Kritische Fragen zum Kauf des neuen Bauhoffahrzeugs

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 Auch die Container, die im Innenhof des katholischen Kindergartens Arche Noach aufgestellt werden sollen, bildeten ein Thema be
Auch die Container, die im Innenhof des katholischen Kindergartens Arche Noach aufgestellt werden sollen, bildeten ein Thema beim Bürgerstammtisch der Aktiven Bürger. Mit dieser Lösung sollen alle Jungen und Mädchen aus Westerheim einen Kindergartenplatz erhalten. (Foto: Steidle)
Schwäbische Zeitung

Über zahlreiche kommunalpolitische Themen in Westerheim diskutierten unlängst Bürger mit den Gemeinderäten Pius Kneer und Robert Baumeister von der Gemeinderatsfraktion der Aktiven Bürger bei ihrem vierten Bürgerstammtisch in diesem Jahr im Gasthaus Tria. 15 interessierte Einwohner folgten der Einladung zu dem Dämmerschoppen.

Nicht unerwartet war die Anschaffung des neuen Fahrzeugs für den Bauhofleiter das erste Thema der Runde, wie einem Pressebericht zu entnehmen ist. Pius Kneer und Robert Baumeister erläuterten, dass die von der Verwaltung vorgegebenen Voraussetzungen des Fahrzeugs so hoch angesetzt waren, dass nur zwei Fahrzeuge zur Abstimmung im Gemeinderat gestellt wurden: ein Mercedes Benz Vito mit einem Kaufpreis von rund 45 000 Euro und ein VW-Bus für rund 40 000 Euro. Trotz kritischer Äußerungen aus allen Fraktionen stimmten letztlich nur die beiden Räte der Aktiven gegen die Anschaffung des teureren Fahrzeugs, informierte Kneer.

Hochmotorisiertes Fahrzeug?

So kaufe die Gemeinde jetzt einen hoch motorisierten Allrad-angetriebenen neunsitzigen Mercedes Benz Vito Tourer, der vom Hersteller als „der Spezialist für die professionelle Personenbeförderung“ beworben werde. Die Diskrepanz zum Einsatz als Bauhoffahrzeug für überwiegend Kurzstrecken in Westerheim und Umgebung war für die Stammtisch-Besucher offenkundig, heißt es in der Pressemitteilung. So merkte ein Bürger an, dass in den umliegenden Gemeinden wesentlich günstigere Fahrzeuge wie VW-Caddy oder Citroen-Berlingo als Bauhoffahrzeuge eingesetzt würden.

Dann sprach die Runde die hohen Reparaturkosten von 11 400 Euro für den zum Loipenspuren eingesetzten Pistenbully an. Dazu erklärte Robert Baumeister, dass aus Sicht der Aktiven Bürger aufgrund des bevorstehenden Winters an der Reparatur kein Weg vorbei führe. Bei zwei Gegenstimmen von UBL- und WfW-Gemeinderäten wurde den vorgeschlagenen Instandhaltungsarbeiten zugestimmt. Deutlich kritisiert worden sei aus den Reihen des Gemeinderats, dass die Reparaturbedürftigkeit seit Abschluss der Wintersaison feststehe, das Thema aber erst in der Gemeinderatssitzung am 1. Oktober dem Gremium vorgelegen hat.

Für Vollausbau beim Albaufstieg

Ein weiteres Thema bildete die Anhörung zum Autobahnneubau der A8 in Gruibingen. Kneer und Baumeister informierten, dass sich die Bürgermeister aus Laichingen und Wiesensteig, Vertreter des Alb-Donau-Kreises, der Göppinger Landrat sowie Gerhard Maier aus Laichingen für den Vollausbau der Anschlussstelle Hohenstadt einsetzten. Dieser Vollausbau wäre im Zuge des Neubaus relativ einfach zu realisieren und hätte deutliche Vorteile. Es lohnt sich, auch weiterhin für diesen Vollausbau zu werben, so die beiden Westerheimer Räte.

Die befristete Containerlösung für die fünfte Kindergartengruppe im Kindergarten Arche Noach kam ebenfalls zur Sprache. Hier handele es sich um ein Entgegenkommen der katholischen Kirchengemeinde, um eine ausreichende Kinderbetreuung in den kommenden Jahren zu gewährleisten, für das der Gemeinderat dankbar sein müsse, betonte Pius Kneer. Die bürgerliche Gemeinde sei in der Pflicht, eine dauerhafte Lösung zu schaffen. Hier wurde angemerkt, dass bei einem rechtzeitigen und vorausschauenden Handeln die rund 150 000 Euro für die jetzige Containerlösung hätten eingespart werden können.

Die Themen Sanierung des Hauses des Gastes, Rathausneubau, Aussegnungshalle, Zustand der Gymnastikhalle und der Schüler-Toiletten wurden ebenfalls angesprochen. Hier merkte Robert Baumeister an, dass die Aussegnungshalle und die Schüler-Toiletten auch von den anderen Fraktionen im Gemeinderatswahlkampf thematisiert wurden. Deshalb sei er gespannt, was die nächsten Monate bringen werden.

Radwege sind ein Thema

Die Radwege wurden ferner angesprochen. Pius Kneer erläuterte, dass den Feldstetter Beschlüssen das Radwegekonzept des Alb-Donau-Kreises zugrunde liegt. Dieses sieht vor, dass Radwege möglichst entlang von Straßen geführt werden, um eine soziale Kontrolle zu gewährleisten. Aus touristischer Sicht seien Radwege durch die schöne Alblandschaft abseits von qualifizierten Straßen viel wertvoller, meinten einige Besucher des Bürgerstammtisches.

Mit einem Appell zur Unterstützung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ endete der Bürgerstammtisch. Das Insektensterben und der Rückgang der Biodiversität seien dramatisch. Und wie sich in Bayern gezeigt hat, wird sich der CDU-Teil der Landesregierung in der Sache erst dann ernsthaft bewegen, wenn der Druck aus der Bevölkerung entsprechend groß ist, so der Tenor der Runde.

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