Eine Elternzeit auf Probe erleben die Achtklässler der Merian-Schule: Dort gibt es das Projekt „Babyauszeit“, in dem mit Puppen
Eine Elternzeit auf Probe erleben die Achtklässler der Merian-Schule: Dort gibt es das Projekt „Babyauszeit“, in dem mit Puppen der Babyalltag simulieren. (Foto: unknown)
Lydia Schäfer

In der Merian-Schule ist Babyzeit. Seit sieben Jahren bietet die Schule in Kooperation mit Sabine Hornig vom Diakonischen Werk das Projekt „Babyauszeit“ an. Angesprochen werden Achtklässler, die drei Tage die Freuden, aber auch die Arbeit, die ein Baby mit sich bringt, hautnah erleben. Vier Jungs und zwei Mädchen betreuen im Zweier-Team eine Babysimulator-Puppe. Und wie es Babys im richtigen Leben tun, fordern die Puppen ebenfalls regelmäßig Essen ein, wollen gewickelt oder auch einfach geschuckelt werden.

Wennauch diese Puppen keine echten Babys sind, simulieren sie, ob es ihnen gut geht oder ob ihnen etwas fehlt. Ziel und Sinn der Aktion ist es, die Verantwortung aufzuzeigen, die mit einem Kind einhergeht. „Babys sind nicht nur süß, sondern auch sehr anstrengend“, sagt Sabine Hornig. Was Steven nur bestätigen kann: „Ich bin letzte Nacht dreimal aufgestanden“, sagte der Schüler.

Chip verbindet Eltern und Kind

Die beiden jeweiligen betreuenden Jugendlichen sind mit einem Chip ausgestattet und auf die Puppe abgestimmt, sodass auch niemand anders das „Kind“ versorgen kann. Nach drei Tagen kann digital ausgelesen werden, wann die Babys während dieser drei Tage zufrieden waren, aber auch, wann sie Stress hatten. In einem Abschlussgespräch werden die Auswertungen schließlich mit den Schülern besprochen.

Lisa, Sophie und Ben

Die Schüler gaben ihren Babys Namen, die sie im Vorfeld ausgesucht haben und so werden jetzt Lisa, Sophie und Ben von den Schülern mit dem Kinderwagen spazieren gefahren, es werden Behördengänge erledigt, Kinderkrippen und der Familientreff besucht. Es ist anstrengend, wenn aus einem selbstbestimmten Leben ein Fremdbestimmtes wird. Eine anspruchsvolle Erfahrung für die Schüler. Damit sie im Notfall nicht damit überfordert sind, ist Schulsozialarbeiterin Sarah Kessler Tag und Nacht erreichbar.

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