Amateurfunker: Wie DD7LP Kai mit dem „Ham Spirit“ infizierte

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Der zwölfjährige Kai Malfeld hat das gleiche Hobby wie sein Vater: den Amateurfunk.
Der zwölfjährige Kai Malfeld hat das gleiche Hobby wie sein Vater: den Amateurfunk. (Foto: lix)
Schwäbische Zeitung

Friedrichshafen wird an diesem Wochenende wieder zum Mekka des Amateurfunks. Rund 200 Aussteller aus 34 Nationen präsentieren Neuheiten rund ums Funken, Morsen und Telegrafieren. Erstmals treffen die Amateurfunker an diesem Wochenende auch auf die Tüftler und Bastler der neuen Messe „Maker World“, die parallel zur Ham Radio stattfindet. Die Symbiose der beiden Messen „passt wie Arsch auf Eimer“, wie Daniel Bachfeld, Chefredakteur des IT-Bibel-Ablegers „c’t hacks“ am Freitag bei einer Pressekonferenz sagte.

Den diesjährigen Ham-Radio-Messekatalog ziert der Spruch „fb fer sked pse cfm 73“. Das heißt im Amateurfunker-Latein in etwa soviel wie: „Die Ham Radio ist ausgezeichnet dafür geeignet, um sich mit anderen Amateurfunkern zu treffen. Bitte bestätigen. Viele Grüße.“

Einer, der dies sicher gerne bestätigt, ist Kai Malfeld. Der Zwölfjährige ist schon länger ein leidenschaftlicher Elektroniktüftler. Beim Suchen nach Bastelvideos auf dem Internetportal Youtube stieß er auf den Film eines Amateurfunkers mit dem Rufzeichen DD7LP. Seitdem ist er auch dem Amateurfunk verfallen. Das Hobby hat Kai wohl von seinem Vater in die Wiege gelegt bekommen. Denn auch Vater Malfeld war einst Amateurfunker. Sein Sohn hat ihn jetzt wieder für sein altes Hobby begeistert, wie der Zwölfjährige gestern auf der Messe erzählte. Was für den Jugendlichen die Faszination ausmacht? „Es ist interessant, man kann viel Rumspielen mit Technik, mit Menschen in anderen Ländern sprechen und obendrein noch sein Englisch verbessern“, schwärmt der Zwölfjährige.

Ebenso wie Kai Malfeld sind viele Jugendliche dem Funken verfallen. Im Jugendlager der Ham Radio leben derzeit 123 Jugendliche den „ham Spirit.“ Ein neuer Rekord, wie Messe-Projektleiterin Petra Rathgeber vermeldet. Auch der Amateurfunk-Flohmarkt auf dem Messegelände mit mehr als 300 Anbietern ist mittlerweile der größte Flohmarkt dieser Art in Europa.

Die Entwicklung zeigt: der Amateurfunk lebt – und sendet auch in Zukunft weiter. Denn durch das Aufeinandertreffen der Funkerszene mit der Tüftlerszene der Schwestermesse „Maker World“ trifft zusammen,, was zusammen gehört. Denn auch unter den Funkern liege das Selberbauen wieder voll im Trend, wie Steffen Schöppe, Vorsitzender des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) berichtet. Das Motto der Messe lautet daher treffenderweise in diesem Jahr auch: „Amateurfunk kreativ – Selbstbau“.

Ham Radio und Maker World haben am Samstag, 28. Juni, von 9 bis 18 Uhr, am Sonntag, 29. Juni, von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet neun Euro. Weitere Infos unter

www.hamradio-friedrichshafen.de

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