Abschlussvorstellung erntet anhaltenden Applaus

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 Die acht Absolventen der Kurse für Schauspiel und Bühnenimprovisation der Stage Weeks feiern ihre Abschlussvorstellung.
Die acht Absolventen der Kurse für Schauspiel und Bühnenimprovisation der Stage Weeks feiern ihre Abschlussvorstellung. (Foto: Hermann Marte)
Hermann Marte

Im Kulturraum Casino in der Kaserne Friedrichshafen haben am Samstagabend die acht Absolventen der Kurse für Schauspiel und Bühnenimprovisation der Stage Weeks ihre Abschlussvorstellung gegeben. Veranstalter war die Stage Academy Bodensee.

Hinter diesem Titel verbirgt sich Jonathan Skawski. Der 30-Jährige hat die Schauspielerei anfangs nur als Ausgleich für das stressige Studium begonnen, dann aber gemerkt, dass es eigentlich das war, wofür sein Herz schlug. So wechselte er zur Ausbildung zum Theaterpädagogen. Da es ihm vor allem das komische Schauspiel angetan hatte absolvierte er dann die dreieinhalb Jahre am Tamala Center in Konstanz, der professionellen Ausbildungsstätte für Clownerie und komisches Theater.

Kurse gibt er schon seit langem, aber die Stage Weeks waren nun eine ganz neue Sache. Sein Ziel war es, dazu beizutragen, eine Lücke zu schließen, die es im Bodenseeraum zweifellos gibt. Denn während es in jeder Stadt Musikschulen gibt und auch Bildende Künstler verschiedene Möglichkeiten zur Fortbildung haben, gibt es im Bereich der Schauspielerei zwischen der örtlichen Laienbühne und den professionellen Schauspielschulen in Großstädten keine Zwischenstufe. Mit den Stage Weeks möchte Skawski auf diesem Gebiet ein Angebot schaffen.

Da sie zwei Kurse beinhalteten, gab es auch zwei ganz unterschiedliche Zielsetzungen. Im Schauspielkurs ging es darum, zu lernen, wie man eine Rolle überzeugend darstellt und sich nicht in vielleicht eindrucksvollen aber inhaltslosen Gestiken und Mimiken verliert. Auch der der Text sollte erschlossen werden, sodass keine leeren Phrasen daraus werden, sondern der Inhalt erschlossen und passend dargestellt werden kann.

Ziel des Improvisationskurses was es, die Technik hinter der scheinbar aus dem Nichts kommenden Komik solcher Aufführungen zu erlernen. Wie greife ich die Angebote meines Bühnenpartners auf und mache ohne vorherige Planung eine witzige Szene daraus? Dabei gilt es, sehr spontan und kreativ zu sein um ein überzeugendes Endergebnis abzuliefern. Begonnen hatten beide Kurse am 1. November und acht Wochen gedauert. Jeweils einmal in der Woche hatten sich die Kursteilnehmer getroffen und unter Skawskis Führung miteinander gearbeitet. Dazu kam noch ein zusätzliches Probenwochenende. Das Arbeitsergebnis durften beide Kurse dann am Samstag dem Publikum vorstellen.

Den Anfang machte der Schauspielkurs, dessen Teilnehmer hauptsächlich mit Monologen antraten, in denen sie zeigen konnten, dass sie in der Textanalyse etwas gelernt hatten. Es waren auch recht anspruchsvolle Texte darunter, in denen sich die Darsteller achtbar schlugen und mit denen sie beim Publikum Eindruck hinterließen. Verbunden waren diese Darbietungen mit Zwischenszenen, die aus dem Ganzen ein stimmiges Gesamtwerk machten.

Lange, aber keine Langeweile

Der zweite Teil gehörte dann dem Improvisationskurs, der mit Spieltechniken die dem Kenner als „Theatersport“ vertraut sind auftraten. Vorgaben aus dem Publikum wurde ohne Vorbereitungszeit sofort in vorgegebene Szenen umgesetzt. Dabei ergaben sich ganz beabsichtigt genau die Skurrilitäten, die vom Ensemble beabsichtigt sind und das Publikum zum Lachen bringen sollen. Dieses Ziel wurde im Casino bravourös erreicht.

Was auf der Bühne zu sehen war, ließ die intensive Vorbereitung klar erkennen. Obwohl der Abend sehr lange dauerte, ließ das Publikum keine Langeweile erkennen. Allein das spricht schon für die Zusammenstellung des Abends und die Leistung der beiden Ensembles. Belohnt wurden sie mit anhaltendem Applaus.

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