Aufmerksam spielt das Duo Naemi Langhans an der Klarinette und Elias Bayha am Klavier.
Aufmerksam spielt das Duo Naemi Langhans an der Klarinette und Elias Bayha am Klavier. (Foto: Helmut Voith)

Während anderswo in der Stadt die Narren los waren, galt am Freitag und Samstag in der Städtischen Musikschule höchste Konzentration, denn da haben 125 Teilnehmer aus dem Bodenseekreis und dem Kreis Sigmaringen im 56. Wettbewerb von „Jugend musiziert“ um Punkte gekämpft.

„Ich bin stolz auf jeden, der teilnimmt, und habe auch eine große Hochschätzung für das, was ihre Lehrer leisten“, sagt Musikschulleiterin Sabine Hermann-Wüster. Auch wenn am Tag des Wettbewerbs keine Krankmeldungen mehr kamen, ist doch die Zahl der Teilnehmer gegenüber früheren Jahren stark rückläufig – vor fünf Jahren hatten sich noch 230 gemeldet. „Mit G8 fehlt ein ganzer Schuljahrgang“, bedauert Hermann-Wüster. Umso mehr Wertschätzung würden die erfahren, die trotz der Vorbereitung aufs Abitur mitmachen. Eine Freude sei es, die tollen Leistungen zu sehen, zu erleben, wie sich das wochenlange Üben lohnt, welche Sprünge die jungen Musiker in ihren Leistungen machen. Da sei es letztlich nicht wichtig, ob sie die Spitzenpunktzahlen erreichen: „Ich möchte, dass sie’s probieren“, sagt die Leiterin. Dabeisein ist alles.

Nach und nach treffen immer mehr junge Musikerinnen und Musiker ein, meist sind die Eltern dabei und vielleicht noch aufgeregter als ihre Kinder. „Wie fühlst du dich?“, will die SZ von Elias Bayha wissen, der seine Duo-Partnerin Naemi Langhans, die Klarinette spielt, am Klavier begleitet. „Gut“, kommt es prompt – ihm ist keine Anspannung anzumerken.

Andrea Grözinger, stellvertretende Leiterin der Musikschule Langenargen, begleitet ihre Klavierschüler. „Heute bin ich tiefenentspannt“, strahlt sie, „ich freue mich, dass meine Schüler endlich präsentieren dürfen, was sie geübt haben“. Eine Woche zuvor war sie mit den Gesangsschülern in Wangen. Da sei die Anspannung größer gewesen, denn die Stimme kann immer mal Streiche spielen, während am Klavier ein kratziger Hals nicht so schlimm ist. „Jetzt kümmere ich mich um meine Mädels“, sagt sie und geht weiter. Auch der Langenargener Musikschulleiter Florian Keller ist gekommen, um zu schauen, was seine Schützlinge machen.

Schlagzeug ist der Renner

Und schon gehen die Türen wieder auf zum Anton-Elflein-Saal, das erste Duo der Altersgruppe II hat’s geschafft, jetzt kommen Klavier und Querflöte dran. Aufmerksam hören die Juroren aus Feldkirch, Neckar-gmünd, Singen, Aschaffenburg und Altusried zu.

Während dieses Jahr das Schlagzeug der Renner war – die Wertungsspiele für die Schlagzeuger haben schon am Freitag angefangen – und auch die „Königsdisziplin“ der Violine recht gut vertreten war, hatten es die Musikschulen nicht leicht, Ensembles für die Kombinationen Klavier und ein Holzblasinstrument zu finden – schließlich sollten beide Partner auf gleichem Niveau spielen. Schön war zu erleben, wie der Anspruch steigt, welcher Sprung zwischen der Altersgruppe II und III zu hören war.

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