Anfall: „Abwarten ist ein großer Fehler“

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Anfall: „Abwarten ist ein großer Fehler“
Schwäbische Zeitung
Gunthild Schulte-Hoppe

Wenn der Arm oder das Bein kurzfristig „einschläft“, ist das normalerweise unbedenklich. Hält der Zustand jedoch länger an oder ist empfindet man eine Lähmung, so könnten das Anzeichen auf einen Schlaganfall sein. Am Samstag, 29. Oktober, ist der Welt-Schlaganfalltag. Den nimmt Dr. Roman Huber, Chefarzt der vor drei Monaten neu gegründeten Neurologischen Abteilung im Klinikum Friedrichshafen, zum Anlass, über die Krankheit aufzuklären.

„Je früher die Patienten ins Krankenhaus kommen, desto größer ist die Chance auf Heilung oder eine deutliche Verbesserung“, sagt der Neurologe. Dabei spricht er von einem Zeitfenster von etwa viereinhalb Stunden nach Auftreten der Symptome. Was aber sind genau die Anzeichen, an denen ich einen Schlaganfall erkenne? Davon gibt es gleich mehrere, wie der Chefarzt ausführt. Klassisch sind halbseitige Lähmungen, wobei entweder eher das Bein oder der Gesicht-Arm-Bereich betroffen sind. Plötzlicher Sehverlust auf einem Auge, eine halbseitige Störung auf beiden Augen oder Sprachstörungen sind Anzeichen für einen Schlaganfall. Gleiches gilt für „massivstem Kopfschmerz, der akut auftritt“. In diesem Fällen rät Huber dazu, schnellstmöglich ein Krankenhaus aufzusuchen.

„Abwarten ist ein großer Fehler“, sagt der Chefarzt. Auch wenn die Symptome wieder verschwinden, sei Vorsicht angeraten. Denn wenn die Lähmung durch eine Verengung der Halsschlagader hervorgerufen wurde, sei es wahrscheinlich, dass in den nächsten Monaten ein großer Schlaganfall folgt. „Rufen Sie den Notarzt an“, rät er deshalb allen, die Anzeichen feststellen.

Die Neurologische Abteilung bietet eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung an, Patienten bekommen auch nachts die bestmögliche Versorgung. Zum Standardprogramm gehört eine Kernspintomographie des Kopfes, außerdem Ultraschalluntersuchungen der Gefäße im Kopf und am Hals sowie ein Langzeit-EKG. Darüber hinaus werden der Blutdruck und weitere wichtige Werte mehrere Tage kontinuierlich überwacht.

Die beiden größten Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind Bluthochdruck und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Als Vorbeugung empfiehlt Roman Huber, körperliche Bewegung, das Gewicht eventuell zu reduzieren und Bluthochdruck einstellen zu lassen. Raucher sollten zudem auf Zigaretten verzichten. Eine gute Nachricht hat er aber doch: „Ein Achtel Wein schadet gar nicht.“

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