Westerheimer Ortsdurchdahrt über Monate gesperrt

Lesedauer: 7 Min

Fachleute unter sich beim Baggerbiss und offiziellen Start zum Ausbau der Feldstetter Straße in Westerheim (von links): Tobias
Fachleute unter sich beim Baggerbiss und offiziellen Start zum Ausbau der Feldstetter Straße in Westerheim (von links): Tobias Wanner vom Fachdienst Straßen des Landratsamts, Fachingenieur Lukas Oswald vom Ingenieurbüro Wassermüller aus Ulm, Bauleit (Foto: Fotos: Hansjörg Steidle)
Schwäbische Zeitung

Leberkäswecken als Vesper für die Bauarbeiter der Firma Eckle hat Bürgermeister Hartmut Walz am Dienstagvormittag mitgebracht, als der offizielle Start für den Ausbau der 280 Meter langen Feldstetter Straße anstand. Und zum sogenannten Baggerbiss durfte der Westerheimer Schultes Platz in dem gerade mal vier Wochen alten Bagger der Firma Eckle aus Langenau nehmen und einige Hebel anfassen. „Mit dem weiteren Ausbau der Feldstetter Straße geht für mich auch ein persönlicher Wunsch in Erfüllung“, sagte Walz. Ein mehrmals geschobenes Projekt werde jetzt realisiert.

Voraussichtlich bis Ende Oktober werden die Bauarbeiten dauern, um der Kreisstraße ein neues Gesicht zu geben und um den Unterbau neu zu gestalten. In einem zweiten Bauabschnitt wird die Feldstetter Straße auf einer Länge von 280 Metern zwischen dem Kittelgäßle und dem Baustoffhandel Sailer & Büdinger (einschließlich der nördlichen Betriebszufahrt) ausgebaut. Ein neuer Abwasserkanal (DN 900) und eine neue Wasserleitung (DN 150) werden verlegt und die Gehwege neu gestaltet. Leerrohre für den Breitbandausbau werden eingelegt, Mit knapp 1,1 Millionen Euro ist das Straßenprojekt veranschlagt.

Seit Dienstag ist die Feldstetter Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt. Der überregionale Verkehr wird in beiden Richtungen über Laichingen umgeleitet, lokal gibt es eine Umfahrung der Baustelle über die Schulstraße, Steigle sowie die Goethestraße und Hinter Sellen vorbei an der Albhalle. Die Anlieger können und dürfen bedingt ihre Garagen und Häuser anfahren. Sie müssen neben dem Baustellenverkehr und Lärm mit Behinderungen rechnen. „Doch dafür werden sie entschädigt, sie finden zum Jahresende eine schöne neue Straße vor“, erklärt Walz.

Geld fließt auch vom Land

Ein lang gehegter Wunsch erfülle sich nun, meinte der Bürgermeister. Und er sagte auch, warum er zudem eine „Mordsfreude“ habe: Der Ausbau der beidseitigen Gehwege stelle das erste Projekt der Gemeinde Westerheim in der neuen „Ära des Landessanierungsprogramms II“ dar, die Gehwege dürfen über dieses Programm abgerechnet werden, was rund 120 000 Euro in die Gemeindekasse bringt und die reinen Baukosten von 1,03 Millionen Euro reduziert.

An diesen beteiligt sich auch der Landkreis, wie Tobias Wanner, Fachdienstleiter Straße beim Landratsamt des Alb-Donau-Kreises, bei dem Baustart erläuterte. Der Landkreis als Eigentümer der Straße komme für die Entsorgung der noch teerhaltigen Deckschicht sowie für den Wiedereinbau der bituminösen Trag- und Deckschicht auf. „Alles, was im Prinzip schwarz ist, trägt der Landkreis“, meinte Wanner augenzwinkernd. Das sei vertraglich geregelt. Der Landkreis bringt 110 000 Euro für die Fahrbahnen und 47 000 Euro als Entwässerungsbeitrag auf.

„Wir freuen uns, dass wir nach den umfangreichen Vorbereitungen bei gutem Wetter loslegen können“, sagte Lukas Oswald vom Ulmer Ingenieurbüro Wassermüller. Aufgrund des langen Winters und frostiger Temperaturen sei der Baustart etwas später als geplant ausgefallen. Doch jetzt sei der Frost weg und die Bauarbeiter könnten durchstarten. Er rechnet mit einer Bauzeit von sieben bis acht Monaten, bis Ende Oktober und spätestens vor Wintereinbruch sei die Straße wieder befahrbar. Oswald sprach von guten Gesprächen mit den Behörden im Vorfeld bei den Planungen, was auch wichtig sei. Denn Tiefbau- und Straßenarbeiten wie die Finanzierung müssten gut aufeinander abgestimmt sein.

„Die Anwohner müssen selbstverständlich mit gewissen Einschränkungen in nächster Zeit rechnen, das lässt sich nicht vermeiden“, sagte Oswald. Um ihnen entgegenzukommen, werde der zweite Bauabschnitt in zwei Hälften umgesetzt: Zunächst werde in der Feldstetter Straße im südlichen Teil bis zur Hausnummer 30 gebaggert und dann im nördlichen, so der Ingenieur. An diesem Mittwoch wird die Straße abgefräst und eine Wassernotversorgung installiert. Angefangen werde bei Tiefbauarbeiten immer am tiefsten Punkt, man arbeite sich vom tiefsten Punkt hoch, erläuterte er.

Zufrieden ist Lukas Oswald mit den Ergebnissen der Bauausschreibung im Herbst, da habe die Gemeinde gute Preise erzielt. Froh sei er auch, dass das Bauunternehmen Eckle den Zuschlag erhielt, das schon den ersten Abschnitt ausführte und die Baustelle mehr oder weniger kenne. Wichtigster Mann und Ansprechpartner der Firma sei jetzt Polier Robert Haas, der die Anwohner auf dem Laufenden halte. „Mit dem Polier steht und fällt so eine Baumaßnahme“, meinte Lukas Ingenieur Oswald.

Bürgermeister Hartmut Walz sieht das Straßenprojekt bereits gemäß dem Motto „Nach dem Baggerbiss ist vor dem Baggerbiss“, denn dem zweiten Bauabschnitt müsse der dritte folgen. Dieser soll im Jahr 2020 umgesetzt werden und auch für diesen südlichen Teil zur Ortsausfahrt hin setzt der Schultes auf wohlwollende Unterstützung des Landratsamts und der Landesregierung mit dem Landessanierungsprogramm.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen