Hoteliers diskutieren über Zukunft des Tourismus

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Mit Besonderheiten in der Region, wie dem Bermatinger Waldwiesenweg, will die Tourismusgemeinschaft in Zukunft noch stärker Werb
Mit Besonderheiten in der Region, wie dem Bermatinger Waldwiesenweg, will die Tourismusgemeinschaft in Zukunft noch stärker Werbung machen. (Foto: PR)

Die Mitglieder der Tourismusgemeinschaft Gehrenberg-Bodensee haben bei ihrer Jahreshauptversammlung im Hotel Krone in Roggenbeuren auf das Jahr 2016 zurückgeblickt. Den vorläufigen Zahlen zufolge sei das aktuelle Jahr bezüglich der Ankünfte ein sehr positives gewesen, sagte Sylvia Westermann, Geschäftsführerin der Tourismusgemeinschaft. Neben den Projekten des Jahres 2016 diskutierten die Mitglieder am Dienstagabend besonders auch über die Zukunft des Tourismus in der Region.

Mit Blick auf das kommende Jahr stellte Westermann besonders das Thema „Online“ in der Vordergrund. Im Sommer 2017 soll die neue Homepage der Tourismusgemeinschaft verfügbar sein. Diese soll die bisherigen Internetauftritte „Landgänge-Bodensee.de“ und „Gehrenberg-Bodensee.de“ vereinen. Die neue Homepage, die den Verein 35000 Euro kostet, soll die zuletzt rückläufigen Seitenaufrufe der bisherigen Online-Auftritte der Tourismusgemeinschaft wieder auffangen. Auch mit Blick auf die bisher online buchbaren Hotels und Gästezimmer über das Buchungsportal ist für Westermann noch „Luft nach oben“. „Das wird die Zukunft und wir müssen uns am Puls der Zeit besser orientieren“, sagte sie. Westermann blickte auch auf die Projekte zurück, mit denen man in diesem Jahr versucht hat, die Region als Urlaubsziel in Deutschland bekannter zu machen. So warb die Tourismusgemeinschaft unter anderem auf einem Linienbus in Stuttgart und auf Lkws einer Lindauer Spedition für die Urlaubsregion. Besonders wichtig sei im kommenden Jahr die 1200-Jahr-Feier von Markdorf. Mit einer Jubiläumswanderung auf dem Premiumwanderweg „Guck ins Land“ will sich die Tourismusgemeinschaft an den Festlichkeiten beteiligen.

Wenig Zustimmung für „Echt Bodensee Card“

Außerdem regte Westermann an, mit einem „würdigen Abschlusskonzert“ die Sommerkonzerte 2017, die zum letzten Mal im Hof des Bischofschlosses stattfinden, zu beenden. Rege Diskussionen kamen beim Thema „Echt Bodensee Card“ (EBC) auf, die Enrico Heß, Geschäftsführer der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH, den Vereinsmitgliedern vorstellte. „Wir haben es am Bodensee bisher nicht geschafft, eine gemeinsame, starke Gästekarte wie beispielsweise im Allgäu zu schaffen“, sagte Heß. Das Konzept stieß bei den anwesenden Hoteliers und Gastgebern jedoch auf wenig Zustimmung. Ohne einen funktionierenden ÖPNV sei das Vorhaben sinnlos und die Idee sei gut, das Produkt jedoch schlecht, waren die Äußerungen der Hoteliers.

Wolfgang Metzler, Vorsitzender der Tourismusgemeinschaft Gehrenberg-Bodensee, beendete die teils hitzigen Diskussionen damit, dass man den Start der „Echt Bodensee Card“ erst einmal beobachten solle, um dann im kommenden Jahr das Thema mit ersten Erfahrungen nochmals zu besprechen. Michael Steinbach, Geschäftsführer des Bodensee Campus in Konstanz, merkte an, dass es in Bad Dürrheim, wo er viele Jahre als Kurdirektor gearbeitet hat, ebenfalls Diskussionen über eine vergleichbare Rabattkarte gegeben habe. Nach großer Skepsis sei die Stadt mittlerweile mit „Begeisterung dabei“. In seinem anschließenden Vortrag über die Trends im Tourismus betonte Steinbach, wie wichtig ein ansprechender Auftritt im Internet sei. Außerdem müssten sich die heimischen Hoteliers im „Verdrängungswettbewerb“ mit einer besonderen Spezialisierung und dem Fokus auf authentische Werte von anderen Urlaubsregionen abgrenzen.

Neben dem von Susanne Markart vorgestellten Haushaltsplan für das Jahr 2017, wurde die Vorstandschaft des Vereins einstimmig entlastet. Die Kassenprüfer Otto Gäng und Franz-Josef Sprißler konnten „keine Unregelmäßigkeiten“ feststellen. Für Otto Gäng, der nach mehr als zehn Jahren sein Amt abgibt, übernimmt Bernd Gutemann die Aufgabe des Kassenprüfers.

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