Noch kein 30 Meter hoher Sendemast in Böhringen

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Höher als der Römersteinturm soll der geplante Schleuderbetonmastes in Böhringen werden, der eine Höhe von 30,23 Meter aufweist.
Höher als der Römersteinturm soll der geplante Schleuderbetonmastes in Böhringen werden, der eine Höhe von 30,23 Meter aufweist. Die Deutsche Funkturm GmbH aus Stuttgart möchte den Funkturm auf der Alb in Römertein errichten. (Foto: Sander)
Mara Sander

Der Neubau eines 30,23 Meter hohen Schleuderbetonmastes in Böhringen mit zwei Plattformen und Outdoortechnik auf Fundamentplatten hat noch nicht die Zustimmung des Römersteiner Gemeinderates gefunden. Darum stimmten fast alle Räte bei Enthaltung von Zainingens Ortsvorsteher Markus Claß für den Beschlussvorschlag der Verwaltung, der da lautet: „Die Gemeindeverwaltung darf in ihrer Ausweisung von Wohngebieten hier nicht eingeschränkt sein, deshalb wird das Einvernehmen der Gemeinde nicht erteilt, bis nachgewiesen ist, dass keine Bedenken hinsichtlich der geplanten Wohnbebauung bestehen.“

Sachlage ist, dass die Deutsche Funkturm GmbH aus Stuttgart beabsichtigt, den Turm an dem bestehenden Betriebsgebäude auf dem „Kriegsberg“ in Böhringen zur Funkübertragung zu bauen. Auf Rückfrage seitens der Verwaltung bei der Deutschen Funkturm GmbH teilte diese mit, dass der Turm für den besseren Netzausbau notwendig sei. 5G werde hier noch nicht ausgebaut, könnte allerdings später dazukommen.

Bau im Außenbereich

Die geplante Bebauung liegt im Außenbereich und ist somit nach Paragraph 35 Baugesetzbuch zulässig, „wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen, die Erschließung gesichert ist, und wenn es unter anderem der Telekommunikationsdienstleitung dient.“ Das wäre hier der Fall, wie Bürgermeister Matthias Winter den Räten erklärte.

Die Gemeinde Römerstein hat in dem Bereich vor „Kriegsberg“ eine der wenigen baulichen Entwicklungsmöglichkeiten für Wohngebiete, die unterhalb des geplanten Masts liegen. Das geplante Flächennutzungsplangebiet läge etwa 100 Meter vom Mittelpunkt des Masts entfernt. „In dem Bauantrag liegt hierzu keine Standortbescheinigung beziehungsweise keine Aussage bei“, ließ Winter wissen. Es sei „nicht ersichtlich, ob der Turm die Entwicklungsmöglichkeiten nicht hemmt.“

Räte wollen ausreichend Abstand zum Wohngebiet

Es müsse „sichergestellt sein, dass die erforderlichen Abstände zu Wohngebieten eingehalten sind, so dass die Gemeinde in ihrer Entwicklung, wie im Flächennutzungsplan bereits vorgesehen, nicht eingeschränkt ist“, so der Bürgermeister.

Deshalb schlage die Verwaltung vor, das Einvernehmen „vorerst nicht zu erteilen, bis entsprechende Nachweise vorgelegt werden.“ Dazu meinte Böhringens Ortvorsteher Albrecht Müller: „Uns ist Wohnraum wichtig. Kann man nicht woanders bauen, einen anderen Standpunkt wählen?“. Zainingens Ortsvorsteher Markus Claß begrüßte das Bauvorhaben, „aber wir müssen die Wohnentwicklung zuerst betrachten.“ Donnstettens Ortsvorsteher Hermann Claß ergänzte: „Bitte den Standort weiter weg“. Er wies darauf hin, „dass der Turm höher als der Römersteinturm ist“.

Die Verwaltung wird nun als „Hausaufgabe“ die Nachweise anfordern. „Und dann sehen wir, ob rechtliche Abstände für die Zukunft eingehalten werden“, meinte Winter.

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