Mit Quiz - Acht Fakten über den Bodensee, die Sie vielleicht noch nicht kannten

Crossmedia-Volontärin

Über den Bodensee lassen sich viele Geschichten erzählen. Acht Fakten über das schwäbische Meer sind dabei nur ein kleiner Ausschnitt. Vielleicht sind aber auch ein paar Fragen über den See dabei, die Sie sich schon immer gestellt haben.

Wie lange dauert es, bis der See verlandet?

Ewig wird es den Bodensee nicht geben. Der See wird vor allem vom Rhein gespeist. Das Wasser fließt aus den Bergen zum See und mit sich schleppt es viele Steine, Geröll aus den Alpen. Im Rheindelta führt der Rhein in den See hinein. Etwa fünf Kilometer lang ist dort der Damm, der dafür sorgt, dass die Steine nicht direkt am Ufer des Bodensees ins Wasser fallen und dort das Ufer verbreitern.

2,5 Millionen Kubikmeter Geröll kommen pro Jahr im Bodensee an. Das entspricht laut der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (igkb) einem Turm von 400 Metern Höhe, würde man ihn auf der Fläche eines Fußballfeldes aufbauen. Normalerweise würde der Bodensee demnach pro Jahr 2,5 Hektar Fläche einbüßen. In 19.000 Jahren gäbe es den See dann gar nicht mehr.

 Der Bodensee kann verlanden: Um das zu verhindern, gibt es den Damm, der den Rhein in den Bodensee lenkt.
Der Bodensee kann verlanden: Um das zu verhindern, gibt es den Damm, der den Rhein in den Bodensee lenkt. (Foto: dpa)

Deshalb gibt es aber Gegenmaßnahmen wie die Dämme bei Fußach in Vorarlberg. Damit wird der Verlandungsprozess aber nicht gestoppt, sondern nur deutlich verlangsamt. Denn die Steine gelangen ja trotzdem in den See. Und es gibt auch Nachteile: Die Dämme haben die Natur verändert. Wassertiere und Pflanzen wurden beeinträchtigt. Dem begegnen die Vorarlberger mit weiteren Maßnahmen, um Schilf anzusiedeln und Brutplätze für Fische zu schaffen.

Was liegt unter Wasser verborgen?

Im Bodensee liegen einige Schiffe versunken. Allein auf baden-württembergischem Gebiet sind laut dem Landesamt für Denkmalpflege 300 verzeichnet, 50 davon wurden identifiziert. Manche von ihnen sind wegen Unwetters, Bränden, Kollisionen oder Grundberührungen untergegangen. 1422 sind bei einem Schiffsuntergang 52 Menschen ums Leben gekommen.

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Das älteste bekannte Wasserfahrzeug aus dem Bodensee wurde 2017 geborgen: Ein Einbaum, der vor mindestens 3000 Jahren gebaut wurde. Die Römer haben auf dem Bodensee gekämpft, im 17. Jahrhundert hab es einen Krieg auf dem See, bei dem eine schwedische Flotte versenkt worden ist. Aber davon sind keine Überreste gefunden worden. Es gibt Wracks verschiedener Arten auf dem Grund des Bodensees – Segelschiffe, Dampfschiffe, Motorschiffe.

Wie viel Wasser verliert der See?

Jedes Jahr werden dem Bodensee von Wasserwerken rund 180 Millionen Kubikmeter Wasser entnommen, das als Trinkwasser verwendet wird. Etwa vier Millionen Haushalte werden vom Bodensee aus mit Trinkwasser versorgt. Bis zum Odenwald erstreckt sich das Netz des Wassers. Dafür sind große Leitungen verlegt, die das Wasser zum Teil bis zu sieben Tage transportieren. Darüber informiert die Bodensee-Wasserversorgung.

 Frisches Trinkwasser kommt wie selbstverständlich aus dem Hahn: Zwei Drittel des Wassers im Kreis kommt aus dem Bodensee.
Frisches Trinkwasser kommt wie selbstverständlich aus dem Hahn: Zwei Drittel des Wassers im Kreis kommt aus dem Bodensee. (Foto: Oliver Berg/dpa)

Trotzdem verdunstet jedes Jahr mehr Wasser, als aktiv entnommen wird. Doch auch durch den Rhein fließt Wasser aus dem See hinaus: Laut Bodensee-Wasserversorgung fließen pro Jahr 11,5 Milliarden Liter Wasser in den See hinein. Das sind im Jahr durchschnittlich bis zu 360 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Zu dem Zufluss aus Flüssen kommt auch noch das Wasser aus Niederschlägen. 363 Kubikmeter fließen pro Sekunde wieder aus dem See hinaus. 

Wem gehört der See?

Tatsächlich gehört der See niemandem – oder in dem Fall allen. Die drei Anrainerstaaten Deutschland, Schweiz und Österreich haben sich noch auf keine Grenze, die durch den See führen würde, geeinigt. Die Ufer gehören aber den jeweiligen Staaten. Der Überlinger See gehört also komplett zu Deutschland. In Ufernähe kann der jeweilige Staat Hoheitsrechte ausüben. Es gibt aber mehrere länderübergreifende Gremien, die sich um den Bodensee kümmern, wie die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (igkb) oder der Bodenseerat.

Wie macht sich die Erdkrümmung am Bodensee bemerkbar?

Auch bei bestem Wetter sieht man auf den 46 Kilometern Länge zwischen Konstanz und Bregenz nie das andere Ufer. Würde man aber von Konstanz nach Bregenz über den See blicken können, würde man die gegenüberliegende Stadt gar nicht sehen. Wegen der Erdkrümmung wölbt sich der See nämlich zwischen den beiden Städten um 41,5 Meter. Das geht aus einer Information des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg hervor. Von Konstanz aus könnte man also nur die Berge hinter Bregenz sehen.

 Am Bodensee kann man die Erdkrümmung erkennen: Der See wölbt sich zwischen Bregenz und Knstanz um 41,5 Meter.
Am Bodensee kann man die Erdkrümmung erkennen: Der See wölbt sich zwischen Bregenz und Konstanz um 41,5 Meter. (Foto: Grafik: Lisamarie Haas)

Wann friert der See zu?

Der Bodensee kann trotz seiner Größe teilweise oder komplett zufrieren, sodass dann auch Menschen darüber laufen können. Das nennt sich dann „Seegfrörne“ - ein schwäbisch-alemannischer Begriff. Zum letzten Mal ist das 1963 passiert. Damit der See zufrieren kann, braucht es einen extrem kühlen Sommer, lang anhaltende Ostwinde und sehr kaltes Wetter im Herbst und Winter. Darüber schrieben die See-Experten Werner und Willy Häusler in ihrem Buch „Seegfrörne 63. Das Tagebuch vom großen Eis“. Dann kann der Bodensee im Januar oder Februar vollständig überfrieren.

Darf man eigentlich auf dem See wohnen?

Auf dem See wohnen klingt idyllisch, ist allerdings verboten. Und das auf deutscher, Schweizer und österreichischer Seite. Das ist in der Schifffahrtsordnung Bodensee festgelegt. Wasserfahrzeuge müssen genauso zugelassen werden, wie Autos für den Straßenverkehr. Die Schifffahrtsordnung sagt ganz klar: „Fahrzeuge, die nach ihrer Bau- oder Betriebsart oder nach ihrer Ausstattung überwiegend für Wohnzwecke bestimmt sind (zum Beispiel Haus- oder Wohnboote)“, werden nicht zugelassen.

 Nicht jeder darf im Bodensee fischen: Dafür gibt es Fischereipatente und die sind begrenzt.
Nicht jeder darf im Bodensee fischen: Dafür gibt es Fischereipatente und die sind begrenzt. (Foto: Julia Baumann)

Wie viele Fischereipatente gibt es und wie ist die Tendenz?

Die Fischereipatente für den Bodensee werden weniger. In Österreich gab es 2021 noch 9 Berufsfischer am Bodensee. In der Schweiz ist die Zahl der Fischer auf 24 gesunken. Der Grund dafür: Pro Fischer soll es mehr Ertrag geben, denn bei zu wenig Ertrag sind die Existenzen der Fischer bedroht. Das teilte die internationale Bevollmächtigtenkonferenz für Bodenseefischerei 2021 mit. Das Gremium tagt einmal jährlich und entscheidet dabei unter anderem über die Patente. Maximal 80 Hochseepatente sollte es ab 2020 geben. Aktuell legen aber nur 65 Fischerinnen und Fischer mit Hochseepatenten ihre Netze aus.

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