Eriskircher Strandbadsteg ist Geschichte

Lesedauer: 4 Min
„Hier entsteht ein besonderer Erholungsort“: Auch die Plattform des maroden Badestegs wird nicht mehr lange stehen. Derzeit werd
„Hier entsteht ein besonderer Erholungsort“: Auch die Plattform des maroden Badestegs wird nicht mehr lange stehen. Derzeit werden die Flussbausteine vom Uferbereich entfernt. (Foto: ah)
Schwäbische Zeitung
Andy Heinrich

Die Renaturierung im Strandbad Eriskirch laufen seit Ende Januar auf Hochtouren. Derzeit werden dort im Bereich des Ufers und im angrenzenden Abschnitt des Grillplatzes mit schwerem Gerät die Flussbausteine losgebrochen und der Strandabschnitt für die Abflachung vorbereitet. Der Badesteg ist bereits zum Großeil abgerissen. Die Kosten betragen etwa 900000 Euro, wovon 70 Prozent das Land trägt.

Der geplante Wasserspielplatz kostet die Gemeinde voraussichtlich 220000 Euro, die Arbeiten sollen bis Ende April abgeschlossen sein. Im Juli 2016 hat der Gemeinderat die Uferrenaturierung im Strandbad sowie am benachbarten Grillplatz beschlossen. Hintergrund ist die Tatsache, dass im Bereich des Strandbades eine massive Verbauung vorhanden ist. Laut Aussage des Regierungspräsidiums (RP) Tübingen ist der etwa 325 Meter lange Abschnitt der Badeeinrichtung mit Blocksteinen hart verbaut und der Uferverlauf infolge einer Aufschüttung der 70er-Jahre nicht mehr identisch mit der natürlichen Uferlinie. Die Lage des sensiblen Ökosystems der umgebenden Landschaft mache die Renaturierung zu einem prioritären Anliegen des Landes Baden-Württemberg.

Flusssteine massiver als gedacht

Eine vollständige Rückführung des Ursprungzustandes sei aufgrund der weiter angestrebten Nutzung des Strandbades nicht möglich. „Das prinzipiell Machbare liegt im Rückbau der Blockverbauung und der Herstellung von leicht abfallenden Böschungen mit gebietstypischen Ufersubstrat, um eine ökologische Verbesserung der Situation herzustellen“, teilte das RP mit.

Wie Eriskirchs Ortsbauleiter Frank Jehle bestätigt, liegen die Arbeiten im im Zeitplan, der niedrige Wasserstand und der angefrorene Boden wirkten sich trotz des Wintereinbruchs positiv auf die Arbeiten aus. Neben weiteren Vorbereitung habe man die vorhandenen Eichen und Birken im Vorfeld eingezäunt sowie die Baustraße verstärkt, um die Bäume und Vegetation vor Beschädigungen durch Baumaschinen und Lastwagen zu schützen.

Abgerissen wurde inzwischen der marode Badesteg, der durch eine barrierefreie Rampe ersetzt werden soll. Probleme hätten die Vorarlberger Flusssteine bereitet, die damals massiver und mehrschichtiger verbaut wurden, als zunächst angenommen: „Erstaunlich war zudem, dass wir in diesem Bereich deutliche Mengen an Unrat und Müll vorgefunden haben, der eindeutig nicht nur vom See angespült worden sein konnte“, berichtet der Experte.

Im Zuge der Renaturierung dürften sich besonders auch die jüngsten Besucher freuen. Für etwa 220000 Euro lässt die Gemeinde einen ufernahen Wasserspielplatz mit Piratenschiff, Wasserlauf, Archimedischer Schraube, Hängematte, Pumpen und weiteren Spielmöglichkeiten bauen. Ergänzt werden soll das Gesamtpaket mit Liegeplattformen und Granitsitzbänken um die Bäume sowie mit der Neugestaltung des öffentlich zugänglichen Grillplatzes. „Die Kosten für die Uferverflachung, den Stegabbruch, die Rampe, sowie für den Seezugang samt Plattform werden zwischen Land und Gemeinde mit 70 zu 30 Prozent aufgeteilt. Somit bleibt für Eriskirch ohne Spielplatz ein Anteil in Höhe von von etwa 300000 Euro. Aus dem Rathaus heißt es: „Hier entsteht ein besonderer Erholungsort mit nun freier 270-Grad-Panorama-Fernsicht bei gleichzeitigem Mehrwert und einer Belebung für die dortige Fauna und Flora.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen