1,25 Millionen Euro für eine Taube – Wie sich Brieftaubenzüchter um ihre Schützlinge kümmern

Lesedauer: 8 Min
Person mit Taube in der Hand
Seit gut 50 Jahren gehören Tauben zum Leben von Reiner Weißenstein. (Foto: Simon Siman)

Tierschützer und Aktivisten kritisieren die Taubenzucht und Wettflüge mit Brieftauben. Die Tierrechtsorganisation Peta spricht von einem „grausamen Hobby“ und wirft den Züchtern vor, gegen das Tierrecht zu verstoßen. Sie stellen sich unter anderem gegen den Leistungsgedanken beim Brieftaubensport, bei dem das Wohlbefinden der Tiere im Schlag keine Rolle spiele. Für die Wettkämpfe werden sie zudem von ihrem gewohnten Umfeld getrennt, finden oft nicht mehr den Heimweg und „sterben während der Flüge an Flüssigkeitsmangel, Hunger, Erschöpfung oder Verletzungen“, heißt es auf der Internetseite von Peta.

Der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter dementiert die Vorwürfe systematischer Tierquälerei als „haltlos“. Einer Pressemitteilung des Verbands zufolge liegen die Distanzflüge bei Wettkämpfen „dem natürlichen Heimfindevermögen der Tiere zugrunde und können nur erfolgreich gestaltet werden, wenn den Tieren optimale Bedingungen geboten werden sowie ein Heimatschlag, in dem sie sich wohl fühlen.“ Zudem sehen Wettbewerbe ein „tierschutzrechtlich einwandfreies“ Regelwerk vor, welches jedes Jahr ausgearbeitet werde. Auch die Bedingungen des Tiertransports zum Auflassort werden regelmäßig auf den aktuellen Stand der Technik und Zertifizierung gebracht, heißt es vom Verband.

Ratten der Lüfte für die einen. Unendliche Faszination und Freude für die anderen. Reiner Weißenstein züchtet seit gut 50 Jahren Brieftauben.

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Tierschützer und Aktivisten kritisieren die Taubenzucht und Wettflüge mit Brieftauben. Die Tierrechtsorganisation Peta spricht von einem „grausamen Hobby“ und wirft den Züchtern vor, gegen das Tierrecht zu verstoßen. Sie stellen sich unter anderem gegen den Leistungsgedanken beim Brieftaubensport, bei dem das Wohlbefinden der Tiere im Schlag keine Rolle spiele. Für die Wettkämpfe werden sie zudem von ihrem gewohnten Umfeld getrennt, finden oft nicht mehr den Heimweg und „sterben während der Flüge an Flüssigkeitsmangel, Hunger, Erschöpfung oder Verletzungen“, heißt es auf der Internetseite von Peta.

Der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter dementiert die Vorwürfe systematischer Tierquälerei als „haltlos“. Einer Pressemitteilung des Verbands zufolge liegen die Distanzflüge bei Wettkämpfen „dem natürlichen Heimfindevermögen der Tiere zugrunde und können nur erfolgreich gestaltet werden, wenn den Tieren optimale Bedingungen geboten werden sowie ein Heimatschlag, in dem sie sich wohl fühlen.“ Zudem sehen Wettbewerbe ein „tierschutzrechtlich einwandfreies“ Regelwerk vor, welches jedes Jahr ausgearbeitet werde. Auch die Bedingungen des Tiertransports zum Auflassort werden regelmäßig auf den aktuellen Stand der Technik und Zertifizierung gebracht, heißt es vom Verband.

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