Publikum erliegt Faszination des Gesangs

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Die 24 Frauen und 13 Sänger füllten die Kirche mit ihren Stimmen aus und begeisterten das Publikum so sehr, dass es am Ende des
Die 24 Frauen und 13 Sänger füllten die Kirche mit ihren Stimmen aus und begeisterten das Publikum so sehr, dass es am Ende des Konzerts zunächst ganz still blieb. Dann aber brandete der Beifall auf. (Foto: Claudia Meindl)
Schwäbische Zeitung
Claudia Meindl

37 Stimmen haben am Sonntagnachmittag St. Stephanus erfüllt und das Publikum des Benefizkonzertes zum 25-jährigen Bestehens des Fördervereins schon mit den ersten Tönen in ihren Bann gezogen. „Die Faszination des Gesangs hat sich bereits jetzt erschlossen“, meinte Bernhard Schweizer, Vorsitzender des Fördervereins, nach dem Eingangslied von Claudio Monteverdie „Io mi son giovinetta“.

Der Chor brachte ein besonderes Klangerlebnis in die sanierte Kirche, begünstigt durch die einzigartige Akustik des Kirchenschiffs. Der Beifall am Ende des Konzertes zeigte auf, was die Zuhörer erleben durften. Einzigartige Sopranstimmen, die „selbst die Engel an der Decke erzittern ließen“, ein Tenor, der Robert Schumanns und Franz Schuberts Liedgut erstklassig interpretierte, erfüllte das Kirchenschiff bis in den hintersten Winkel. Die Musiker zeigten die Qualität von St. Stephanus als Konzerthalle deutlich. Selbst der leiseste Ton kam beim Zuhörer an, begeisterte und bei der Zugabe, dem einfachen Lied „Der Mond ist aufgegangen“, ging ein unhörbares Raunen durch das Publikum, das sich einer Gänsehaut nicht entziehen konnte.

Chor bringt mit Gesang barocken Altarrum zur Geltung

Sicherlich war das Liedgut des Altensteiger Vokalensembles kein Leichtes. Das Repertoire des Chores schlägt eine Brücke von der Renaissance bis zur Moderne. Selbst zeitgemäße, beliebte Künstler wie Eric Whitacre und Ola Gjeilo schienen dem Chor wie auf den Leib geschneidert, das Ambiente des barocken Altarraumes unterstrich die Wirkung der Choräle einzigartig. Das Konzert wurde durch italienische Klänge eröffnet, spannte den Bogen von der Renaissance über das Frühbarock, über die Romantik bis in die Moderne. Frische tändelnde Töne voller Liebelei. Leichtigkeit, Beschwingtheit und Lebensfreude, Hebräische Liebes-Gesänge voller Schwermut und doch wiederum mit Leichtigkeit gepaart. Katharina Rühle an der Geige und Sebastian Skobowsky am Klavier untermalten die Schwermütigkeit mit spielerischer Note.

Im letzten Teil des Konzertes gab es mit Trond Kverno und Knut Nystedt nochmals richtig „schwere Kost“, aber auch Nystedt und Eric Whitacre von ihrer swingenden, gospelhaften Seite. Das Publikum blieb am Ende des einzigartigen Konzerts erst ganz still zurück, bevor der große Beifall einsetzte und den 24 Frauen- und 13 Männerstimmen den Lohn zukommen ließ, der ihnen und ihrem Leiter Wolfgang Weible gebührte. Minutenlanger Applaus veranlasste den Chor die vehement geforderte Zugabe in leisen Tönen ausklingen und den Eindruck der Aufführung nachklingen zu lassen.

Die Aufführung des Altensteiger Vokalensembles eröffnete eine Reihe von vier Konzerten, die der Förderverein in seinem Jubiläumsjahr geplant hat. Der nächste der Termin ist mit der Merklinger Kirchenmusik am Palmsonntag, 20. März zur geistlichen Abendmusik um 19.30 Uhr angedacht. Am 10. Juli wird die Stunde der Kammermusik mit den Stuttgarter Salkoniker zu Gast in St. Stephanus sein, am 16. Oktober das Schwäbische Kammerorchester Kirchheim unter der Leitung von Matthias Baur.

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