Anatoli Muratov tritt zu seinem 20. Profikampf an

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Will am Samstag in Göppingen gewinnen: Anatoli Muratov (links).
Will am Samstag in Göppingen gewinnen: Anatoli Muratov (links). (Foto: ded)
Schwäbische Zeitung
Jochen Dedeleit

„Vor ein paar Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich einmal meinen 20. Profikampf absolvieren würde“, meint der Häfler UBF-Box-Europameister Anatoli Muratov im Vorfeld des großen Kampfabends am Samstag, 15. Juli, in der EWS-Arena Göppingen. An diesem Abend tritt Firat Arslan, der seinen 50. Auftritt im Profigeschäft haben wird, im Hauptkampf um den WBO-Europameistertitel an. Muratov steht an jenem Abend Shavlego Tsamalaidze gegenüber und kann gegen den Georgier seinen insgesamt 18. und zehnten Sieg in Folge landen.

Firat Arslan (46), Ex-Weltmeister im Cruisergewicht, möchte sich für einen neuerlichen WM-Kampf empfehlen. Kontrahent am Samstag bei dem WBO-EM-Kampf ist der Bosnier Goran Delic, der auch schon 43 ist und bisher lediglich einen seiner 32 Kämpfe verloren hat (gegen Juan Carlos Gomez). Den Kampfabend veranstaltet Arslan, der in seiner Amateurzeit für den VfB Friedrichshafen in den Ring kletterte, zusammen mit seinem Manager Okan Yavuz (MALIK Promotion). Mit im Boot ist auch der Hamburger Boxpromotor Erol Ceylan (EC Boxing).

Bei Anatoli Muratov muss zuerst sein Manager Benedikt Poelchau genannt werden. „Es steckt viel harte Arbeit dahinter. Im Trainings-Gym wie auch im Management. Wir alle zusammen haben es geschafft, in den Ranglisten nach oben zu klettern“, so der in zwei Wochen 29 Jahre alt werdende Muratov, der bei seinen Kämpfen zuletzt weniger schwitzen musste als im Gym.

Nachdem sein Duell gegen den Ungarn Renato Goman in der Wangener Argensporthalle, der wegen einer Verletzung Gomans schon in Runde zwei zu Ende war (SZ berichtete), endete Muratovs Arbeitstag auch in Istanbul schon in der dritten Runde. Wieder war es mit Attila Koros ein Ungar, der dem Häfler unterlegen gewesen war. Danach gönnte sich der ehemalige Amateurboxer des VfB Friedrichshafen und des Boxteams Langenargen einen Mexiko-Urlaub, ehe er bei Personalcoach Niko Bauer wieder ins Konditionstraining einstieg. Nach drei Wochen kam dann schon der Anruf von Poelchau mit dem Angebot, Teil des Kampfabends von Firat Arslan zu sein.

„Der Georgier hat keine überragende Kampfbilanz, kommt aber von einer unteren Gewichtsklasse und ist in seinen Aktionen deshalb sehr schnell und beweglich“, so Muratov über Tsamalaidze, der zehn seiner 18 Kämpfe (drei Unentschieden) gewinnen konnte.

An eigener Beweglichkeit trainiert

Der 1,81 Meter große Supermittelgewichtler Muratov, der in der Ringecke weiter auf Trainer Istvan Szili baut, hat deswegen mit Bauer an seiner Beweglichkeit sowie Explosivität gearbeitet. Auch in Langenargen beim dortigen Boxteam unter Thomas Schuler sowie in Basel bei diversen Sparringskämpfen bereitete sich der UBF-Europameister auf den (geplanten) Sechs-Runden-Kampf in Göppingen vor. „Ich freue mich, wieder bei einem Kampfabend mit Firat anzutreten. Wir lernen uns immer besser kennen, zuletzt war ich auch bei ihm und Luan (Krasniqi, ein weiterer Ex-VfBler und ehemaliger Europameister; Anm. d. Red.) im Training“, so Muratov.

Im zweiten Hauptkampf des Abends möchte sich Superleichtgewichtler Fatih Keles (amtierender Europameister der WBO) ebenso für einen WM-Kampf qualifizieren. Ebenfalls mit von der Partie werden die in dieser Region bekannten Denis Kabasic und Schwergewichtler Umut Camkiran sein. Der ungeschlagene Deutsch-Türke Camkiran (siebenmal durch K.o.) ist ein ehemaliger Schützling des Ravensburger Ex-Profis Jens Plösser und wurde in Saulgau geboren.

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