prozent bei den Atemwegserkrankungen widerspiegelt. Sonstige Krankheiten hingegen, unter die auch eine Covid-19-Infektion fällt, sind von 37,0 auf 39,7 Prozent der Arbeitsunfähgikeitsfälle gestiegen.

Betrachtet man den Krankenstand im saisonalen Verlauf, fällt ein Monat besonders auf: Im März 2020 war der Krankenstand mit 7,3 Prozent deutlich höher als im März 2019 mit 5,6 Prozent. „Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass zu Beginn der Corona-Pandemie noch Verunsicherung geherrscht hat und deshalb – aus begründeter Vorsicht und auch durch die erleichterte telefonische Krankschreibung – überdurchschnittlich viele Krankmeldungen eingegangen sind“, erklärt Roland Beierl. Im Mai 2020 hingegen lag der Krankenstand um 0,9 Prozent niedriger als 2019. In den restlichen Monaten gab es keine Auffälligkeiten.

Meist gelesen in der Umgebung

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Impftermin-Ampel: Hier finden Sie freie Impftermine in der Region

Die Zwangspause ist vorbei: Wochenlang hat die Impftermin-Ampel von Schwäbische.de zu Jahresbeginn Menschen bei der Buchung von Impfterminen unterstützt. Der Erfolg war groß. Doch als die Schere zwischen den wenigen Impfstoff-Lieferungen und der starken Nachfrage nach Terminen immer größer wurde, musste der Service für einige Wochen eingestellt werden.

Das ist jetzt vorbei, die Impftermin-Ampel ist wieder da. Sie zeigt mit einem Ampelsystem Impfzentren der Region an, in denen es gerade freie Termine gibt.

Notbremse

„Bundes-Notbremse“: Was sich an den Corona-Regeln in Baden-Württemberg ändern soll

Der Bundestag soll heute die sogenannte "Bundes-Notbremse" beschließen. Das ist eine Erweiterung des Infektionsschutzgesetzes und sieht einheitliche Corona-Maßnahmen vor. Die baden-württembergische Landesregierung hatte geplant, mit der seit Montag gültigen Corona-Verordnung des Landes diese Regeln bereits zu übernehmen. Nun haben sich aber noch einige Änderungen ergeben. Wir erklären, was sich ändert, sobald die "Bundes-Notbremse" in ihrer aktuellen Fassung gilt.

Mahnt Länder zur Eile: Jens Spahn (CDU).

Corona-Newsblog: Zwei Drittel aller Ausbrüche finden im privaten Bereich statt

Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

Aktuelle Zahlen des RKI¹: Aktuell nachgewiesene Infizierte Baden-Württemberg: ca. 37.600 (412.646 Gesamt - ca. 365.900 Genesene - 9.085 Verstorbene) Todesfälle Baden-Württemberg:9.113 Sieben-Tage-Inzidenz Baden-Württemberg: 172,6 Aktuell nachgewiesene Infizierte Deutschland: ca. 283.500 (3.188.

Mehr Themen