Wie im Vorjahr (Bild) stehen auch am kommenden Sonntag, 22. Juli, Handbike-Rennen bei Rad & Roll auf dem Programm.
Wie im Vorjahr (Bild) stehen auch am kommenden Sonntag, 22. Juli, Handbike-Rennen bei Rad & Roll auf dem Programm. (Foto: Michael Tschek)
Sportredakteur

Laufradrennen, MTB-Parcours, Inline- und Speedskaten, Handbiken für Menschen mit Handicap, Radball oder Rennradfahren: Eine bunte Mischung aus Wettkämpfen, Vorführungen und Angeboten zum Mitmachen wollen die radsporttreibenden Vereine von Friedrichshafen am nächsten Wochenende bieten. Beim 2. „Rad & Roll“ am Sonntag, 22. Juli, haben Interessierte rund um die Ludwig-Roos-Halle in Ettenkirch Gelegenheit, in einzelne Sportarten reinzuschnuppern. Gefördert werden sollen dadurch nicht zuletzt Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderung, wie Cornelius Droop von der Gesamtorganisation betont.

Mitte September 2017 fand die Premiere des vereinsübergreifenden Events statt, der diesmal auf den Sommer vorverlegt wurde. Vorangegangen waren jahrelange Gespräche und Beratungen der Verantwortlichen des Häfler Radsportvereins (RSV) Seerose und des Speedteams-Bodensee. „Wir wollten die Synergien für eine gemeinsame Veranstaltung nutzen“, berichtet Droop zu den Beweggründen. In Zeiten nachlassender Bereitschaft zum Ehrenamt bei Mitgliedern und deren Angehörigen sei ein Verein alleine mit der Organisation völlig überfordert.

Gehörlosen-DM ist Katalysator

Stein des Anstoßes – und obendrein kräftiges Zugpferd – war letztlich der Zuschlag, den der Gehörlosensportclub Bodensee (GSC) zur Ausrichtung der deutschen Radsport-Meisterschaften erhielt. Diese Titelkämpfe waren eingebettet in einem Rahmenprogramm, welches unter dem Motto „Inklusion und Kooperation“ als „1. Rad & Roll“ aus der Taufe gehoben wurde und laut Cornelius Droop auf ordentliche Resonanz stieß – gleichermaßen bei Zuschauern wie der Radsportszene. „Das hat die Vereine hier zusammenwachsen lassen“, schildert der 53-Jährige einen weiteren Nebeneffekt.

Besonders die „friedvolle Atmosphäre“ in und vor der Ludwig-Roos-Halle sei damals zu spüren gewesen, so Droop. Da habe man sich gegenseitig, etwa beim „offenen Handbike-Rennen“ tatkräftig unterstützt, Berührungsängste zwischen Menschen mit und ohne Behinderung seien abgebaut worden. Doch habe auch Leistung und der Wettkampfcharakter die Gesamtveranstaltung geprägt.

Diese Mischung aus Mitmachangeboten, Breiten- und Leistungssport wird, zusammen mit dem „inklusiven Ansatz“, bei der zweiten Auflage von „Rad & Roll“ am kommenden Sonntag fortgeführt – auch wenn sich GSC und der Häfler Ableger des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) diesmal nicht an der Organisation beteiligen.

Die Speedskating- und Handbike-Wettbewerbe zählen dabei zum Baden-Württemberg- und Bayern-Inlinecup, das Handbike-Rennen wird für den National Handbike Circuit gewertet. Einen Tag zuvor (Samstag, 21. Juli) wird vom RSV Seerose ebenfalls ein Wettrennen abgehalten. Ab 14 Uhr werden Rennradfahrer im Einzel-, Paar- und Mannschaftszeitfahren in Tettnang-Hagenbuchen an den Start gehen. Anmeldungen sind hierfür online oder am Start möglich.

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