Musiker spielen für die Knochenmarkspenderdatei

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Für die größte Knochenmark-Typisierungsaktion, die es zumindest in der Bodensee-Region jemals gegeben hat, wurde im Rahmen eines Benefizkonzerts am Samstagabend in der Graf-Burchard-Halle den Gästen ein sehr vielschichtiges Programm geboten. Neben der Jugendkapelle des Musikvereins „Harmonie“ aus Lippertsreute begeisterte der Gospelchor Markdorf das Publikum ebenso wie die Big Band der Musikschule Salem.

Doch bevor die jugendlichen Bläser der „Harmonie“ unter der Leitung von Udo Huber die Eröffnungsfanfare „Vienna Festival Music“ von Otto M. Schwarz mit mitreißendem Elan darboten, informierte Jens Braunschmied von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) das Publikum über die Zusammenhänge der Aktion. So habe die Leukämie-Erkrankung des kleinen Lucas Tylla zwar eine grandiose Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst, während der inzwischen 8100 Blutproben typisiert wurden: „Dennoch sieht die Lage für Lucas immer noch ernst aus, da unter diesen Proben immer noch kein passender Spender gefunden wurde.“

Wie ein Puzzleteil, so Braunschmied, müsse die Probe passen, wobei die Eltern des erkrankten Jungen nur bedingt in Frage kämen: „Da passt das Puzzle-Teilchen eben nur zur Hälfte.“ Mit 420000 Euro beziffert er die aufwendigen Maßnahmen, von denen nun „nur“ noch 30000 Euro fehlen. Um dazu beizutragen, diese Summe aufzubringen, habe sich keiner der angesprochenen Dirigenten und Musikvereine lange bitten lassen. „Auch in Markdorf hatte diese Aktion ein starkes Echo“, so der Leiter des Gospelchores, Hans Jörg Walter. „Ich kenne eine ganze Firma, die mit dem Bus zu Typisierung losgefahren ist!“ Mit „I will follow him“ aus „Sister Act“ und dem traditionellen Spiritual „We shall overcome“ faszinierten die Gospel-Songs das Publikum, bevor die Bühne für die Big Band der Musikschule Salem vorbereitet wurde. Unter der Leitung von Hans-Peter Tress wurden die Zuhörer in die „große Zeit des Swing“ entführt, so der Band-Leiter. „Oh Lady be good“ von George Gershwin oder auch „Fly me to the Moon“ mit der jungen Sängerin Alissa Königsfelder waren die „beschwingten“ musikalischen Zeugnisse dieser Zeit. Sehr vielen helfenden Händen und Institutionen dankte Jens Braunschmied für das Gelingen : „Am meisten aber danken wir der Organisatorin Andrea Krämer, ohne deren Initiative es nicht zu diesem Abend gekommen wäre.“

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