Mehr Ganztagesbetreuung in Arche Noach

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 Für die Kindergartenkinder der Arche Noach (hier zu sehen bei ihrem Auftritt beim Seniorennachmittag im Herbst 2018 in der Albh
Für die Kindergartenkinder der Arche Noach (hier zu sehen bei ihrem Auftritt beim Seniorennachmittag im Herbst 2018 in der Albhalle) wird die Ganztagesbetreuung ausgedehnt. Dies beschloss einstimmig der Westerheimer Gemeinderat. Dass es bei der Zahl der Kindergartenplätze in Westerheim insgesamt eng werden könnte, das deutete Bürgermeister Hartmut Walz in seiner Haushaltsrede an. Maßnahmen seien zu ergreifen. (Foto: Steidle)

Westerheim- Das Thema Kindergarten ist in der jüngsten Sitzung des Westerheimer Gemeinderats mehrmals zur Sprache gekommen, sei es beim Tagesordnungspunkt „Weiterentwicklung der Ganztagesbetreuung in der Arche Noach“ oder in der Haushaltsrede von Bürgermeister Hartmut Walz. Einstimmig gebilligt haben die Räte die Ausweitung der Ganztagesbetreuung im katholischen Kindergarten Arche Noach. In beiden Ganztagesgruppen können 20 Kinder von März an durchgängig Betreuung von Montag bis Freitag neun Stunden pro Tag erhalten.

Ganztagesbetreuung an fünf Tagen

„Die Änderung des Ganztagsangebots von neun Stunden an bislang zwei oder drei Tagen auf nun neun an fünf Tagen bedeutet auch eine Änderung der Elternbeiträge. Dadurch sollen die Mehrkosten gedeckt werden“, legte Lydia Köpf von der Gemeindeverwaltung dar. Aufgrund des bestehenden Kindergartenvertrags mit der katholischen Kirchengemeinde Westerheim habe die bürgerliche Gemeinde 63 Prozent der laufenden Betriebskosten und zusätzlich 56,3 Prozent der nicht gedeckten Betriebsausgaben zu tragen.

Hintergrund der erweiterten Betreuungszeiten bildet die gestiegene Nachfrage an Ganztagesbetreuung in der Arche Noach. Um die Nachfrage abdecken zu können, möchte der katholische Kindergarten die Ganztagesbetreuung von Montag bis Donnerstag auf 20 Plätze ausbauen. Dieser Wunsch sei vom Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) auf neun Stunden pro Tag oder 45 Stunden pro Woche genehmigt. Lydia Köpf erläuterte noch die verschiedenen Betreuungs- und Stundenmodelle im katholischen Kindergarten.

Wunsch der Eltern sehen

Die Arche Noach hat aktuell vier Gruppen zur Betreuung von Kindern von drei Jahren bis zum Schuleintritt. Die Betriebserlaubnis sieht bislang am Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag zehn Ganztagesplätze und am Dienstag 20 Ganztagesplätze vor. „Um eine optimale Ganztagesbetreuung für alle Westerheimer anbieten zu können, wäre es sinnvoll, in der Arche Noach in beiden Gruppen die Ganztagesbetreuung von neun Stunden an fünf Tagen anzubieten“, erklärte Lydia Köpf. Sie sprach von einer „langfristigen Lösung im Interesse der Eltern.“ So sahen es auch die Räte und stimmten einhellig zu, die Ganztagesbetreuung auszudehnen. Dies bedeute Personalmehrkosten von 0,24 Stellen.

In seiner Haushaltsrede zum Vermögenshaushalt ging Bürgermeister Hartmut Walz auf die Kinderbetreuung erneut ein, mit dem Hinweis, dass ein Betrag von 30 000 Euro im Haushalt eingesetzt sind, um die Kindergartenbetreuung zu optimieren. Er ließ ebenfalls wissen, dass angesichts der hohen und erfreulichen Zahl an Geburten in Westerheim sowie durch Zuzüge von Familien mit Kindern und Kleinkindern mehr Kindergartenplätze geschaffen werden müssen. „Ein Betreuungsengpass ist derzeit vorprogrammiert. Diesem gilt es, Abhilfe zu schaffen“, betonte Hartmut Walz.

Fünfte Gruppe fest eingeplant

Aus heutiger Sicht gehe die Gemeindeverwaltung fest davon aus, dass im Kindergarten Arche Noach wieder eine fünfte Kindergartengruppe in den bestehenden Räumlichkeiten eingerichtet wird und dieser wie vor Jahren wieder fünfzügig geführt werde. „Falls dies aus welchen Gründen auch immer nicht klappen oder nicht zum Tragen kommen sollte, haben wir in den Investitionsplan 2020 vorsorglich schon mal Ausgaben in Höhe von 800 000 Euro eingestellt“, erklärte Walz in seiner Haushaltsrede.

Gemeinderat vor Entscheidungen

Ein Neubau oder die Erweiterung des Hauses für Kinder könnte in Frage kommen, um allen Jungen und Mädchen in der Gemeinde den gesetzlich geforderten Kindergartenplatz anbieten zu können. Das hatte Walz schon in früheren Sitzungen angedeutet. „Welchen Weg die Gemeinde in diesem Bereich tatsächlich gehen möchte, wird der Gemeinderat in den kommenden Monaten festlegen“, sagte Walz. Denn der Gemeinderat sei das höchste Organ einer Gemeinde.

Erfreuliches für Kinder hatte Bürgermeister Walz im Gepäck, was einen Spielplatz angeht: „Aufwerten möchten wir als Tourismusgemeinde den Spielplatz an der Schertelshöhle und haben dafür 20 000 Euro als Haushaltsmittel eingestellt.“

Dass die Kinderbetreuung der Gemeinde Westerheim viel wert ist und am Herzen liegt, das unterstrich Walz mit den Personalkosten: Dies liegen beim Haus für Kinder bei rund 580 000 Euro und bei der Arche Noach bei 540 000 Euro.

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