Klimastreik als Einstieg ins Gespräch

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 Edeltraud Bauer (l. mit Mikrofon) hat zum Klimastreik in Böhringen aufgerufen.
Edeltraud Bauer (l. mit Mikrofon) hat zum Klimastreik in Böhringen aufgerufen. (Foto: Kuhn-Urban)
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Es ist keine zornige Demonstration, am vergangenen Freitag vor dem Böhringer Rathaus. Niemand hat die Schule geschwänzt, es gab keinerlei Störungen des öffentlichen Betriebes. Dennoch hatten sich rund 30 Personen vor dem Böhringer Rathaus versammelt, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Edeltraud Bauer und Anne Maier hatten den nun bereits zweiten Klimastreik in Römerstein organisiert aber auch gleichzeitig angekündigt, dass es der letzte sein werde. „Wir sind eher aktive Menschen“, sagt Edeltraud Bauer. „Wir möchten den Menschen Aktionen anbieten“, ergänzt Anne Maier. So planen die beiden fürs kommende Jahr zum Beispiel eine Wanderung zum Bauern, wo man frische Milch holen könne. Oder einen Rundgang mit einem Förster, um den Zustand des Waldes kennenzulernen. Oder Vorträge rund ums Thema Klima. Etwas enttäuscht war die Initiatorin von der fehlenden Resonanz des Römersteiner Bürgermeister Matthias Winter: „Der Bürgermeister ist heute morgen vorbeigelaufen, ohne uns auch nur eines Blickes zu würdigen“, bedauert Edeltraud Bauer.

Die Klimaaktion am Freitag bot eine Bühne für Ratschläge und Überlegungen, wie jeder Einzelne einen Teil zum Energiesparen beitragen könnte. Weihnachtsgeschenke müssten nicht mit Geschenkpapier verpackt sein, hier wäre Zeitungspapier eine Alternative. Auch könne man auf ein Stück Seife anstatt Flüssigseife zurückgreifen, und einfach mehr Dinge reparieren, anstatt sie einfach wegzuwerfen und neu zu kaufen.

Ulrike Selje, Mitglied von attac, BUND und dem Weltladen Metzingen skizzierte die Folgen des aktuellen Energieverbrauchs. „Es liegt an uns, unseren Lebenswandel zu ändern“, rief sie ihren Zuhörern zu. China nannte sie als Beispiel eines Landes, welches in Sachen Klimaschutz rasch handle.

Harry Schneider zeigte am Beispiel der Modefrucht Avocado auf, inwieweit die große Nachfrage dieses sogenannten „ Superfood“ katastrophale Auswirkungen auf die Anbauländer wie beispielsweise Chile und deren Bevölkerung habe. „Alles Wasser wird für die Plantagen gebraucht, die Bewohner haben keines mehr. Das führt mit zu großen politischen Spannungen“.

Monika Werner vom Werner-Hof in Strohweiler ermunterte die Besucher, bei ihnen Milch direkt ab Hof zu kaufen. „Am besten kommen Sie mit dem Fahrrad“, empfahl sie.

Warum Edeltraud Bauer die beiden „Friday for Future“-Streiks organisiert hat? „Ich habe sieben Enkelkinder. Von denen will ich mich später nicht fragen lassen, warum ich nichts gemacht habe. Die Leute sollen aufmerksam sein, die Probleme erkennen. Den Streik wollen wir zum Anlass nehmen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.“

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