Fischer sprechen über Aquakulturen

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Die Mitglieder des Vorstands des Verbands Badischer Berufsfischer am Bodensee (von links): Erwin Heyer, Alfred Sulger, Heike Wi
Die Mitglieder des Vorstands des Verbands Badischer Berufsfischer am Bodensee (von links): Erwin Heyer, Alfred Sulger, Heike Winder, Hans Leib, Elke Dilger, Fritz Meichle und Norbert Knoblauch setzen sich weiterhin für die Interessen ihrer Berufskolleg (Foto: bw)
Brigitte Walters

Zu geringe Felchenfänge, die Planung von Netzgehegen im Bodensee und die Entziehung von Fischerei-Patenten waren und bleiben Probleme für die Mitglieder im Verband Badischer Berufsfischer am Bodensee. In der Hauptversammlung am Mittwoch in Daisendorf forderte die Vorsitzende Elke Dilger, das es für die Zukunft ein Konzept zur Verbesserung der Nährstoff-Versorgung für die Fische, besonders Felchen, im Bodensee geben muss. Zudem sei es dringend erforderlich, dass die erarbeiteten Planungen zum Kormoran-Management zügig umgesetzt werden.

Das vergangene Jahr war geprägt vom Thema Aquakultur im Bodensee, berichtete die Vorsitzende. Sie habe zahlreiche Gespräche geführt, bei denen es galt über die geplanten Netzgehege im Bodensee zu informieren. Aufgrund sinkender Felchenfänge sollen im westlichen Bodensee Netzgehege verankert werden, in den Felchen gezüchtet werden. Durch Kot und Fischfutterreste würde der See in diesem Bereich stark verunreinigt, so die Befürchtung der Berufsfischer. Die Bodensee-Wasserversorgung hat die Pläne bereits kritisiert und lehnt Netzgehege ab, mit dem Hinweis auf die Entnahme von Trinkwasser zur Versorgung von über vier Millionen Menschen. Auch ein Großteil der Berufsfischer lehnt die Netzgehege ab, stattdessen sollten die Nahrungsmöglichkeiten für den Wildfisch, wie Felchen, im Bodensee optimiert werden. Zudem müsse der Stichling, als Nahrungskonkurrent für die Felchen, möglichst zurückgedrängt werden.

Kurz und knapp, die Fischer wollen einen sauberen See mit etwas mehr Nahrung für den Wildfisch, so das Fazit von Elke Dilger. Im vergangenen Jahr wurden von den Badischen Berufsfischer fast 50 Tonnen Felchen gefangen, dies sind zwar in der Menge etwa sechs Prozent mehr als 2016, aber deutlich weniger als noch vor einigen Jahren. Hinzu kommt, dass die Fangmengen beim Saibling, Hecht, Zander und Barsch deutlich zurückgegangen sind. „Der Bodensee liefert zu wenig Fisch, für die Zukunft muss eine Lösung zur Verbesserung der Nährstoff-Versorgung gefunden werden“, stellte die Vorsitzende fest. Unterstützung bekam sie dabei von Alexander Brinker, dem Leiter der Fischereiforschungsstelle Langenargen, die Felchen-Erträge seien gleich schlecht wie in Vorjahren, der Fischbestand sei niedrig, dies könne eventuell auf die massenhaft vorkommenden Stichlinge zurückzuführen seien. Verbessert habe sich die Qualität des im Dezember abgelieferten Laichs, die 83 Berufsfischer haben 1219 Liter Fischlaich in Langenargen abgeliefert. Derzeit schlüpfen die Fische und die ersten werden in der nächsten Woche im See eingesetzt.

Zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Berufsfischer, soll die Anzahl der Patente, die das Fischen auf dem See erlauben, durch Entzug reduziert werden. Dagegen wehren sich die Fischer, sie verlangen eine Übergangslösung.

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