„Kellerasseln“ groß in Fahrt

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Die „Kellerasseln“ aus Heubach bei Aalen wussten bei der Chorgemeinschaft Eintracht Westerheim zu begeistern.
Die „Kellerasseln“ aus Heubach bei Aalen wussten bei der Chorgemeinschaft Eintracht Westerheim zu begeistern. (Foto: Meindl)
Schwäbische Zeitung
Claudia Meindl

„Kennen uns – die Kellerasseln - schon jemand?“, rhetorische Frage, auf die die Besucher in der Westerheimer Kleinkunstbühne im Sängerheim keine Antwort geben. „Ich kann ihnen aber versprechen, dass sie uns nach diesem Abend nie mehr vergessen. Jedes Lied, das sie heute Abend hören ist nicht von uns.“ Die „Kellerasseln“, eine etwas andere Coverband aus Heubach unterm Rosenstein, wo sich in einem Keller drei besonders fröhliche Exemplare zusammengefunden haben: Michael K. Assel (Gesang, Schlagwerke), Walter van Keller (Gitarre, Ukulele, Gesang) und Alex B. Asslowski (Bass, Gesang). Sie zelebrieren mit Genuss die breite Palette der Musik-Comedy.

Die Kellerassel sei „ungemein nützlich“ und lasse nichts verkommen. Sie lebt gern dort, wo’s dunkel ist. Und schön feucht. Das ist allgemein bekannt. Weniger bekannt hingegen sei die Kellerassel für ihren Humor. Aber auch da ist sie nicht wählerisch: Sie „subtil und hintergründig, frech und frivol – Hauptsache lustig“. Vielfältige Dialekte von schwäbisch bis sächsisch, von bayerisch bis Kölsch und zahlreiche Instrumente kamen in Westerheim beim Chor als Gastgeber zum Zug: Vom Glockenspiel über die Nasenflöte bis hin zur japanischem Otamatone. Neben dem Kontrabass und der Gitarre, diversem Schlagwerk kamen auch Ukulele und Triangel, Rasseln und die begeisterten Zuschauer zum Einsatz.

Entscheidend für die Liedauswahl des Trios sei übrigens, dass Probleme klar benannt und Lösungsstrategien aufgezeigt werden“. Welche Risiken in Nussschüsseln schlummern etwa: „Keime, Viren und Bakterien machen in der Nussschüssel Ferien“. Warum es ratsam ist, mit der Zunge in einer eisigen und sternenklaren Nacht nicht an Laternenmasten zu lecken, die aussehen wie Zuckerwatte. Freilich gehe es den Kellerasseln bei ihrem musikalischen Potpourri der menschlichen Peinlichkeiten immer zuallererst um eins: Es darf herzhaft gelacht werden. Und deshalb singe man auch und vielfach „schmutzige“ Lieder. „Wir kommen aus dem Keller und sind asozial.“

Unterhaltung war an diesem kurzweiligen Abend groß geschrieben Ob das Drama um die Auflaufform nach einer Trennungsgeschichte, die Geschichte der Männer über 40, eine etwas andere Version von „Fever“ mit dem Biber im Kampf mit dem Ordnungsamt, das Publikum ging mit den Asseln mit. „Ist es bisher angenehm für euch? Gut, das werden wir jetzt gleich ändern“ und schon schlug das Trio andere Töne an. „Was wäre, wenn wir mit den Amigos ein Liedchen schreiben würden?“. Die Antwort darauf ließ nicht lange auf sich warten und zu schnulziger Melodie sangen die drei „Flamongo Dolores“ mit rosa Strumpfhose und endlos langen Beinen. „Sie hieß eigentlich Heike, doch so nannte ich sie nie“. Wichtig immer: die Problemlösung im Blick: „Man muss nicht immer zuschlagen.....“

Sprachlektionen aus anderen Dialekten wie das holländische Lied der Schlümpfe mit „Vadder Abraham“, das mit der Nasenflöte gespielt rein optisch an das „Schweigen der Lämmer“ erinnerte, oder das sächsische „Rodkäbschn“, ein „hochintelligentes Lied mit traurigem Hintergrund“. Ob das österreichische „I ka auf fremden Klos ned scheißen...“ immer waren die „Assel“ auf den Punkt komisch und trotz Derbheit und Frivolität nie überzogen ordinär. Die drei Musiker durften am Ende ihres Auftritts dann auch nicht ohne Zugaben von der Bühne abgehen. Insgesamt mussten das Trio noch drei Zugaben geben, bis das Publikum Ruhe gab.

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