Ausstellung widmet sich der Biene

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Die von Birgit Bergmüller konzipierte Sonderausstellung stellt heraus, wie bedeutend Bienen für den Menschen sind.
Die von Birgit Bergmüller konzipierte Sonderausstellung stellt heraus, wie bedeutend Bienen für den Menschen sind. (Foto: martina wolters)
Martina Wolters

Seit Jahren warnen Wissenschaftler vor dem weltweiten Bienensterben und den fatalen Folgen für den Menschen. In der Gemeinde Frickingen dreht sich seit Mai alles um das drittwichtigste Nutztier. Bis zum 23. September gibt es im Bodensee-Obstmuseum eine Sonderschau mit jeder Menge Wissenswertem über Lebenszyklus, Kommunikation oder Nutzen der gelb-schwarz gestreiften Insekten. Zusätzliche Veranstaltungen beleuchten die Bienenthematik von vielen Seiten. Am Mittwoch steht der preisgekrönte Dokumentarfilm „More than honey – Bitterer Honig“ auf dem Programm.

Warum sich Initiatorin Birgit Bergmüller in der Sonderausstellung „Bienen als Bestäuber – Allroundtalent Bienen im Obstbau“ mit Honig- und Wildbienen auseinandergesetzt hat, liegt für sie klar auf der Hand. „Wir leben in einer Obstbaugemeinde und das Bestäuben unserer Obstanlagen ist enorm wichtig“, erklärt die Frickinger Koordinatorin für Tourismus und Kultur. Kinder und Erwachsene sollen gleichermaßen für das Thema sensibilisiert werden. Die Ausstellung sei auch interessant für Schulklassen, unterstreicht Bergmüller.

Hälfte der Arten ist gefährdet

Informationen sind reichlich vorhanden im Museum im Ortskern, das in einer Dauerausstellung auch die Obstbaugeschichte erzählt. Der interessierte Besucher erfährt etwa, dass 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge in Deutschland von den Bienenvölkern abhängig sind. 560 verschiedene Wildbienenarten leben in Deutschland, die Hälfte ist laut Museumsinformationsmaterial in ihrem Bestand gefährdet.

Wie oft die Biene täglich ausfliegt und wie viel Blüten sie beim Pollen und Nektar sammeln bestäubt, wird ebenfalls aufgezeigt. Interessierte finden Angaben zu Bienentreue, Flugmodus oder Arbeitsteilung. Auch wie jeder selbst aktiv werden kann, wird thematisiert.

Um möglichst vielen Menschen viele Bienenfacetten nahe zu bringen, hat Bergmüller ein Rahmenprogramm konzipiert. Als ein „Highlight“ stellt sie den mehrfach preisgekrönten Film des Schweizer Filmregisseurs Markus Imhoof heraus. Die Dokumentation wird am Mittwoch, 19. Juli, um 20.15 Uhr im Altheimer Lagerhäusle gezeigt und wurde unter anderem mit dem Bayerischen Filmpreis 2012 und dem Deutschen Filmpreis 2013 ausgezeichnet. Imhoof beschäftige sich mit den Ursachen des Bienensterbens und mit den Konsequenzen für Mensch und Natur, erläutert die Kulturamtsleiterin. Sie erzählt, der in Winterthur geborene Regisseur zeige verschiedene Arten der Imkerei. Unter anderem könne der Kinobesucher erleben, wie ein amerikanischer Imker seine Bienenvölker Tausende Kilometer durch Amerika transportiere. „Die Filmdokumentation ist total spannend“, findet Bergmüller.

Über das Filmhighlight hinaus hebt sie noch weitere Veranstaltungspunkte hervor. So kann am 16. August im Rahmen des Kinderferienprogramms ein Bienenhotel gebaut werden. Am 25. August steht eine Honigverkostung mit Bienenzüchterin Barbara Dorn auf dem Programm. Im September rückt der gesundheitliche Aspekt in den Vordergrund. Mit Expertengesprächen zur „kleinsten Apotheke der Welt“ oder Bienenprodukten in der anthroposophischen Medizin. Außerdem werden Bücher vorgestellt, die das nützliche Insekt zum Thema haben.

Die Ausstellung im Obstmuseum ist immer sonntags von 10.30 bis 12 Uhr geöffnet. Führungen nach Vereinbarung. Infos zum Begleitprogramm gibt es unter

www.frickingen.de

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