Wandern kommt immer an – auch in Corona-Zeiten

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 Druch das Wiesensteiger und Mühlhausener Filstal sowie auf den Höhen des Albtraufgängerweg wanderte unlängst die Albvereinsgrup
Druch das Wiesensteiger und Mühlhausener Filstal sowie auf den Höhen des Albtraufgängerweg wanderte unlängst die Albvereinsgruppe Westerheim und beachtete dabei die Corona-Verordnungen. (Foto: sz)
Schwäbische Zeitung

Die Albvereinsgruppe Westerheim setzt unter Beachtung der Corona-Bedingungen ihre Wanderungen fort. Am Sonntag, 26. Juli, wird im Raum Schopfloch gewandert. Treffpunkt für die Wanderung ist um 11 Uhr am Parkplatz Schopf, von wo aus die Tourteilnehmer zum Wanderparkplatz Bahnhöfle bei Schopfloch fahren. Die Tour ist etwa 16 Kilometer lang. Anmeldungen gehen an Wanderführer Franz Rehm unter Telefon 07333 / 4767.

„Hatte einer von euch in jüngster Zeit Kontakt mit Corona-Infizierten oder hat Symptome, die auf eine Covid19-Erkrankung hinweisen können?“ Alexander Kneer ist Wanderführer in der Westerheimer Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins und kontrolliert anhand des vom Verband ausgegebenen Hygienekonzepts. Er hat zu einer 22 Kilometer langen Tour durch das Wiesensteiger und Mühlhausener Filstal sowie auf den Höhen des Albtraufgängerweg, der die beiden Gemeinden beidseitig umrahmt, eingeladen.

Neben der Abfrage über die Kontakte zu möglichen Infizierten gibt er die Regeln für die Wanderung aus: Für die Anfahrt mit dem Auto nur Personen des eigenen Haushalts mitnehmen, während der Wanderung Abstand halten und Körperkontakt vermeiden. Sollten Begegnungen mit anderen Wanderern stattfinden, empfiehlt der Verband Rücksicht zu nehmen und Distanz zu halten. Alle haben ihren Rucksack dabei. Drinnen: ein Mundschutz für alle Fälle.

Schon lange geplante Tour

Die Tour steht schon lange fest, doch Corona hat den Wanderbegeisterten lange Zeit einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Wanderungen alleine oder mit dem Lebenspartner oder der Familie waren auch im totalen Lockdown stets möglich, das haben auch alle 19 Teilnehmer dieser Tour ordentlich genutzt, aber Gruppen bis 20 Personen dürfen erst wieder seit Juli wandern.

„Ich bin nun mit meiner Wanderung derjenige, der das Wandern unter den Hygienebedingungen als erster testen muss“, sagt Alexander Kneer und ihm sei ein wenig mulmig, räumte er ein. Das Konzept gibt vor, dass eine Teilnahme nur nach Anmeldung möglich ist, die Kontaktdaten werden für vier Wochen gespeichert. Mit Alexander Kneer hat sich an diesem Julisonntag eine 19-köpfige Gruppe versammelt. Nicht mitgezählt wird Hund „Nina“.

Sie ist die einzige, die auf der Strecke keine Lust darauf hat, irgendwelche Abstände einzuhalten: Fröhlich mit dem Schwanz wedelnd huscht sie rasch zwischen den Wandernden vorbei. Los geht es von der Papiermühle in Wiesensteig, die Gruppe wandert vom Filstal hoch auf die Albfläche zur Ziegelhütte, von dort zum Bläsiberg mit einem Stopp an der Kreuzkapelle. Es ist die einzige „Sehenswürdigkeit“ auf dem Weg, die als sogenannter „Hotspot“ im Tourismus bezeichnet werden kann und als solcher empfohlenerweise vermieden werden soll.

Herrliche und malerische Landschaft erlebt

Doch der Blick auf das malerische, von steilen Hängen umrahmte Wiesensteig sowie die Aussicht auf die mächtige, im Bau befindliche Eisenbahnbrücke, die sich schon weit über das Filstal spannt, sind zu schön, um darauf verzichten zu wollen. Ehepaare stehen eng beieinander, die zwölfjährige Klara kuschelt neben ihrer Mutter, doch zu den anderen halten sie Distanz, mehr als vor Corona. „Abstand hält man mittlerweile schon fast unbewusst ein“, meint Franz Rehm. Einige wenige Wanderer kommen zur Kapelle.

Alle Personen halten sich im vorbildlichen Radius voneinander entfernt auf. Nach einer kurzen Trinkpause und dem einen oder anderen Blick in das Innere der Kreuzkapelle, geht es weiter. In langen Serpentinen führt ein schmaler Pfad durch den steilen Waldhang hinunter ins Schöntal, auf der anderen Seite mäandert ein Pfad sich wieder durch Geisenweiden in die Höhe. „Auf und Nieder“, das Motto der Wanderung setzt starke Waden voraus.

720 Höhenmeter bei der Wanderung überwunden

Nach einem ordentlichen Aufstieg – am Tagesende legten die 19 Wanderer 720 Höhenmeter zurück – gibt es wieder eine Trinkpause. Einige Frauen melden Hunger an. Kneer vertröstet, noch eine halbe Stunde: den Berg hoch sei ein schöner Platz dafür. Der Weg dorthin ist weiterhin steil und anstrengend, auch die geübten Wanderer stöhnen zwischendurch. „Alex, du Sklaventreiber“, meint einer augenzwinkernd. Der kontert: „Seid froh, dass wir noch nicht gevespert haben, sonst müsstet ihr mit vollem Bauch da rauf.“

Auch wenn Corona immer noch Vieles einschränkt –- das Wandern in der Gruppe bereitet offensichtlich dennoch wieder Freude. Denn endlich können die Wanderbegeisterten das tun, was sie am liebsten machen: Sich in der Natur bewegen, zusammen mit netten Menschen, mit denen sie ihre gemeinsamen Interessen teilen. Am Sonntag geht es zur zweiten Gruppenwanderung in Coronazeiten. Wanderführer ist Franz Rehm, er lädt ein zu einer 16 Kilometer langen Tour rund auf der Alb „Zweck‘s dr Übersicht“.

Die Albvereinsgruppe Westerheim setzt unter Beachtung der Corona-Bedingungen ihre Wanderungen fort. Am Sonntag, 26. Juli, wird im Raum Schopfloch gewandert. Treffpunkt für die Wanderung ist um 11 Uhr am Parkplatz Schopf, von wo aus die Tourteilnehmer zum Wanderparkplatz Bahnhöfle bei Schopfloch fahren. Die Tour ist etwa 16 Kilometer lang. Anmeldungen gehen an Wanderführer Franz Rehm unter Telefon 07333 / 4767.

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