Teamleiterin Lisa Sauter (links) und Minister Manfred Lucha (vierter von rechts) sind stolz auf die gelebte Inklusion und Integ
Teamleiterin Lisa Sauter (links) und Minister Manfred Lucha (vierter von rechts) sind stolz auf die gelebte Inklusion und Integration im Zeltlager Schwende. (Foto: Corinna Konzett)
Schwäbische Zeitung

Baden-Württembergs Minister für Soziales und Integration, Manfred Lucha, hat am Mittwoch das Zeltlager Schwende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Deggenhausertal besucht und hat Einblicke in das Leben im Zeltlager bekommen.

Seit einer Woche verbringen dort 17 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren ihre Ferien. Die Hälfte der Teilnehmer sind Flüchtlinge, außerdem sind zwei Jugendliche mit geistiger Behinderung dabei. „Hier kann man sehen, was Integration und Inklusion wirklich heißt“, sagt Teamleiterin Lisa Sauter. In die Planung der Freizeit seien alle Teilnehmer fest eingebunden worden. Jeder leiste, was er kann. Die kulturellen Unterschiede spielen, laut Sauter, im Zusammenleben keine Rolle.

Wichtige Arbeit im Zeltlager

Der einstündige Besuch im Zeltlager Schwende war nicht der Erste für Manfred Lucha. In diesem Jahr komme er aber besonders gerne. „Als Minister für Soziales und Integration ist es für mich natürlich besonders wichtig, was ihr hier macht“, sagt er. In der Freizeit könne man andere Kulturen am besten kennenlernen. Besonders lobte Lucha Teamleiterin Lisa Sauter und Steffen Bassani, Leiter der BDKJ Ferienwelt. „Was ihr schafft, könnte der Staat in 1000 Jahren nicht machen“, sagt er. Ulrich Müllerschön, Diözesanleiter des BDKJ, stimmt Lucha zu: „Euer Engagement ist unbezahlbar.“ Für ihn sei es besonders wertvoll zu sehen, wie die Jugendlichen abends gemeinsam am Lagerfeuer deutsche, englische und arabische Lieder singen. Das schaffe ein Gemeinschaftsgefühl, egal wie unterschiedlich man sei.

Trotzdem habe es auch in diesem Zeltlager Schwierigkeiten gegeben. „Für manche Jugendlichen war es schwierig eine Frau als Chefin zu akzeptieren“, sagt Lisa Sauter. Auch der Speiseplan musste überdacht werden: Um Rücksicht auf die muslimischen Jugendlichen zu nehmen, wird größtenteils auf Schweinefleisch verzichtet. Als Dank hätten die Jugendlichen an einem Abend die Küche übernommen und Falafel zubereitet. Der Umgang im Zeltlager sei sehr respektvoll und harmonisch. „Wir sprechen nicht viel über Unterschiede. Wir sind hier eine Gemeinschaft“, sagt Sauter.

Bei einem Rundgang über das Gelände begrüßte Manfred Lucha alle Jugendlichen per Handschlag und oft mit den Worten „Hallo, ich bin euer Minister.“ Immer wieder gesellte er sich zu den Jugendlichen, schaute zwei Jungen beim Schachspielen über die Schulter oder half beim Sägen.

Außerdem nutzte er den Besuch, um die Betreuerin Vroni Hildebrand für fünf Jahre Mitarbeit bei Ferienfreizeiten zu ehren. „Es ist toll, dass sich junge Leute sozial engagieren“, sagt er. Wer in seiner Jugend in dieser Hinsicht positive Erfahrungen mache, bleibe oft sein ganzes Leben lang sozial engagiert.

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