13. Sommerfest der ZU trotzt dem Aberglauben

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Unterm wachsamen Auge des ZU-Maskottchens „Zubra“ wird draußen im Hof diskutiert, gegessen oder einfach die Sonne genossen.
Unterm wachsamen Auge des ZU-Maskottchens „Zubra“ wird draußen im Hof diskutiert, gegessen oder einfach die Sonne genossen. (Foto: Lena Reiner)
Schwäbische Zeitung
Lena Reiner

Der Erste Bürgermeister Stefan Köhler beschreibt private Hochschule als Schiff, das sicher im Fahrwasser liegt, Universitätspräsidentin Insa Sjurts kündigt ein Studium für alle an und Markus Bergmann, Vertreter des Fördervereins Zeppelin-Universitätsgesellschaft (ZUG), erzählt die Geschichte eines der ersten Förderprojekte der ZUG, „Rock Your Life“. Das Sommerfest der ZU zeigt sich bereits mit den Eröffnungsworten als interessantes Gesamtpaket.

Besucher, die den Hof durch das vom Maskottchen „Zubra“ von einem Banner herunter bewachte Tor betreten, werden von einer lauten Männerstimme empfangen, die irgendwie aus der Ferne zu kommen scheint. Was zunächst irritiert, ist die pünktlich zum Sommerfest der Zeppelin-Universität eröffnete Videoinstallation von Christian Falsnaes, die zeigen soll, wie durch eine Beziehung zwischen dem Künstler und seinen Zuschauern männliches Verhalten antrainiert werden kann. Sie wird in der „White Box“ noch bis zum 30. November zu sehen sein. Später am Tag findet eine Lifeperformance statt. Mit diesen Programmpunkten stellt sich das „artsprogram“ der Hochschule vor.

Während es im Innenhof bei Speis’ und Trank gemütlich zugeht, lauschen im ersten Stock Neugierige unterschiedlichen Vorlesungen. „In der Popularmusik ist von der Bedeutung des Waldes eigentlich bloß noch geblieben, dass er ,halt irgendwie schön ist’“, führt Thorsten Philipp aus und erläutert die Bedeutung des Waldes als Faszinosum, Gegenuniversum, aber auch Ort des Wandels und damit einem Urort menschlicher Krisen. Lutz Pietsch wird ihn ablösen, um über Shakespeare und das Spiel im Spiel zu referieren. Nebenan erläutert Joachim Landkammer, wie man mit Dilettanten umgehe, gefolgt von Martin Herbers, der Satire und das beleidigte Publikum in den Fokus rücken wird.

Um die Seminarräume herum stellen sich die fast zwei Dutzend studentischen Initiativen vor. Mit vielen Fotos und Berichten von Aktionen möchten sie die Besucher neugierig machen, was ihnen ob des Badewetters draußen nur selten gelingt. Dafür aber werden sie in den Eröffnungsreden ausgiebig gelobt. „Wussten Sie, dass an dieser Universität die inzwischen bundesweite tätige Initiative ,Rock Your Life’ gegründet wurde?“, holt etwa Bergmann aus und erklärt, wie die Idee zu dem Coachingkonzept, das für echte Chancengleichheit sorgen soll, bei einem Gespräch zwischen Studenten und dem damaligen Finanzminister Peer Steinbrück entstanden ist. Dass eine solch lockere Runde mit einem Minister und Studenten zustande gekommen sei, könne sich die ZUG zuschreiben. Beim Fundraisingdinner 2008 habe es dem Minister so gut gefallen, dass er ein wenig länger geblieben sei, um Zeit für persönlichen Austausch zu haben.

Wichtige Unterstützung

Auch sonst trägt die Universitätsgesellschaft einen wichtigen Teil dazu bei, dass sich die Studenten hier so ausgiebig engagieren können, wie sie es tun. Ob die Luftschiffkapelle LSK, die Lange Nacht der Musik oder der Club für internationale Politik: Mit insgesamt 436 021 Euro hat die ZUG in den letzten zehn Jahren – denn so lange gibt es sie – studentische Projekte und Initiativen, aber auch einzelne Studierende gefördert.

Termine

Öffentliche Ringvorlesung: Immer mittwochs 19.30 bis 20.30 Uhr am Fallenbrunnen 3 zum Thema Flucht, Asyl, Einwanderung und Integration, Anmeldung unter www.zu.de/migration erwünscht.

14.9.: Was sind wir den Flüchtlingen schuldig? – Politische Philosophie mit Professor Behnke

28.9.: Asylrecht in der Praxis – mit Hubert Heinhold, Anwalt für Asylrecht

19.10.: Wie die Migrations- und Fluchtkrise als Anstoß zu moderner Entwicklung genutzt werden kann – mit Entwicklungshelfer Kilian Kleinschmidt

26.10.: Zusammenarbeit von Stadt- und Landkreis in Zeiten von Massenmigration – mit einem Vertreter des Landratsamts.

23.11.: Das Bild des Flüchtlings in den Medien – Professor Göttlich, ZU.

7.12.: Flüchtlinge willkommen? Und wenn ja, welche? –Florian Bader, ZU.

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