Auf der letzten Etappe wird es für die „Move“-Teilnehmer nass

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Die Reifen der Rennräder surren über die nasse Straße. Auf den Rädern sitzen Männer und Frauen in hellblauen Trikots. Es geht bergauf, immer im gleichen Rhythmus „ziehen, drücken, ziehen, drücken“. Doch dieser Takt wird plötzlich unterbrochen: „Ihr habt es geschafft“, ruft ein Mann, als die letzte Gruppe des Radsportprogramms „Move“ nur noch wenige Meter vom vereinbarten Treffpunkt entfernt ist. Mit einer Sternfahrt auf den Höchsten – die höchste Erhebung Oberschwabens – haben die Teilnehmer der Radsportaktion am vergangenen Samstag den Abschluss ihrer Trainingssaison gefeiert. Vier Monate lang wurden 330 Teilnehmer in verschiedenen Leistungsgruppen aus Weingarten, Tettnang und Biberach von Trainern fit gemacht.

Trockene Saison

Tausende Kilometer legten die „Move’ler“ bei den gemeinsamen Ausfahrten zurück. „Die Trainingssaison war in diesem Jahr sehr gut“, sagt Steffen Eckert, Leiter der Gruppe vier aus Biberach. Kein einziges Mal hätte er mit den Teilnehmern im Regen fahren müssen. „Bis auf heute“, sagt er und stöhnt. Denn ausgerechnet während der Sternfahrt, bei der sich traditionell die Teilnehmer aller Standorte auf dem Höchsten treffen, legte das Sommerwetter eine Pause ein. „Wir sind eigentlich den ganzen Weg im Regen gefahren. Fünf Kilometer vor dem Ziel hat es dann aufgehört zu regnen“, sagt Manfred Vogler, der zum dritten Mal an dem Rennradprogramm teilgenommen hat.

Eigentlich wollte Frank Habelmann, Trainer der Tettnanger Einsteigergruppe, zum Abschluss mit seinen „Move’lern“ eine größere Runde fahren. „Wegen des Regens sind wir aber auf dem direkten Weg auf den Höchsten gefahren“, erzählt er. Nach der durchweg trockenen „Move“-Saison seien vor allem Rennrad-Anfänger nicht an die Bedingungen bei Regen gewöhnt. „Bergab fahren wir jetzt lieber extrem langsam. Ich will bei der letzten Ausfahrt keinen Sturz riskieren“, sagt Habelmann.

Gemeinsamer Abschluss

Auf dem Höchsten versammeln sich die Teilnehmer aller Standorte, essen gemeinsam ein Stück Kuchen und posieren für Gruppenfotos. Normalerweise dauert dieses Treffen einige Stunden, doch auch hierbei machte der Regen den „Move’lern“ einen Strich durch die Rechnung. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu sehr auskühlen und können deshalb nicht allzu lange Pause machen“, erklärt Habelmann. Das schlechte Wetter konnte die Laune der Sportler aber nicht trüben. „Wir feiern trotzdem. Schließlich hatten wir eine tolle Saison“, sagt der Tettnanger Trainer.

Jede Gruppe, die am vereinbarten Treffpunkt auf dem Höchsten ankommt, wird lautstark von den anderen Teilnehmern begrüßt und bejubelt. Gruppen, die sich auf ihre Rennräder schwingen, um den Heimweg anzutreten, werden herzlich verabschiedet. „Bis zum nächsten Jahr“, ruft ein Teilnehmer den anderen „Move’lern“ zu, die langsam den Berg hinab rollen. Es ist genau diese familiäre Stimmung, die das Rennradprogramm für viele ausmacht. „Ich fühle mich einfach wohl. Die anderen werden irgendwann zu Freunden, mit denen man sich oft trifft. Wir sind eine große Move-Familie“, sagt Siegfried Auer, der in diesem Jahr zum vierten und sicher nicht zum letzten Mal mitgefahren ist. Weiter mit „Move“ geht es dann voraussichtlich wieder ab April im kommenden Jahr. Dann feiert das Rennradprogramm seinen zehnten Geburtstag.

Move – Hobbyradfahrer werden fit auf dem Rennrad
Als die Radsportaktion Move im April in die achte Runde geht, ist das Ziel klar: Hobbyradfahrer sollen in vier Monaten so fit auf dem Rennrad gemacht werden, dass sie danach einen Alpenpass fahren können. Bis dahin finden immer wieder gemeinsame Touren der Teilnehmer statt. So zum Beispiel am letzten Wochenende eine Fahrt auf den Höchsten.
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