Bürger mögen das neue Strandbad-Ufer

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Schwäbische Zeitung
Michael Tschek

Die Gemeinde Eriskirch hat am Montag Bürger in ihr Strandbad eingeladen, um sich bei diesem Ortstermin über das geplante Vorhaben der Uferrenaturierung ein Bild zu machen. Wenn auch zu dieser Tageszeit nicht allzu viele Eriskircher kamen, so war doch eine positive Reaktion auf das Vorhaben bei den Anwesenden herauszuhören.

Zu diesem Ortstermin hatte die Gemeinde Klaus Kersting vom Referat 53 „Landesbetriebsgewässer“ im Regierungspräsidium Tübingen und Christian Seng vom Planungsbüro „365 Freiraum und Umwelt“ aus Überlingen eingeladen, die mittels Plänen und einer Montage den zukünftigen Uferverlauf darstellten.

Diesem Termin vorausgegangen war eine Überlegung des Eriskircher Gemeinderates, den Uferbereich des Strandbades aufzuwerten. Dem wurde dann auch zugestimmt und die Einleitung eines Planungsverfahrens beschlossen (die SZ berichtete darüber). Die jetzige massive Uferbebauung entspreche nicht mehr den heutigen Vorstellungen und würde nicht nur „erhebliche Probleme“ in Rahmen der Unterhaltung, sondern auch Verletzungsfahren für die Badegäste in sich bergen, meinte Bürgermeister Markus Spieth bei der Begrüßung.

Bäume erhalten

Christian Seng und Klaus Kersting stellten dann mittels Plänen und Holzpflöcken, verbunden mit Farbmarkierungen ihre Ideen vor, wie im Strandbad das Nützliche mit dem Ökologischen in Einklang gebracht werden könnte. So nach ihren Vorstellungen unter anderem das bestehende Gehölz „weitgehend erhalten“ bleiben, eine Böschungsneigung hergestellt werden, um die Badenutzung zu vereinfachen und Sitz- und Ruhebänke an den alten Bäumen in der ersten Reihe angebracht werden. Das Strandbad soll dadurch wieder näher ans Ufer herangebracht werden. Auch für den zu sanierenden Steg hatten die beiden einen Lösungsvorschlag. So soll an seiner Stelle eine schiefe Rampe errichtet werden, die damit Rollstuhl- und Behindertengerecht wäre. Daran anschließend sei eine Wasserspiellandschaft für Kinder und Eltern vorgesehen.

Später soll die Renaturierung auch beim benachbarten Grillplatz fortgesetzt werden. Es soll auch eine Beobachtungsplattform am Vogelschutzgebiet geben. Natürlich konnten nicht alle Fragen der Anwesenden wie „Geht durch die Ufer-Neigung Gelände auf der Liegewiese verloren?“, oder „Was ist mit dem Seegras, das möglicherweise angeschwemmt wird?“ beantwortet werden. Doch insgesamt war eine positive Stimmung für das geplante Vorhaben herauszuhören. Für die vorgesehene Version mit Rampe sind nach Einschätzung von Markus Spieth zwischen 800 000 und 900 000 Euro eingeplant, wobei das Land für die Renaturierung 70 Prozent einbringen würde. So würden auf die Gemeinde rund 300 000 bis 500 000 Euro zukommen, weil die Einrichtung von Rampe oder Wasserspielelandschaft nicht in das Renaturierungs-Programm fallen würde. Baubeginn soll 2016/2017 sein.

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