Gedächtnis der Gemeinde stellt sich vor

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Die ehrenamtlich tätigen Experten vom Gemeindearchiv, Jürgen Saur (links) und Hans Bertele, freuen sich über den Tag des offenen
Die ehrenamtlich tätigen Experten vom Gemeindearchiv, Jürgen Saur (links) und Hans Bertele, freuen sich über den Tag des offenen Denkmals, wenn sie den Besuchern das „Gedächnis“ der Gemeinde präsentieren. (Foto: ah)
Freier Mitarbeiter

Das Eriskircher Gemeindearchiv öffnet am Sonntag, 9.September, öf von 10 bis 16 Uhr seine Pforten und begibt sich mit interessierten Bürgern auf eine spannende und geschichtlich wertvolle Reise. „Wir möchten die Vergangenheit lebendig machen, eintauchen in die Geschichte unserer Gemeinde aber auch appellieren, uns Bilder, Filmmaterial und sonstige historische und gegenwärtige Archivalien, die nicht mehr benötigt werden, zur Verfügung zu stellen. Nur so kann die Historie Eriskirchs auch für kommenden Generationen nachvollziehbar gesichert werden“, sagt Gemeindearchivar Hans Bertele.

Er ist ein wandelndes Geschichtsbuch, nennt sich aufgrund seiner familiären Verwurzelung ein Urgestein Eriskirchs und kümmert sich seit über 20 Jahren mit großem Sachverstand und mit viel Herz um die Geschichte seiner Heimat: Hans Bertele, 75-jähriger ehrenamtlicher Gemeindearchivar, hegt und pflegt, dokumentiert und archiviert alles, was mit der Geschichte der Schussengemeinde im Zusammenhang steht.

Ihm zur Seite steht seit drei Jahren Jürgen Saur, der sich vorwiegend um technische und mediale Inhalte im Archiv kümmert. Zigtausende Dias und Fotoaufnahmen, alte und neuere Filme, Urkunden, unzählige Dokumente, aber auch historische Gegenstände samt entsprechender Niederschriften aus dem Gemeindeleben samt vielen weiteren Archivalien müssen akribisch nach Themen erfasst, manuell katalogisiert und sicher für die Nachwelt abgelegt werden. „Ordnung ist das halbe Leben, in der Archivarbeit das Ganze. Ohne Struktur bist du hier schnell verloren. Dabei ist es wichtig, diese einmaligen Erinnerungen nicht nur zu bewahren, sondern diese auch, sofern technisch machbar, für die Nachwelt zu digitalisieren“, erklärt Bertele. Hier kommt Jürgen Saur ins Spiel. Der studierte Chemieingenieur kennt sich aus. „Das Umwandeln von analogen Schriften, Bildern und Filmen ist an sich kein Hexenwerk, die Technik hierfür existiert. Es ist die Zeit, die investiert werden muss. Schließlich reden wir alleine von abertausenden von Fotos, die aufgearbeitet werden müssen“. Seit rund einem halben Jahr arbeiten die beiden leidenschaftlichen Geschichtspilger an den Vorbereitungen für den Tag des offenen Denkmals. Ziel sei es, die heimische Geschichte wahrnehmbar zu machen. Einzutauchen in Ereignisse, die nicht nur die Kommune an sich, sondern auch die Bürger, Vereine und Kirchen, das Leben, prägten. „Es ist elementar, dass sich die Menschen mit der Vergangenheit beschäftigen, denn ohne diese gäbe es keine Zukunft. Zugleich möchten wir der Öffentlichkeit am Tag des offenen Denkmals zeigen und erklären, wie und warum wir unsere Historie im Archiv reflektieren und für die Zukunft sichern. Zudem gibt es neben weiterem tolle Filmvorführungen zu sehen“, kündigt Bertele an.

Neben der Beleuchtung und Konservierung historischer Objekte pflegen die beiden Männer auch die jüngste Vergangenheit Eriskirchs. Dazu zählten laut Saur beispielsweise Filme und Fotos von der Seegfrörne, der 700- oder 750-Jahr-Feier, von Hochwasserereignissen, von Fasnetsveranstaltungen oder von den Brückensanierungen. „Leider haben wir kaum Bilder und Filme, die die Zeit vor den großen Kriegen abbildet“, bedauert Jürgen Saur und hofft diesbezüglich auf die Bürger.

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