Hand in Hand auf dem Weg zu einer gelingenden berufichen Zukunft: Teilnehmer der Teilqualifizierungsmaßnahme "TQplus Fachkraft f
Hand in Hand auf dem Weg zu einer gelingenden berufichen Zukunft: Teilnehmer der Teilqualifizierungsmaßnahme "TQplus Fachkraft fÃŒr Metalltechnik" zusammen mit Vetretern der Agentur fÃŒr Arbeit, des Jobcenter Bodenseerkeis, dem Bildungswerk der Baden-Wà (Foto: brigitte geiselhart)
Schwäbische Zeitung
Brigitte Geiselhart

13 geflüchtete junge Männer aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und der Ukraine nehmen derzeit an der vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft zusammen mit Kooperationspartnern durchgeführten Teilqualifizierungsmaßnahme „TQplus Fachkraft für Metalltechnik“ teil. Sie erhöhen damit sprunghaft ihre Chancen, in der neuen Heimat auch beruflich Fuß zu fassen. Zwei Drittel der sechsmonatigen Teilqualifizierung haben sie mittlerweile schon hinter sich. Und die Stimmung ist bei allen Beteiligten ausgesprochen gut, wie sich bei einem Vorort-Termin in den Häfler Räumlichkeiten des Bildungswerks in der Merkurstraße eindrücklich zeigte.

„Ja, wir haben uns auf ein Experiment eingelassen. Wir haben bisher zufriedenstellende Erfolge erzielt und sind zuversichtlich, dass es so weitergeht“, zieht etwa Heinz Schwager, Regionaleiter des Bildungswerks, ein positives Zwischenfazit. Dass man vor allem daran interessiert sei, Flüchtlinge in langfristige Jobs zu vermitteln, um ihnen die Perspektive zu eröffnen, ihren Lebensweg selbstbestimmt gestalten zu können, wird auch von Maria Gerard, Amtsleiterin des Jobcenters Bodenseekreis, bestätigt. „Wichtig ist insbesondere, dass alle Kooperationspartner an einem Strang ziehen“, sagt sie. „Wir bewegen uns im Rahmen einer bundesweit ausgelegten Initiative, die sowohl Fachtheorie als auch Fachpraxis umfasst“, betont Projektleiterin Monika Martin. Mit im Boot sind nicht zuletzt die Firmen ZF Friedrichshafen AG, die Zeppelin Systems GmbH, die Dietrich Stahl- und Metallbau GmbH, die Ziegler Feinwerktechnik GmbH, die STR CNC-Technik GmbH, Alpina Sonnenschutz, Zaunbau Schubert, RT Filtertechnik und die STF System Technologie GmbH. Es gehe darum, die Teilnehmer soweit fit zu machen, dass sie für das normale Bewerbungsverfahren ausreichend qualifiziert seien. Darauf verweist ZF-Ausbilder Marc Dietrich.

Ab in die Talentwerkstatt

Schleifen, sägen, feilen und weitere fachpraktische Inhalte der Grundausbildung in der Metallbearbeitung– diese Themen wurden zum Beispiel in Norbert Merkels Talentwerkstatt in Bermatingen vermittelt. Mit Erfolg: „Wir haben nicht nur neue Werkzeuge, sondern auch die Fertigungsschritte von der Zeichnung bis zum Endprodukt kennengelernt“, erzählt Mohammad Ata. „Und das hat uns alles viel Spaß gemacht.“ Man habe auch an Selbstbewusstsein gewonnen, ergänzt Mousa Al-Bdairat. „Wir sind bereit. Die Zukunft ist zum Greifen nah“, sagt er mit großem Optimismus. Einig waren sich alle Teilnehmer darin, dass das Erlernen der deutschen Sprache – insbesondere auch der beruflichen Fachsprache – von essentieller Bedeutung sei. Am 15. Februar steht für die 13 jungen Männer die praktische Prüfung an, eine Woche später geht’s um die Theorie. Nach sieben weiteren Praktikumswochen werden am 20. April dann hoffentlich alle ihr IHK-Abschlusszertifikat erhalten – um danach ihre berufliche Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen.

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