Übergang zwischen Schule und Beruf meistern

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Interessierte Zuhörer in den Räumen des CJD Friedrichshafen in der Konstantin-Schmäh-Straße: Elke Bott- Eichenhofer (re.) ging in ihrem Rückblick auf „20 Jahre Jugendberufshilfe an beruflichen Schulen im Bodenseekreis“ auf die Lebensrealitäten von bildungsbenachteiligten Jugendlichen und die Arbeit der „Jugendberufslotsen“ ein. (Foto: Brigitte iGeiselhart)
Brigitte Geiselhart

Der Knackpunkt liegt im Übergang zwischen Schule und Beruf. Immer mehr Jugendliche haben Schwierigkeiten mit dem Lernen, aber auch mit den gestiegenen Anforderungen in der Berufs- und Arbeitswelt. Hier setzt die Jugendberufshilfe an den beruflichen Schulen im Bodenseekreis an – und das schon seit 20 Jahren. „Es herrschte eine gewisse Aufbruchsstimmung. Wir waren damals echte Pioniere“, konstatiert Elke Bott-Eichenhofer von der Angebotsleitung „Migration-Integration und Jugendsozialarbeit“ des Christlichen Jugenddorfwerks (CJD), das zum Festakt in die Räume des CJD Friedrichshafen in der Konstantin-Schmäh-Straße auch Vertreter der Berufsschulen, Handelskammern und der Agentur für Arbeit eingeladen hatte.

In seinem Vortrag zum Thema „Jugend 2019 – Generation What! Zwischen Pragmatismus und Posing – Herausforderungen für Schule und Jugendsozialarbeit“ setzte sich Professor Andreas Lange von der Hochschule Ravensburg-Weingarten unter anderem mit den Zeitressourcen und Zeitrestriktionen junger Menschen mit Blick auf ihren mediatisierten Alltag auseinander. „Jugendliche sind aktuell mit vielen Widersprüchen konfrontiert“, sagt Professor Lange. Es gäbe zum Beispiel viele virtuelle aber wenig reale Räume, in denen sie sich ausprobieren könnten. Hier sei ein wesentlicher Ansatzpunkt der heutigen Jugendsozialarbeit. Vor dem Hintergrund der Polarisierung der Wohlstandslagen seien insbesondere Schüler aus benachteiligten sozialen Lagen verstärkt zu fördern.

Dank an Kooperationspartner

„Es ging immer nur gemeinsam“, betonte Elke Bott-Eichenhofer in ihrem Rückblick. Ihr Dank galt vor allem auch den Kooperationspartnern, mit denen stets verlässliches und tatkräftiges Teamwork möglich gewesen sei. Wichtiger denn je sei die Verstetigung der Arbeit der „Jugendberufslotsen“ und ihre Begleitung bildungsbenachteiligter Jugendlicher, so Bott-Eichenhofer. Zielgruppe der Jugendberufslotsen sind in erster Linie Schüler des Vorqualifizierungsjahres Arbeit und Beruf (VAB) und des Berufseinstiegsjahres (BEJ), ehemalige VAB/BEJ-Schüler in Ausbildung, Schüler der ein- und zweijährigen Berufsfachschule, sowie des Vorqualifizierungsjahres Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse (VABO). Die Arbeit der Jugendberufslotsen ist in Friedrichshafen an der Droste-Hülshoff- und der Claude-Dornier-Schule, sowie in Überlingen an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule und der Justus von Liebig Schule angesiedelt.

Das CJD ist ein bundesweit tätiges Jugend-, Bildungs-, und Sozialwerk, das jugendlichen und erwachsenen Menschen Ausbildung, Förderung und Unterstützung in ihren aktuellen Lebenssituationen anbietet. Nach dem Motto „Keiner darf verloren gehen“ orientiert es die Inhalte seiner Arbeit am christlichen Menschenbild. Mehr als 155 000 Menschen nehmen jährlich bundesweit an über 150 Standorten die Angebote des CJD wahr.

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