Was den Westerheimer Bürgermeister berührt (und was er nicht mehr in der Zeitung lesen will)

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Bürgermeister Hartmut Walz ist froh, dass Westerheim zum Biosphärengebiet gehört.
Bürgermeister Hartmut Walz ist froh, dass Westerheim zum Biosphärengebiet gehört. (Foto: pr)

2428 Wahlberechtigte sind bei der Bürgermeisterwahl in Westerheim am 23. September aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Auf den Stimmzetteln steht nur der Name von Amtsinhaber Hartmut Walz, er ist der einzige Bewerber. Seit 16 Jahren ist er Bürgermeister der Gemeinde, er strebt eine dritte Amtsperiode an. SZ-Redakteur Hansjörg Steidle sprach mit Hartmut Walz über seine bisherige Zeit als Schultes, über die Wahl und die Ziele, die er sich für die dritte Amtsperiode gesteckt hat.

Herr Walz, Sie sind der einzige Bewerber bei der Bürgermeisterwahl am 23. September. Sind Sie froh, dass kein Mitstreiter aufs Kandidatenkarussell gestiegen ist?

Natürlich bin ich erleichtert, dass ich der einzige Bewerber bin. Damit war allerdings nicht zu rechnen. Ich musste davon ausgehen, dass ein Mitbewerber sich meldet. Ob bei Bürgermeisterwahlen Interessenten auftauchen, ist oft nicht vorhersehbar. Das können bisweilen gleich mehrere sein. Auch als einziger Kandidat muss ich mir das Vertrauen der Wähler erarbeiten.

Herr Walz, Sie streben in Westerheim die dritte Amtsperiode an. Sie wollen weitere acht Jahre die Geschicke der Gemeinde lenken. Mit Ihrer Bewerbung war zu rechnen, alles andere hätte überrascht. Was hat Sie bewogen, erneut zu kandidieren?

Ich habe bereits 2002 bei meiner ersten Kandidatur gesagt, dass ich gerne einen längeren Zeitraum für Westerheim arbeiten und wirken möchte. Ich fühle mich an meiner Wirkungsstätte sehr wohl, die Arbeit erfüllt mich und ich denke, dass auch jetzt genügend Herausforderungen vor uns liegen, die es zu lösen gilt.

Sind Sie heute noch so motiviert wie in den Anfangsjahren?

Ja klar. Ich verfüge nun über 16 Jahre mehr Lebenserfahrung und fast 16 Jahre Berufserfahrung als Bürgermeister. Die Bürger, die sich bei uns in Westerheim für das Gemeinwohl einsetzen, sind täglich Ansporn, mich für unsere Gemeinde einzusetzen. Ich gebe seit 16 Jahren Vollgas, und das werde weiterhin tun.

Sie haben in Westerheim viel bewegt und geleistet. Die Liste der Projekte ist lang, die Sie angestoßen und umgesetzt haben. Was waren für Sie die wichtigsten Bauprojekte in Ihrer 16-jährigen Amtszeit?

Jedes Bauprojekt war mir wichtig. Den Ausbau der Landesstraße nach Donnstetten samt Radweg und Abbiegespur ins Gewerbegebiet Runs- Mühlweg-Lindenstraße, die Ansiedlung des Pflegeheimes in der Daußhalde, die zeitgemäße Umgestaltung der Hauptkreuzung Ortsmitte mit Ausbau Wiesensteiger Straße bis zum Gasthaus Adler und der Neubau der vierten Reinigungsstufe an der Kläranlage sowie die Generalsanierung unseres Albbads in zwei Bauabschnitten. Sie stellen wichtige Meilensteine der vergangenen 16 Jahre mit mir als Bürgermeister dar. Und natürlich macht es mich sehr stolz, dass wir ein Jahr vor Rechtsanspruch vor sieben Jahren unser Haus für Kinder in Betrieb nehmen konnten. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur in Merklingen und in Heroldstatt Betreuungsplätze in einer Kindertagesstätte.

Sie haben auch im Straßenbau und Tiefbaubereich viel umgesetzt? Wo lagen da die Schwerpunkte?

Die Palette ist breit: Der Austausch der leitungsgebundenen Infrastruktur mit Kanal und Wasser, Leerrohren für Breitband samt Neubau Gehwege – sofern noch nicht vorhanden – Straßenbau und Bepflanzung in der Ortsdurchfahrt Landesstraße Wiesensteiger Straße, Hirschgasse, Kapellenstraße, Eichstraße, Kittelgässle sowie der Ausbau der Kreisstraße Feldstetter Straße bis zum Baustoffhandel Sailer & Büdinger waren Straßenbauprojekte, die die Aufenthaltsqualität verbessern und die Folgekosten bei Kanalunterhaltung und Wasserversorgung wie Versorgungssicherheit erheblich positiv beeinflusst haben.

Können Sie in etwa sagen, wie viel Geld in den vergangenen 16 Jahren investiert wurde?

Wir haben von 2003 bis 2018 im Verwaltungshaushalt 118,2 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt 33,4 Millionen Euro umgesetzt, also insgesamt 151,6 Millionen Euro. Hinzukommen Projekte außerhalb des Haushalts. Noch nicht abgerechnete Finanzierungsverträge liegen in den Baugebieten Runs-Mühlweg-Lindenstraße mit 1,888 Millionen Euro und im Zimmerhaldenweg mit 3,084 Millionen Euro vor. Unser zu finanzierender Anteil am Bahnhalt Merklingen beträgt 1,15 Millionen Euro, für den wir noch 812 000 Euro aufbringen müssen.

Sie haben sehr viele Fördergelder nach Westerheim geholt, auf die die Gemeinde bei zahlreichen Projekten auch angewiesen war. Können Sie da noch eine Summe nennen? Was waren die wichtigsten Zuschüsse?

Wir sind auch weiterhin dringend auf öffentliche Zuschüsse für unsere Projekte angewiesen. Jeder Euro an Fördergeld muss nicht über Grundsteuer und Gewerbesteuer finanziert werden. Sehr wichtig war, dass wir die unter meinem Vorgänger Wolfgang Grupp zugesagte Fördersumme von einer Million Euro für das Sanierungsgebiet Ortskern I auf 1,6 Millionen Euro Zuschuss aufstocken konnten. Es hat mich sehr gefreut, dass wir 2017 nach sieben Anträgen in ein neues Landessanierungsprogramm mit einem Förderrahmen von 1,33 Millionen Euro (Finanzhilfe 800 000 Euro) aufgenommen wurden. Sehr wichtig waren 78 Prozent Fördersatz mit fast 1,4 Millionen Euro bei Gesamtausgaben von 2,099 Millionen Euro für den Neubau unserer vierten Reinigungsstufe auf der Kläranlage. Nicht zu vergessen sind die Zuschüsse für unsere vor sieben Jahren in Betrieb gegangene Kindertagesstätte Haus für Kinder, wofür die Gemeinde 835 000 Euro bei Gesamtkosten von 1,7 Millionen Euro erhielt. An Gewerbe- und Wirtschaftsförderung ist es uns gelungen, für zehn Gewerbeobjekte zwischen 2004 und 2018 rund 920 000 Euro Fördergelder nach Westerheim zu holen. Insgesamt hat die Gemeinde in meiner Amtszeit mehr als 22 Millionen Euro investiert und dafür haben wir mindestens 7,6 Millionen Euro Förderung erhalten.

In Westerheim ist viel gebaut, saniert und renoviert worden. Wo sind aktuell die Baustellen?

Derzeit bauen wir die Feldstetter Straße auf eine Länge von rund 280 Metern aus. Ebenso beschäftigen wir uns mit dem Feldwegeausbau. Auch die Sanierung Haus des Gastes ist in Vorbereitung. Leider haben wir im März einen Wasserschaden im Haus für Kinder entdeckt, den es zu beheben galt. Dann kam noch ein zweiter Wasserschaden im Regenbogenzimmer der Schule hinzu. Die Mitglieder aus der UBL und der CDU hatten stets Verständnis für diese schwierigen Situationen. Ich hätte auch gut ohne die Schäden leben können. Ferner haben wir derzeit viel Aufwand mit der baulichen Unterhaltung der bestehenden Einrichtungen: Die kaputte Wärmepumpe im Haus für Kinder, eine ausgewaschene Stützwand im Regenüberlaufbecken Feldstetter Straße und unvorhergesehene Reparaturmaßnahmen im Albbad. Privat entsteht in der Feldstetter Straße ein Zwölf-Familienhaus nach Abbruch alter Bausubstanz. In der Laichinger Straße zieht im Januar 2019 ein Zahnarzt in einen Neubau ein.

Welche Vorhaben würden Sie gerne in Westerheim in der nächsten Amtsperiode anpacken, falls die Wähler Sie im Amt – und davon ist fest auszugehen – bestätigen?

In Abstimmung und Beschlusslage des Gemeinderates möchte ich die Ortskernsanierung II vorantreiben. Weitere Themen sind der Breitbandausbau, das Thema Rathaus, Aussegnungshalle, Friedhof aber auch kleinere Themen wie die Weiterentwicklung des Einkaufsbusses, die Digitalisierung in der Verwaltung, Umstellung auf das neue kommunale Finanzwesen, Ausbau Feldstetter Straße mit dem dritten Bauabschnitt sowie der Retentionsbodenfilter und das Regenüberlaufbecken in der Feldstetter Straße

Wie sieht es derzeit in Westerheim mit Wohnbau- und Gewerbeflächen aus? Wie soll sich Westerheim weiterentwickeln?

Im Baugebiet Zimmerhaldenweg ist der erste Bauabschnitt nahezu bebaut. Hier können wir in der kommenden Zeit einen weiteren Bauabschnitt erschließen. Wir sollten mit den Bauplätzen im Außenbereich sorgsam umgehen und den Schwerpunkt auf die gemeindliche Innenentwicklung setzen. Sonst haben wir im Ortskern in den kommenden Jahren viele leerstehende Gebäude. Ebenso sollte es gelingen, weitere Baulücken in den älteren Baugebieten zu bebauen. Eine Herzensangelegenheit meinerseits ist es, Wirtschaftsförderer für unseren Gewerbestandort Westerheim zu sein. Für die Erweiterung ortsansässiger Betriebe haben wir mit dem Umlegungsverfahren gute Voraussetzungen geschaffen. Im Gewerbegebiet Runs-Mühlweg-Lindenstraße stehen Gewerbebauplätze zur Verfügung. Ebenso konnten wir das letzte Flächennutzungsplanverfahren erfolgreich durchlaufen, was die bauliche Weiterentwicklung der Firma Kneer Südfenster angeht. Unserem größten Arbeitgeber am Ort werden wir bis zur Hohenstadter Straße Bauflächen organisieren.

Die Infrastruktur in Westerheim ist sicherlich überdurchschnittlich. Es gibt viele gemeindliche Einrichtungen. Wo besteht trotzdem noch Bedarf?

Bedarf und Wünsche gibt es genügend. Wichtige Aufgabe ist es, die bestehende Infrastruktur zu erhalten und weiterhin zu unterhalten. Ob das Schlachthaus mit seinen rückläufigen Schlachtzahlen und dem immer größer werdenden Auswärtigenanteil auf Dauer haltbar sein wird, stellt sich heraus, wenn die Geräte in einem größeren Maß ersetzt werden müssen. Bedarf haben wir im Bereich der Kinderbetreuung. Auch in der Schule werden wir um eine Mensa nicht umhin kommen. Im Winterhalbjahr sind die Hallenkapazitäten knapp. Wünsche darf man ja auch als Bürgermeister haben.

Das Albbad ist nicht nur für Westerheim, sondern für die gesamte Region wichtig: Es schluckt aber viel Geld. Kann sich die Gemeinde das Hallenbad auf Dauer leisten?

Bis jetzt ja. Wenn wir für unsere Schwimmabteilung und die DLRG weiterhin gute Trainingsmöglichkeiten, dem Schulsport gute Unterrichtsbedingungen, den Freizeitnutzern ein gutes Angebot erhalten wollen und weiterhin als staatlich anerkannter Erholungsort die Aufenthaltsqualität halten möchten, dann müssen wir das Albbad weiter betreiben. Es ist auch eine wichtige Infrastruktureinrichtung für die gesamte Region. Ich hoffe, dass sich auch die Stadt Laichingen als Schulstandort der weiterführenden Schulen und die Umlandgemeinden bewusst sind, dass die Westerheimer Steuerzahler hier auch für das Umland eine wichtige Einrichtung für die Region vorhalten. Schön wäre es auch, wenn die Gemeinde Heroldstatt ihre Schüler wieder nach Westerheim zum Schulschwimmen fahren würden. Ich freue mich, dass der Gemeindeverwaltungsverband einen ganzjährigen Badebus nach Westerheim einrichten konnte.

Der Fremdenverkehr ist ein wichtiges Standbein für die Gemeinde Westerheim. Wie wichtig?

Der Tourismus ist nicht nur für unseren Bekanntheitsgrad, sondern auch für die Auslastung der Infrastruktur vor Ort von entscheidender Bedeutung. Die Kaufkraft und die im Ort in Anspruch genommenen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen durch unsere Dauercamper von Alb Camping oder von unserem Feriendorf dürfen nicht unterschätzt werden. Tourismus ist ein wichtiges Standbein unserer Gemeinde und muss in Zukunft noch professioneller durch die Gemeinde betreut werden. Als Luftkurort im Biosphärengebiet und Mitgliedsgemeinde in der „Modellregion Leader Mittlere Schwäbische Alb“ mit unserer schönen landschaftlichen Lage und unserer Schertelshöhle haben wir sehr gute Rahmenbedingungen, von denen manch andere Gemeinde nur träumen kann.

Die Landwirtschaft hat es immer schwerer, auch was den Flächenverbrauch angeht. Wie kann den Landwirten unter die Arme gegriffen werden?

Grund und Boden sind leider nicht vermehrbar. Deshalb sollten wir verstärkt auf Innenentwicklung vor Außenentwicklung setzen, ohne damit Neubaugebiete für Wohnen und Gewerbe unrealisierbar zu machen. Zu starkes Wachstum zieht allerdings Folgeinvestitionen nach. Durch den Feldwegebau wie in den vergangenen Jahren praktiziert, unterstützen wir die Landwirtschaft erheblich. Ebenso hat die Gemeinde in der vergangenen Zeit Aussiedlungsvorhaben stets unterstützt, wo auch immer dies möglich war.

Wie sehen Sie die Arbeit im Gemeinderat? Gehen manche Räte in Ihrer Kritik bisweilen zu weit?

Wir haben seit der zurückliegenden Wahl sechs (von zwölf) neue Gemeinderäte. Sie haben sich sehr gut in die Materie eingearbeitet. Über konstruktive Kritik bin ich sehr dankbar. Ob das Verhalten einzelner weniger Räte tatsächlich gerechtfertigt ist und ob es der Gemeindeentwicklung dient, mögen andere beurteilen. Gefreut hat mich, dass zwei Bürger unlängst in einer Sitzung bei der Einwohnerfragestunde das Wort ergriffen haben und gesagt haben, dass manches Verhalten bestimmter Gemeinderäte nicht an einen Ratstisch passt. Das fand ich sehr mutig. Mich hat das sehr berührt.

Was wünschen Sie sich für die künftige Zusammenarbeit im Gemeinderat nach ihrer dritten Amtseinsetzung?

Ein gutes, respektvolles und vertrauensvolles Miteinander von Gemeinderat und Gemeindeverwaltung. Gemeinderat und Bürgermeister müssen gemeinsam Entscheidungen zum Wohl der Gemeinde und der Bürgerschaft fällen. Ich wünsche mir, dass sich unsere Mitarbeiter auch weiterhin so motiviert und engagiert für die Aufgaben in unserer Gemeinde einsetzen. Ich hoffe, dass es auch künftig gelingt, gutes Personal für die Gemeinde zu rekrutieren und zu halten. Das Arbeiten in einer kleinen Kommune ist schwieriger als in einer großen Kommune, das ist mir bewusst. Umso mehr bin ich auf unsere Mitarbeiter sehr stolz und ihnen für ihren Einsatz sehr dankbar. Wir verfügen über eine Vielzahl von Einrichtungen, die es typischerweise in größeren Gemeinden gibt, die über einen größeren Personalkörper verfügen. Ich wünsche mir, dass dies auch dem neuen Gemeinderatsgremium nach der Kommunalwahl im Mai 2019 bewusst sein wird. Ich hoffe, dass sich die Politik im Gemeinderat weniger an der jeweiligen Liste oder Fraktion, sondern an der Sache orientiert. Das sind wir Westerheim schuldig. In der Zeitung möchte ich nicht mehr lesen müssen, dass ein „Ratsmitglied Rat und Westerheimer Verwaltung attackiert!“.

Nochmals einen Blick auf die Bürgermeisterwahl. Was sind Ihre Wunschzahlen bei der Bürgermeisterwahl hinsichtlich Wahlbeteiligung und Wählerstimmen?

Ich wünsche mir, dass möglichst viele Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und mir möglichst viele ihr Vertrauen aussprechen. Das ist klar. Bei der ersten Wahl lag die Wahlbeteiligung bei 68,34 Prozent und 93,9 Prozent der Stimmen entfielen auf mich. Bei der ersten Wiederwahl 2010 gingen 56,07 Prozent der Bürger zur Wahl und 87,4 Prozent entschieden sich für mich.

Sie haben in den vergangenen 16 Jahren als Bürgermeister sehr viele Höhepunkte und schöne Ereignisse erlebt. Worüber haben Sie sich besonders gefreut?

Es sind die unerwarteten Begegnungen mit den Menschen, die das Leben so wertvoll machen – dies meistens auf Festen und Feiern; weniger im Rathaus. In unserer Gemeinde feiert man gerne. Auch dafür ist Westerheim bekannt. Sehr gerne habe ich in diesem Zeitraum auch alle großen Feierlichkeiten besucht und mitgefeiert. Als Höhepunkt bezeichne ich alle Veranstaltungen zum großen 1150-jährigen Bestehen unserer Gemeinde im Jahr 2011. Unbeschreiblich, dass so gut wie jeder Westerheimer zum Gelingen dieses Festes beigetragen hat. Und gerne denke ich auch zurück an eine Maskenprämierung der Musikkapelle, bei der ich meinen damaligen Bürgermeisterkollegen Ludwig Haisch unserer Partnergemeinde aus dem Allgäu beim missglückten Anzapfen eines Bierfasses nass gespritzt habe. Zu Ostern lag ein Osternest vor meinem Amtszimmer; das war eine schöne Überraschung einer Unbekannten. Sehr berührt hat mich die Überführung unseres neuen Feuerwehrfahrzeugs 2016 von Luckenwalde nach Westerheim. Ich war Teil des Empfangskomitees. Und die erste Seniorenfasnet bleibt mir auch in sehr guter Erinnerung. Alle nahmen meine Frau und mich damals sehr freundlich auf, auch wenn sie wussten, dass wir aus keiner Fasnetgegend stammen. Zwischenzeitlich haben ich an der Fasnet große Freude.

Enttäuschungen bleiben nicht aus, die gehören zum Leben und insbesondere auch zu dem eines Bürgermeisters. Was waren für Sie in den zurückliegenden Jahren Enttäuschungen und Rückschläge?

Es gab viele Themen, die mich enttäuscht haben. Dazu zählen auch Angelegenheiten, über die man öffentlich nicht berichten kann. Die muss man mit sich selbst ausmachen. Rückschläge gehören zum Arbeitsleben wie Schnee zum Winter und jeder Rückschlag und jede Enttäuschung birgt auch eine Chance. Rückschläge gehören wie die Erfolge zum Berufsleben dazu. Da ich überzeugt davon bin, dass wir in den vergangenen Jahren viele Erfolge hatten, ist es naheliegend und verständlich, dass Enttäuschungen und Rückschläge nicht ausgeblieben sind und auch nicht ausbleiben werden.

Noch eine persönliche Frage am Schluss: Wie geht es Ihnen und ihrer Familie in Westerheim?

Wir sind ein Jahr nach Amtsantritt in unser Haus im Neubaugebiet Hinter Sellen eingezogen. Wir fühlen uns sehr wohl. Unsere Söhne Felix und Moritz profitieren von dem breitgefächerten Freizeitangebot auch in den Vereinen und sind gut integriert und bezeichnen sich selbst als Westerheimer. Felix hat seine Grundschulzeit beendet und besucht ab Herbst die weiterführende Schule und Moritz ist noch an der Schule am Sellenberg in Westerheim. Westerheim ist unsere Heimat.

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