Marienburg für Sanierung gerüstet

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Die Marienburg von Westerheim präsentiert sich eingerüstet. Mitarbeiter der Firma Farben Priel GmbH haben am Samstag ein Gerüst um das katholische Gemeindehaus aufgestellt. Die Sanierung kann beginnen. Die Handwerker können loslegen – und sie wollen sich sputen, denn bis Fronleichnam sollen die Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten abgeschlossen sein. Denn da steigt das Gemeindefest der katholischen Kirchengemeinde in und vor der Marienburg.

Im Grunde sind es zwei getrennte Baumaßnahmen, die in den nächsten Wochen in und an der Marienburg sowie im katholischen Kindergarten Arche Noach ausgeführt werden: Da wird einerseits den brandschutztechnischen Vorschriften und Bestimmungen Rechnung getragen, anderseits soll die Marienburg nach 25 Jahren auf Vordermann gebracht werden und einen neuen Anstrich erhalten. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 193 000 Euro, wobei die katholische Kirchengemeinde mit Zuschüssen von der Gemeinde (für den Kindergarten) und von der Diözese Rottenburg-Stuttgart (für das Gemeindehaus) rechnen darf.

Brandschutz überprüft

Auslöser der gesamten Baumaßnahmen war die brandschutztechnische Begutachtung der Arche Noach und der Marienburg durch das Büro BST Ruschival aus Achstetten, das auch schon die Albhalle überprüft hatte. Das Team um Lorenz Ruschival hat ein Brandschutzkonzept erstellt, das in den kommenden Wochen umgesetzt werden soll, denn dem Brandschutz in öffentlichen Objekten muss Rechnung getragen werden. „Die brandschutztechnischen Vorschriften haben sich weiter verschärft, insbesondere in Schulen und Kindergärten“, erklärt Architekt Thomas Ott aus Laichingen, der die Bauaufsicht führt.

Das in Auftrag gegebene Gutachten über die Firma BST Brandschutz- und Sicherheitstechnik hat gewisse Mängel bestätigt. So ist die Kirchengemeinde angehalten, Rettungswege aus den Gruppenräumen zu schaffen und eine rauchdichte Trennung im Untergeschoss der Arche Noach zu installieren.

Ferner muss in der Arche Noach eine Brandmeldeanlage installiert werden und sichere Fluchtwege ins Freie sind anzulegen. Notausstiege aus allen Gruppenräumen sind einzubauen. Ausstiegshilfen für die Kinder sind innen und außen anzubringen. Im unteren Gruppenraum der Arche Noach muss ein Fenster beziehungsweise eine Tür verbreitert werden, damit im Notfall die Kinder schnell genug ins Freie gelangen können. Auch im Untergeschoss der Marienburg mit den Gruppenräumen für die Jugendlichen sind sichere Fluchtwege zu gewährleisten.

Die Umsetzung der brandschutztechnischen Vorgaben waren nun für den katholischen Kirchengemeinderat mit ein Anlass, auch die Marienburg wieder auf Vordermann zu bringen. So werden im Innern etwa Bodenbeläge und Treppen instandgesetzt und Wände neu gestrichen. Außen sollen der schadhafte Putz erneuert und die Mauern neu gestrichen werden. Die Dachrinnen werden ausgetauscht oder instandgesetzt und der Blitzschutz ergänzt. „Alle Arbeiten sind mit der Diözese, dem katholischen Verwaltungszentrum Ulm sowie dem Kreisbrandmeister abgestimmt“, erklärt Ott.

Genaue Abrechnung

Die Gesamtkosten von 193 000 Euro werden „fein säuberlich“ hinsichtlich Brandschutz im Kindergarten und in der Marienburg sowie der weiteren Maßnahmen abgerechnet, erklärt Thomas Ott. Das müsse schon wegen der Zuschüsse der Fall sein. Die brandschutztechnische Sanierung beläuft sich auf rund 84 300 Euro zuzüglich 3000 Euro für das Brandschutzgutachten, so dass Kosten von rund 87 300 Euro in Sachen Brandschutz auf die katholische Kirchengemeinde zukommen. Diese darf auf Grundlage des Kindergartenvertrags mit der bürgerlichen Gemeinde mit einem Zuschuss von 74 200 Euro rechnen. Die Summe ist im Haushaltsplan 2018 eingestellt.

Die Ausschreibungsergebnisse für die etwa zehn Gewerke seien sehr gut ausgefallen, so dass der gesteckte Kostenrahmen gehalten werden könne, meint Architekt Ott. Unlängst hat in der Marienburg eine Baubesprechung mit den Handwerkern stattgefunden, bei der der Bauzeitenplan genau abgesteckt wurde. Denn bis Fronleichnam Ende Mai sollen die Arbeiten unter Dach und Fach sein.

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