Satte zehn Prozent mehr: ZF Friedrichshafen steigert Halbjahresumsatz

Regionalleiter

Umsatzplus bei ZF: Der Zulieferer vom Bodensee hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres Geschäfte im Wert von 21,2 Milliarden Euro gemacht. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. 2021 lag der Halbjahresumsatz bei 19,3 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern betrug bei 851 Millionen Euro, was einer bereinigten Ebit-Marge von 4,0 Prozent entspricht. Zum Halbjahr 2021 war es eine Milliarde (Marge: 5,2 Prozent).

„Das erste Halbjahr war von vielen Unwägbarkeiten und externen Einflüssen geprägt, die wir als ZF-Team – auch basierend auf den Krisenerfahrungen der beiden vergangenen Jahre – gut gemeistert haben“, sagt Wolf-Henning Scheider, Vorsitzender des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG, der die Halbjahreszahlen am Mittwochvormittag der Presse erläutert.

Krieg beeinflusst Ergebnis

„Beeinflusst haben unser Geschäft der Krieg in der Ukraine, die pandemiebedingten Lockdowns in China, die eingeschränkte Verfügbarkeit von Halbleitern und die signifikante Inflation. Unser Fokus liegt darauf, die richtige Balance zwischen den Erwartungen unserer Kunden und unserem Ergebnisziel zu erreichen sowie kontinuierliche Investitionen in Zukunftstechnologien sicherzustellen.“

ZF-Finanzvorstand Konstantin Sauer: „In einem schwachen und volatilen Marktumfeld haben wir in unserer Performance Stabilität und Ausdauer bewiesen. Auch wenn die Herausforderungen im zweiten Halbjahr nicht kleiner werden, sind wir zuversichtlich, durch Kostenbewusstsein, eine weiterhin konsequente Mitigation von Inflationseffekten und aktives Management unserer Bestände auf Kurs zu bleiben. Unsere finanziellen Jahresziele behalten wir fest im Blick.“

ZF rechnet mit Jahresumsatz über 40 Milliarden Euro

Das Unternehmen rechnet für 2022 unverändert mit einem moderaten Wachstum des Konzernumsatzes auf ein Volumen von erstmals mehr als 40 Milliarden Euro. Die bereinigte Ebit-Marge erwartet ZF im Bereich von 4,5 bis 5,5 Prozent.

Die Prognose bleibt laut Konzern unter Vorbehalt, da ZF mit anhaltend negativen Einflüssen durch bekannte Probleme wie Inflation, Krieg in der Ukraine, eingeschränkte Verfügbarkeit von Halbleitern oder Covid-19-Pandemie rechnet. Im zweiten Halbjahr könnten zudem Belastungen durch mögliche Gaslieferstopps entstehen. Auf dieses Szenario bereitet sich das Unternehmen nach eigenen Angaben vor.

Eigenkapitalquote steigt

„Dazu intensivieren wir auch die bereits laufenden Maßnahmen, um unseren Energieverbrauch konsequent weiter zu reduzieren und auf alternative Energieträger auszuweichen, wie es auch unsere Nachhaltigkeitsstrategie vorsieht“, sagt Vorstandschef Scheider. Weiter gestärkt hat ZF seine Eigenkapitalbasis: Die Eigenkapitalquote stieg von 18,6 Prozent Ende 2021 auf rund 24 Prozent per 30. Juni 2022.

Viele neue Aufträge hat ZF unter anderem für elektrifizierte Antriebe erhalten. Das Auftragsvolumen in diesem Bereich beläuft sich nach Konzenrnangaben für Pkw und Nutzfahrzeuge auf 23 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030. „Mit den neuen Aufträgen können wir den Wandel von klassischen Getrieben hin zu rein elektrischen Antrieben bewältigen und den Wegfall der Technologien für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr als ausgleichen“, so Scheider. „Jetzt wollen wir unsere Führungsrolle, zum Beispiel bei der Leistungselektronik, weiter ausbauen.“

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