Der Vorstand des Kreisverband Bodenseekreis des ADFC bestehend aus (von links) Markus Barthold, Otto Remmert, Roland Merz und Be
Der Vorstand des Kreisverband Bodenseekreis des ADFC bestehend aus (von links) Markus Barthold, Otto Remmert, Roland Merz und Bernhard Glatthaar freut sich auf die bevorstehende Radfahrsaison. (Foto: Janine Napirca)
Janine Napirca

Der Kreisverband Bodenseekreis des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) blickt auf ein Jahr voller Höhen und Tiefen zurück. An guten Ideen mangelt es dem Verein nicht, meist scheitert es aber an der Umsetzung. Nach jahrzehntelangem Dienst gibt der stellvertretende Kreisvorsitzende Ralf Müller krankheitsbedingt sein Amt als Finanzvorstand auf. Nachfolger wird der ehemalige Kassenprüfer Otto Remmert, der sein bisheriges Amt an Heinz Metzen weitergibt.

Seit den 90er-Jahren ist die Mitgliederzahl des Vereins stetig gestiegen, wobei sie in den vergangenen beiden Jahren wieder ein wenig zurückgegangen ist und sich nun auf 865 beläuft. Auch bei der Besucheranzahl des Infoladens geht es weiter bergab: Viele wissen vielleicht nicht, dass man sich in der umfangreichen Bibliothek Bücher rund ums Radfahren und auch wasserdichte Radtaschen ausleihen kann.

Eine gute Quote hingegen kann der ADFC bei den Fahrradgebrauchtmärkten in Friedrichshafen vorweisen – im März und im Oktober wurden mehr als zwei Drittel aller Räder verkauft. In Tettnang waren es weitaus weniger, da viele gebrauchte Fahrräder an Flüchtlinge gegangen sind.

Eine wichtige Aufgabe sieht der Verein in der Codierung der Fahrräder zum Diebstahlschutz. Da die Polizei keine Kapazitäten mehr für eine Zusammenarbeit frei hat, will der ADFC zukünftig verstärkt mit Fahrradhändlern kooperieren. Wenige, dafür aber umso begeistertere Teilnehmer erfreute der ADFC mit seiner Aktion „Tettnang mobil“, bei der mehrere Fahrrad-Parcours für Kinder aufgebaut wurden.

Projekte, die sich der Kreisverband Bodenseekreis des ADFC für 2019 vorgenommen hat, sind beispielsweise die Barrierefreiheit am Stadtbahnhof Friedrichshafen: „Radfahrer müssen ihr Fahrrad die Treppe hinauftragen“ und „es gibt keine einheitlichen Regelungen zur Fahrradmitnahme – da ist man schnell mal mit 60 Euro dabei“ – so lauten die Vorwürfe mehrerer Vereinsmitglieder. Kritik gibt es ebenfalls von einem Vereinsmitglied aus dem Deggenhausertal: „Die Radwege sind im Frühjahr immer verschmutzt durch Landwirtschaft oder Splitt“, aber auch aus Salem: „Viele Wege sind zugewachsen, da bekommt man leicht einen Ast ins Gesicht.“ Kritisiert wurde zudem die Situation in der Paulinenstraße: „Es gibt immer Widerstand im Rathaus, wenn Parkplätze für Radwege weichen sollen“, sagt der Vorstand Bernhard Glatthaar und er prophezeit mögliche Gefahren für Radfahrer nach Fertigstellung der B 31-neu Anschluss West in Fischbach. Es gibt also einiges, was sich der ADFC für die kommende Radfahrsaison vorgenommen hat.

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