Kleine Geschichten aus der ewigen Stadt

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Dodo Wartmann liest am Freitag aus ihrem Buch "Villa Spada" vor. (Foto: Anja Schuster)
Anja Schuster

Von einem Hund, der am Campo dei fiori auf seinen Herren wartet, der nicht mehr kommt, handelt eine der Geschichten von Dodo Wartmann. Eine andere erzählt von einem Cellokonzert in der Villa Massimo, das so schrecklich war, dass die Katzen zum Jaulen anfingen, eine andere. Kurzweilig, lustig und ein bisschen anders will Dodo Wartmann aus Leustetten die ewige Stadt Rom beschreiben. „Ich habe dort vier Jahre gelebt, und dabei viele Beobachtungen gemacht, viele lustig, manche nachdenklich“, erzählt Wartmann, die Mitglied im Linzgauer Literaturverein ist. Am Freitag wird sie aus ihrem Buch im Alten Rathaus in Leustetten vorlesen.

Das „ewige Manuskript"

Aus ihren Beobachtungen ist nun ein Buch mit Kurzgeschichten entstanden, ein „ewiges Manuskript“, wie sie es nennt. „Ich bin nie zufrieden und ändere ständig etwas“, erzählt sie. Rund 160 Seiten dick ist das entstandene Buch mit dem Titel „Villa Spada“. In dem Titel spiegelt sich die Intention ihres Buches wieder, hinter die Kulissen von Rom zu schauen. Denn der Säulengang der Galerie, dessen Bild auch den Einband ziert, ist eine optische Täuschung. Suggeriert er dem Betrachter doch einen langen Gang, der in Wirklichkeit gar nicht so lang ist.

Eigentlich wollte Wartmann ihre Geschichten gar nicht veröffentlichen. Doch ihre Kolleginnen aus der Gruppe Gamy, einer Vereinigung europäischer Künstlerinnen, hätten sie dazu überredet. „Ich kann nicht von den anderen erwarten, dass sie ihre Sachen liefern und ich nicht“, sagt sie und lacht.

Dabei sei das Buch nicht ihr erstes Werk, erzählt Wartmann, die auch malt. Gegründet hat sie selbst die Gruppe, vor etwa fünf Jahren. „Davor war es eine lose Vereinigung.“ Nach dem Vorbild der Deutschen Frauengruppe Rom sollte die Vereinigung ein Forum für kunstbezogenen Gedankenaustausch und Weiterentwicklung sein. Frauen aus Japan, Kroatien, Italien, Frankreich und natürlich aus dem Bodenseekreis seien Mitglied. „Manchmal klappt es nur über Skype, aber es geht um die Kommunikation.“

Als Herausgeberin im Gamy-Verlag dw bringt die pensionierte Deutschlehrerin auch Zeitzeugenberichte heraus. So veröffentlicht sie unter dem Titel „Ein Stück von meinem Weg“ eine jährlich erscheinende Anthologie, in der Frauen aus ihrem Leben berichten. Heuer erscheint der dritte Band.

Die Lesung findet am Freitag, 15. März, um 19.30 Uhr im Alten Schulhaus (Rathausstrasse 1) in Leustetten statt. Der Eintritt kostet drei Euro. Zudem wird heute Abend um 19 Uhr eine Ausstellung mit Bildern und Fotografien von Dodo Wartmann, Christine Nöh und Gabriela Kätzler in der Galerie am Waldeck eröffnet. Das Thema ist „3 x anders - realistisch, impressionistisch, informell“.

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