Marius Fischer dreht für die Berlinale

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Marius Fischer aus Westerheim mit seinem Markenzeichen, seiner Spiegel-Reflex-Kamera. Mit ihr dreht er derzeit einen Kurzfilm f
Marius Fischer aus Westerheim mit seinem Markenzeichen, seiner Spiegel-Reflex-Kamera. Mit ihr dreht er derzeit einen Kurzfilm f (Foto: Hansjörg Steidle)
Schwäbische Zeitung

Die Spiegel-Reflex-Kamera gehört zu Marius Fischer. Mit ihr verwirklicht der 21-Jährige aus Westerheim seinen Berufswunsch. Er ist in der Welt des Filmemachens angekommen und dreht fleißig Videoclips - vor allem rund um Autos. Für einen Tuning-Videofilm zu einem Audi TT, 3,2 Quattro, ist er unlängst ausgezeichnet worden, mit Folgen: Marius Fischer ist eingeladen, für die Berlinale 2015 einen Kurzfilmbeitrag beizusteuern. „Eine schöne Herausforderung“, sagt der junge Westerheimer.

Gewaltig unter Druck steht Marius Fischer, denn noch in diesem Jahr muss sein Beitrag für die Berlinale stehen. Vom 5. bis 15. Februar 2015 ist Berlin der Mittelpunkt der Filmwelt, wenn die 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin stattfinden. Der Westerheimer hofft sehr, dass dann sein Werk für die Kategorie Kurzfilm nominiert und einem weltweiten Publikum präsentiert wird.

Weder über Inhalt noch Handlung darf der 21-Jährige etwas sagen und auch nicht den Titel preis geben, denn sein Beitrag bei der Berlinale muss eine Weltpremiere darstellen. Keine Filmsequenz darf im Vorfeld an die Öffentlichkeit. Nur soviel will und darf er verraten, dass sein Kurzfilm auf eine wahre Begebenheit beruht. Nicht länger als 30 Minuten darf sein Film umfassen. Zurzeit findet in seinem Studio das Casting für die Hauptrollen statt, für manche Nebenrollen sucht er noch Laiendarsteller.

„Ich muss mich derzeit ganz auf den Film konzentrieren und jede Szene genau durchplanen“, erklärt Marius Fischer, der Regie führt und für das Drehbuch verantwortlich ist. Unterstützung erhält er von seinem Freund und Partner Marcel Waldeck aus Feldstetten. Fischer ist guter Dinge, dass er seinen Beitrag termingerecht einreichen kann, er sei es ja gewohnt, unter Stress Filme zu drehen. Schon die Einladung, einen Kurzfilm zur Berlinale einreichen zu dürfen, sieht er als Ehre und Bestätigung seiner bisherigen Arbeit als Filmemacher oder Videographer. Sollte sein Film nominiert werde, ginge für ihn ein Traum in Erfüllung.

Seit 2010 filmt und fotografiert Marius Fischer professionell, der im vergangenen Jahr am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Laichingen das Abitur machte und bei der IGF aktives Mitglied ist. Zunächst nahm er seine Spiegel-Reflex-Kamera zur Hand, um Fotos und Filmszenen rund ums Skate- und Snowboard einzufangen. Seinen insgeheimen Berufswunsch setzte er schließlich um, denn 2012 gründete er zusammen mit seinem Partner Marcel Waldeck ein eigenes Unternehmen - zunächst im Nebenerwerb. Der Videographer - so seine Berufsbezeichnung - ist inzwischen hauptberuflich in der Branche tätig, da die Nachfrage nach Videobeiträgen stieg und nach wie vor gegeben ist.

Dass das Fotografieren und Filmen in Richtung Hauptberuf geht, war nicht geplant und abzusehen, erzählt Marius Fischer, der den Part des Videographers übernommen hat, während sein Partner Marcel Waldeck vor allem als Fotograf tätig ist. Video-Drehs über Autos, Autoveranstaltungen oder die Tuningszene bestimmten bislang vor allem das Tagesgeschäft, seien es Aufträge von Privatpersonen oder Firmen.

Sie sind über Facebook oder im Internet zu sehen. So war der Westerheimer in den vergangenen Wochen etwa beim GTI-Treffen am Wörthersee, bei einem Tuning-Event in Nürnberg sowie Dragster-Rennen auf dem Flugplatz von Aalen-Elchingen. Unternehmen, für die der Westerheimer filmt, sind unter anderem Turboperformance in Ulm, Dollfolia in Ulm oder Kisatec Racing in Jettingen.

So jeden Tag ein Autovideo drehte Fischer in den vergangenen acht Wochen. Und mit dabei war auch ein besonderer, 90 Sekunden langer Clip eines Auftraggebers aus dem Vorarlberg über einen Audi TT, 3,2 Liter Quattro, bei dem der 21-Jährige schwerpunktmäßig das Aussehen, die Leistungssteigerung, die Felgen und das Fahrwerk festhielt - untermauert mit Motorgeräuschen und passender Musik. Dieses in Blaubeuren gedrehte Video setzte sich nun bei dem Kurzfilm-Wettbewerb von „Wann und wo? Die junge Zeitung“ in Österreich durch und brachte dem Westerheimer Ehre und Anerkennung sowie die Empfehlung für einen Kurzfilmbeitrag zur Berlinale.

„Ich war völlig überrascht von der Auszeichnung und der Möglichkeit, bei der Berlinale dabei sein zu dürfen“, berichtet Marius Fischer, der jetzt alles daran setzt, einen super Kurzfilm liefern zu können. Da müsse alles passen, von der Musik, den Geräuschen, Lichtverhältnissen bis hin zum Auftreten der Schauspieler. Das sei die Chance, in das Filmgeschäft groß einsteigen zu können und die „Marius Fischer Studios“ von Westerheim im Aufsee 27/3 bekannt zu machen. Denn sein Traum ist nach wie vor, eines Tages als Regisseur Kinofilme zu drehen. Auf jeden Fall plant er noch ein berufsbegleitendes Studium als Regisseur.

Die Filmbeiträge von Marius Fischer aus Westerheim können im Internet unter Vimeo.com/mariusfischer oder im Facebook unter Facebook.com/mariusfischerofficial angeschaut werden. Dort können sich interessierte Laiendarsteller für den Kurzfilmbeitrag noch melden.

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