ÖDP-Abgeordneter warnt vor „schädlichen Strahlen durch Mobilfunk“

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 Annedore Schmid (links) und Sylvia Hiß-Petrowitz danken Professor Buchner für seinen Vortrag.
Annedore Schmid (links) und Sylvia Hiß-Petrowitz danken Professor Buchner für seinen Vortrag. (Foto: ödp)
Schwäbische Zeitung

Die Ökologisch-Demokratische Partei hat zu einem Vortrag über „5G-Mobilfunk und seine gesundheitlichen Gefahren“ in das Hotel Goldener Hirsch eingeladen. Referent war Professor Klaus Buchner, der seit 2014 für die ÖDP im Europäischen Parlament sitzt.

Buchner berichtete zunächst über seine Arbeit in Brüssel. Ein Schwerpunkt sei dort in den letzten fünf Jahren die kritische Auseinandersetzung mit den von der EU mit anderen Wirtschaftsräumen ausgehandelten Freihandelsabkommen. Buchner klagte gegen die Abkommen mit Kanada und Japan jeweils bis zum Bundesverfassungsgericht, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Das Thema Freihandelsabkommen war aber nicht das einige Gebiet seines Wirkens als EU-Abgeordneter. Er war laut ÖDP verantwortlich für die Gesetzgebung zur Exportbeschränkung von Überwachungstechnik (gegen zahlreiche Widerstände), war maßgeblich am Verbot (mit Ausnahmen) von Früh- und Kinderehen beteiligt und hat erfolgreiche Initiativen für den Frieden im Iran und in der Westsahara sowie zur Überwachung von Tiertransporten mitgetragen.

Derzeit kämpft Buchner für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien und einen strahlungsarmen und gesundheitlich unbedenklichen Mobilfunk. Buchner sieht bereits im derzeitigen Mobilfunkstandard 4G ein Problem. Mobilfunk sende schädliche Strahlen aus und beeinträchtige dadurch die Gesundheit der Menschen. Buchner nannte als Beispiele Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Tinnitus oder Gedächtnisstörungen. Ein nicht zu unterschätzender Teil der Bevölkerung reagiere sensibel darauf. „Es handelt sich nicht um ein Problem von einigen wenigen, sondern um eine Volkskrankheit, die Millionen Menschen betrifft“, so der Europaabgeordnete.

Die „fünfte Generation“ des Internets 5G sei noch problematischer als ihre Vorgänger. Meistens habe man noch höhere Strahlungsintensitäten. Für die selbstfahrenden Autos seien entlang aller Straßen Funkstationen im Abstand von 100 bis einigen 100 Metern geplant, die „eng gebündelte Strahlen großer Intensität“ senden. Dadurch werde die Strahlenbelastung erheblich ansteigen. Außerdem sei mit 5G eine weitgehende Überwachung auch der Privatsphäre möglich.

Buchner betonte in seinem Vortrag, dass er den Menschen das Handy nicht verbieten wolle. Vielmehr setze er sich für einen Mobilfunk ein, der die Menschen nicht belastet. Das sei technisch möglich. „Der Europarat schlägt einen Grenzwert von 100 Mikrowatt pro Quadratmeter vor, was ein Hunderttausendstel des derzeit in Deutschland gültigen Grenzwertes ist. Das reicht aus für ein funktionsfähiges Mobilfunknetz“, so der Europaabgeordnete.

Um die „Gefahren durch Funkstrahlen“ zu verringern, rät der Referent dazu, beim Telefonieren Headsets zu benutzen oder Handygespräche nur bei gutem Empfang zu führen. „Das Mobiltelefon sollte nicht angeschaltet in der Hosentasche mitgeführt werden“, empfiehlt der ÖDP-Politiker. Im Auto sollte man das Gerät ausschalten. Den Gebrauch von Schnurlostelefonen in Wohnungen und Büros sollte man laut Buchner ganz vermeiden.

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