Paten gesucht: „Bienen brauchen Partner“

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Ein Refugium für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten möchten Bernhard und Juliane von Nathusius vom Westerheimer Geflügelhof Rehm schaffen. Damit soll dem Bienen- und Insektensterben entgegengewirkt werden. „Bienen brauchen Partner“ heißt ihre Aktion, bei der Biotope geschaffen und angelegt werden sollen, in dem Insekten in jedem Lebens- beziehungsweise Entwicklungsstadium Überlebensmöglichkeiten finden sollen. Paten werden gesucht, die sich über einen finanziellen Beitrag ein paar Quadratmeter Biotop erwerben und so die Aktion unterstützen.

Acker zu Blumenwiese

„Auf unserem landwirtschaftlichen Betrieb in Westerheim säen wir auf einer bisher intensiv genutzten Ackerfläche eine regionale Wildblumenmischung aus. Diese Fläche wird nicht gedüngt und nicht gespritzt“, betont Bernhard von Nathusius und hofft möglichst viele Paten für die Aktion „Bienen brauchen Partner!“ zu finden. Eifrige Unterstützer und Befürworter hat er schon mit Pfarrer Karl Enderle gefunden, die auch eine Patenschaft für eine Insektenweide übernehmen wollen. Der Geflügelhof Rehm bietet an, auf seinem eigenen landwirtschaftlichen Areal in Westerheim regionale Wildblumenmischung zu säen.

50 Euro für Patenschaft

Für zwei Jahre beträgt die Patenschaft 50 Euro pro 100 Quadratmeter. In diesem Zeitraum legen die Mitarbeiter des Geflügelhofs Rehm Wildblumenwiesen an. So soll eine Nahrungsgrundlage für die heimische Insektenwelt geschaffen werden. „Je mehr Menschen, Firmen, Vereine, Kindergärten oder Schulklassen eine Patenschaft übernehmen, umso mehr Fläche kann mit heimischen Blütenmischungen eingesät werden und umso größer ist der Nutzen für unsere Bienen- und Insektenwelt“, erklärte Juliane von Nathusius. Sie freut sich über jede finanzielle und ideelle Unterstützung.

Brutstellen für Feldlerchen

Noch ein weiteres Anliegen haben Juliane und Bernhard von Nathusius. Sie wollen den Feldlerchen bessere Brutgelegenheiten schaffen und aus diesem Grund einige Lerchenfenster in ihren Getreidefeldern einfügen. Ein Lerchenfenster ist eine im Acker integrierte Freifläche von 20 bis 30 Quadratmetern, die die Feldlerche als Brutrefugium nutzen soll. In der Herbstaussaat 2019 werden diese Lerchenfenster angelegt. Für dieses Vorhaben werden zehn Patenschaften gesucht. „Sichern wir unserer heimischen Insekten- und Vogelwelt einen Lebensraum“, betont Bernhard von Nathusius.

Gemeinde beteiligt sich am Projekt

„Die Gemeinde Westerheim befürwortet die Aktion des Geflügelhofs Rehm zur Minimierung des Insektensterbens in Westerheim und das Anlegen der Lerchenfenster“, sagt Bürgermeister Hartmut Walz und brachte die Aktion erneut in der Gemeinderatssitzung am Dienstag auf den Tisch. Da entschieden die Gemeinderäte, für 2000 Quadratmeter Insektenweide 20 Patenschaften zu je 50 Euro zu übernehmen. Die Finanzierung sit gesichert, da der Gemeinderat im laufenden Haushalt 2019 für Pflanzkosten von 1000 auf 5000 Euro erhöht hat. Für die Übernahme der Patenschaft erhalte die Gemeinde ein Zertifikat und Tafeln am Feldrand würden über das Projekt und das Engagement der Paten informieren, was positiv zu sehen sei.

Lob von Manuel Hagel

Ihre Aktionen „Bienen brauchen Partner!“ und „Anlegen von Lerchenfelder“ haben unlängst Bernhard und Juliane von Nathusius dem Landtagsabgeordneten Manuel Hagel vorgestellt, als dieser in Westerheim zu Gast war und sich insbesonder über die Westerheimer Kläranlage mit der vierten Reinigungsstufe und den erzielten Reinigungswerten informierte. Er lobte damals die Idee und den „wertvollen und wichtigen Beitrag für die Bienen, Insekten und Vögel“. Die Projekte kamen auch bei der Jahresversammlung des Ortsbauernverbandes Westerheim am 22. März im Gasthaus Rössle zur Sprache, bei der Ernst Buck vom Kreisbauernverband Ulm-Ehingen lobende Worte für das Engagement des Geflügelhofs Rehm fand. Das Projekt verdiene allen Respekt.

Flyer liegen aus

Wer bei den Projekten „Bienen brauchen Partner!“ und „Lerchenfenster in Äckern“ des Geflügelhofs Rehm mitmachen möchte, der kann sich gerne bei Bernhard und Juliane von Nathusius melden unter Telefonnummer 07333 / 6237 oder per E-Mail unter gefluegelhof_rehm@t-online.de. Dort liegen auch Flyer mit den Bankverbindungen aus.

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