Pavel Gomziakov glänzt als Solist

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Die Südwestdeutsche Philharmonie präsentiert selten gehörte finnische Werke in der Burchard-Halle in Frickingen.
Die Südwestdeutsche Philharmonie präsentiert selten gehörte finnische Werke in der Burchard-Halle in Frickingen. (Foto: martin samland)
Schwäbische Zeitung
Martin Samland

Einen außergewöhnlichen Konzertabend hat es in Frickingen gegeben. Im Rahmen der Salemertal-Konzerte spielte die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz unter der Leitung von Dirigent Ari Rasilainen. Im Mittelpunkt des Herbstkonzerts mit dem Titel „Unabhängigkeit“ stand in diesem Jahr der russische Virtuose Pavel Gomziakov als Solist am Cello.

Kurz vor Konzertbeginn war der Besucherandrang schon groß. Während sich das Orchester noch warm spielte, war im Foyer beim Sektempfang teilweise kein Durchkommen mehr. Voller Vorfreude stimmten sich die Gäste auf den Konzertabend ein. Dann wurden endlich die Türen geöffnet und die Konzertgänger strömten in die Halle.

Kaum hatten die Musiker ihre Instrumente gestimmt, betrat Dirigent Ari Rasilainen unter lautem Applaus die Bühne. Mit dem „Karneval, Ouvertüre A-Dur op. 92“ von Antonin Dvorák gelang den Konstanzer Symphonikern sogleich ein fulminanter Einstieg in ihr Programm. Die folkloristischen Elemente der 1891/92 entstandenen Ouvertüre mit ihrem vielfältig zu hörenden Blas- und Schlagwerk in der Instrumentation waren unverkennbar. Mit dem zweiten Stück des Abends rückte das Cello in den Mittelpunkt. Beim „Cellokonzert Nr.1 a-Moll op. 33“ von Camille Saint-Saens glänzte Pavel Gomziakov als Solist am Cello. 1872 entstand das Meisterwerk, das als eines der größten Werke für das Soloinstrument Cello gilt. Das Instrument ist im Stück natürlich dauerhaft klanglich präsent und vor allem der dritte Satz gehört zu den technisch am schwersten zu spielenden Cellopassagen. Eindrucksvoll bewies Gomziakov aber, dass er zu Recht zur internationalen Weltspitze an seinem Instrument gehört. Aufgewühlt von den Klängen hatten die Zuhörer dann die Gelegenheit, sich in der Pause wieder ein wenig zu beruhigen. Nicht allerdings, ohne den Solisten vorher mit einem lang anhaltenden Applaus von der Bühne zu geleiten.

In der Pause nutzten viele Zuhörer die Chance, mit den Musikern ins Gespräch zu kommen, die sich unters Publikum gemischt hatten. Neu eingestimmt ging es dann nach der Pause in den zweiten Konzertteil. Hier erwartete die Zuhörer zwei Beiträge des bei uns eher noch unbekannteren finnischen Komponisten Uuno Klami. Als erstes Stück spielten die Musiker die „Cheremissian Fantasie op. 19“ aus dem Jahr 1931. In diesem Titel hatte der Komponist finnische Volksmelodien verarbeitet, die vom Solo-Cello von Gomziakov getragen wurden. Das zweite Stück war die monumentale „Kalevala Suite op. 23“ aus dem Jahr 1933/34, die als eines der bekanntesten Stücke des Komponisten gilt. In fünf charakterstarken Klangbildern ließ sich Klami bei der Schaffung seiner Komposition vom finnischen Nationalepos „Kalevala“ inspirieren. Mit dieser doch ungewöhnlichen Programmauswahl stellte der ebenfalls aus Finnland stammende Dirigent Ari Rasilainen einen interessanten Komponisten seiner skandinavischen Heimat vor.

Die finnische Unabhängigkeit feiert in diesem Jahr ihren hundertsten Geburtstag. So erklärt sich auch der Titel des Konzerts „Unabhängigkeit“ mit seiner Reverenz an den finnischen Komponisten. Viel zu schnell war dann dieses beeindruckende Werk zu Ende und lautstark bedanken sich die Zuhörer beim Konstanzer Orchester für den reichhaltigen Musikgenuss.

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