Chris Inken Soppa liest aus unveröffentlichtem Text

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Liest aus drei ihrer Romane und stellt zudem ein neues Projekt vor: Chris Inken Soppa.
Liest aus drei ihrer Romane und stellt zudem ein neues Projekt vor: Chris Inken Soppa. (Foto: PR)
Schwäbische Zeitung

Chris Inken Soppa hat am vergangenen Freitag im Rahmen der Mailesung des Linzgau Literatur Vereins im Alten Schulhaus in Leustetten aus ihrem zweiten Roman „Ring der Narren“ gelesen und begeisterte die Zuhörer.

Der „Ring der Narre“ erschien im Jahr 2012 und schon im Untertitel „Kostüm und Offenbarung“ zeichnet sich bereits der Inhalt des Romans ab. Es geht um Narren im Fasching und Narren im Leben, die zwischen selbst gewählter Kostümierung, zwischen Wahrheitssuche und Offenbarung taumeln. Hauptfigur ist Milton Meier ein im realen Leben Gescheiterter, der trotz zwei Universitätsabschlüssen in Maschinenbau und Philosophie keiner angemessenen Arbeit nachgeht sondern stattdessen tagträumerisch sein Phlegma pflegt. Seine Sinnsuche konfrontiert ihn immer wieder mit dem ganz Alltäglichem, das es zu bewältigen gilt, und über das er zu philosophieren scheint. Ein Charakter, sympathisch und sperrig gleichzeitig. Und der Zuhörer entdeckt : Ein bisschen Milton steckt in jedem von uns.

Im Roman „Unter Wasser“ geht es um Veränderungen und Lebensfragen. Beim Schwimmen im Bodensee am Konstanzer Ufer widerfährt dem überreizten und erfolglosen Filmregisseur Thomas etwas Ungewöhnliches: Er wird vom Blitz getroffen, und fortan löst die mysteriöse Frau, die ihn aus dem Wasser rettet, eine Welle an Veränderungen und Fragen in seinem Leben aus.

Chris Inken Soppas ausgefeilter Schreibstil, ihre Wendigkeit und der feine ironische Unterton beschreiben vorzüglich Figur und Situation und lassen dennoch Raum zum Weiterdenken. Dies zeigte sich in allen Texten, die sie vortrug. Wie eine aufwändig ziselierte Schnitzerei setzen sich Beobachtungen in Worten zusammen und ergeben ein wunderbares Sprachwerk, das Lust zum Weiterhören oder Weiterlesen macht..

Die ehemalige Moderatorin las in der richtigen Tonlage und gekonnt im Ausdruck vor. Kein Wunder, dass die Anwesenden begeistert waren. Ein Zuhörer äußerte anerkennend: „Es war wunderbar, ich hätte stundenlang zuhören können. Tolle Texte. Die kann was.“

Neben einer Leseprobe aus dem Manuskript eines dritten Romans, gab die Autorin auch Einblick in andere bislang unveröffentlichte Texte. Zusammen mit ihrem Mann, dem Grafiker Ralf Steiger, startet ein bemerkenswertes Projekt. Es heißt „Animalikon“. Auf nachdenklich witzige Weise „porträtiert“ Ralf Steiger 24 Tiere und bildet jedes einzelne in einer Art Tierikone ab. Chris Inken Soppa hat zu jedem eine originelle Sprachminiatur verfasst. Das Buch wird im Herbst erscheinen.

Die Junilesung im Linzgau Literatur Verein findet am 20.Juni im Alten Schulhaus in Leustetten statt. Es liest Antonio Timpano aus Markdorf.

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