Ailinger Reiterin nutzt ihre Chance mit „Floh“

Lesedauer: 4 Min

Aliza Hirscher erreicht mit ihrem Pferd Comte Canturo bei den Landesmeisterschaften einen guten zweiten Platz.
Aliza Hirscher erreicht mit ihrem Pferd Comte Canturo bei den Landesmeisterschaften einen guten zweiten Platz. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Eigentlich wurde sie schon einmal nominiert. Sie war noch ziemlich klein, ziemlich keck und ziemlich wagemutig und ihr Pony war umso heißer, sprang Türme und ganze Hochhäuser, und zu zweit waren die beiden schlichtweg nicht zu stoppen. Schon damals wurde Eliza Hirscher und ihr gerade mal sechsjähriger Ponywallach Olympus für Schutterwald nominiert. Diese Veranstaltung ist für die Reiterwelt wichtig. Es sind die olympischen Spiele für Baden-Württemberg – die Landesmeisterschaften.

Was ist dann damals passiert? Da gab’s einen Familienrat und man diskutierte wild und entschied, dass die beiden Jungen noch ein bisschen zu grün hinter den Ohren waren, um sich einer solchen Herausforderung zu stellen.

Reiter und Pferd haben gelernt: Aber der Traum vom Schutterwald blieb präsent. Mittlerweile darf Eliza Hirscher Comte Canturo ihr eigen nennen – ein schickes Holsteiner Sportpferd, den sie schon als vierjähriges Jungpferd erwarb und selber ausbildete, und den sie liebevoll als ihren Floh bezeichnet. Schon 2015 war laut Vereinsbericht das „Dreamteam“ erfolgreich in der schweren Klasse unterwegs und platzierte sich in S*. Dann kam eine Durststrecke für beide. Der braune Feger fiel immer wieder krankheitsbedingt aus.

Mitte der vergangenen Saison gelang es dann endlich wieder, an die gute Form anzuknüpfen und Punkte in M* und M** zu sammeln. Die Reiterin und das Pferd zeigten, wie viel Potenzial in den beiden wirklich schlummert. Da gab es noch kleine Fehler, kleine Unstimmigkeiten und zwei Themen, an denen Amazone und Roadster arbeiten mussten. Aber dann wurde Vertrauen geschaffen auf mittelschwerer Basis, gut vorbereitet mit M-Prüfungen auch schon in 2017. Eliza Hirscher und Comte Canturo arbeiteten hart für den Erfolg.

Und die harte Arbeit trägt jetzt Früchte: Mitte 2018 wurde noch einer mehr drauf gelegt. Neben den M-Prüfungen kamen auch wieder schwere Springen dazu. Die erfolgreichen Runden auf den Turnieren in Forst und Heidenheim machten es dann möglich, und es gelang: Teilnahme an den baden-württembergischen Meisterschaften in Schutterwald 2018. Zum zweiten Mal in ihrem Leben erhielt Eliza hier schon die Möglichkeit mitreiten zu dürfen, die Einladung lag buchstäblich auf dem Tisch – und diesmal ging sie.

Zusammen mit ihrem Floh im Gepäck. Und die beiden haben diese Chance genutzt und überzeugt. Anders kann man das nicht bezeichnen, wenn man in solch einem Rahmen zum ersten Mal am Start ist, und dann auf den Meisterschaften die Nerven behält und direkt auf dem zweiten Platz in einer schweren Prüfung landet.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen