Hier entstehen 17 neue Bauplätze

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 17 Bauplätze entstehen in dem 1,11 Hektar großen zweiten Bauabschnitt im Wohnbaugebiet „Zimmerhaldenweg“ im Südosten Westerheim
17 Bauplätze entstehen in dem 1,11 Hektar großen zweiten Bauabschnitt im Wohnbaugebiet „Zimmerhaldenweg“ im Südosten Westerheims. Die Erschließung hat der Gemeinderat jetzt beschlossen. (Foto: Steidle)

Die Erschließung des zweiten Bauabschnittes des Wohngebiets „Zimmerhaldenweg“ in Westerheim kommt. Sie soll im Jahr 2020, spätestens im Jahr 2021 erfolgen. Dies hat der Westerheimer Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend nach längerer Aussprache einstimmig festgelegt.

Damit folgte das Gremium einem Antrag der „Aktiven Bürger – demokratische Liste“, die die Erschließung des zweiten Bauabschnitts in dem insgesamt 6,2 Hektar großen Areal mit rund 70 Bauplätzen wollte. Die Ausschreibungen der Bauarbeiten sollen frühzeitig, möglichst jedoch noch bis Jahresende 2019 erfolgen, so der Beschluss der Räte bei der Enthaltung von Bürgermeister Walz.

„Wir wollen einheimischen Bauinteressenten auch künftig Bauplätze anbieten können. Dafür ist eine zeitnahe Erschließung des zweiten Bauabschnitts dringend erforderlich“, begründete Pius Kneer, Fraktionssprecher der „Aktiven Bürger - demokratische Liste“ den Antrag mit dem Hinweis, dass derzeit in Westerheim nur noch ein gemeindeeigener Bauplatz angeboten werden könne.

Da die Verwaltung in Sachen einer weiteren Bauplatzerschließung nicht tätig geworden sei, habe die Gemeinderatsfraktion der Aktiven Bürger den Antrag gestellt, um auch die bisherige Praxis der Bauplatzpolitik des Gemeinderats beizubehalten: einheimischen Bürgern, den Bau eines Eigenheims zu ermöglichen.

Blick auf die Kinderzahlen

Mit Blick auf die Geburtenzahlen und die derzeitige Auslastung des Kindergartens Arche Noach wie des Hauses für Kinder wollte die Gemeindeverwaltung die Erschließung des zweiten Bauabschnitts noch nicht anpacken, zumal auch die Einrichtung einer fünften Gruppe in der Arche Noach noch nicht amtlich sei. „Wir wissen derzeit nicht, wie wir die Kinder, die bereits in Westerheim leben, betreuen können“, sagte Hartmut Walz und wollte diese Tatsache in die Erschließung weiterer Bauflächen eingezogen haben.

 Die Erschließung des zweiten Abschnitts des Wohnbaugebiets „Zimmerhaldenweg“ hat der Westerheimer Gemeinderat beschlossen. Das
Die Erschließung des zweiten Abschnitts des Wohnbaugebiets „Zimmerhaldenweg“ hat der Westerheimer Gemeinderat beschlossen. Das Gebiet (rot umrandet) ist 1,11 Hektar groß und umfasst 17 Plätze. Es schließt sich südlich an die bestehende Bebauung an. Die Erschließung soll in den Jahren 2021 oder 2022 erfolgen. (Foto: sz)

Walz wie auch Lydia Köpf von der Gemeindeverwaltung verwiesen darauf, dass derzeit zahlreiche private Grundstücke und Gebäude im Ortszentrum veräußert werden und die Nachfrage nach Baugrundstücken so abgedeckt sei. Das sei gut so, denn der Ort werde entwickelt und belebt.

„Damit die Infrastruktur möglichst gleichbleibend ausgelastet ist, wäre es sicherlich überlegenswert, ob die Gemeinde selbst mit der Veräußerung von Bauplätzen dem aktuellen privaten Trend antizyklisch entgegenwirken sollte“, erklärte Hauptamtsleiterin Lydia Köpf. Eventuell wäre es sinnvoller, erst dann wieder gemeindliche Plätze an den Markt zu bringen, wenn private Verkäufe abnehmen.

Mehrheit der Räte sehen das anders

Die Mehrheit der Räte sah dies anders, wie sich in einer lebhaften Diskussion herauskristallisierte. Die Vergabe der 14 Bauplätze in dem zweiten Bauabschnitt habe der Gemeinderat letztendlich selbst in der Hand, so der Tenor. Er könne den Verkauf regeln und steuern, auch was die jährliche Zahl an Veräußerungen angehe. Realistisch sei, dass der neue Abschnitt in den Baugebiet „Zimmerhaldenweg“ südlich der bestehenden Bebauung und östlich des Wohnbaugebiets „Hinter Sellen“ frühestens 2021 erschlossen werde und frühestens 2022 das erste Baugesuch eingehe und wohl vor 2023 keine Bauherren in ihr Haus einziehen. Folglich seien in den nächsten Jahren keine Kleinkinder aus dem neuen Baugebiet zu erwarten. Kritisch und unrealistisch sahen alle Räte den von den Aktiven Bürgern zunächst geforderten Zeitpunkt der Ausschreibung auf den 30. September 2019 und den Beginn der Erschließung 2020, so dass die beiden angedachten Zeitpunkte nach hinten verlegt wurden.

„Geburten sind nicht so zu steuern wie man will“, meinte Pius Kneer, der den Reigen der Aussprache eröffnete. Es gehe bei der Erschließung des Baugebiets nicht um Kinder- und Geburtenzahlen, sondern um Bauplätze für Westerheimer Bürger. Es handle sich bei dem Gebiet um keine übergroße Fläche. Auf die Vermarktung der Flächen im Ort habe die Gemeinde keinen Einfluss, das sei Privatsache. Mehr Vorteile für die Einheimischen bei der Vergabe der Bauplätze wünschte sich Wilma Rauschmaier. Es sei positiv, dass sich innerorts auf dem Wohnungsmarkt viel tue, erklärte Thomas Meffle. Es spreche nichts dagegen, einen zweiten Bauabschnitt anzupacken. Man müsse die Bauplätze dann bedarfsgerecht und flexibel vergeben.

Der Gemeinderat habe bei der Aufstellung des Bebauungsplans schon festgelegt, das Areal abschnittsweise zu erschließen, erinnerte Robert Baumeister. Jetzt sei es an der Zeit, den nächsten Teil zu erschließen. Was die Vergaberichtlinien angehe, so könnten diese überarbeitet werden, sagte Baumeister mit dem Hinweis, dass die Bauplatzpreise innerorts viel höher seien. Es seien zu viele Bauplätze im ersten Abschnitt auswärtigen Interessenten übertragen worden, da hätte der Rat schon früher reagieren müssen, meinte Sebastian Wiedmann.

Zwei oder drei Plätze pro Jahr

Bei den auswärtigen Bauherren handele sich vor allem um Menschen, die in Westerheim arbeiten, argumentierte Hermann W. Tappe und betonte, dass die Vergaberichtlinien mit der Rechtsprechung konform gehen müssten. Mehr als zwei bis drei Bauplätze pro Jahr würden ohnehin nicht vergeben. Das bisherige Punktesystem bei der Vergabe von Bauplätzen sei zu korrigieren, forderte Hubert Rauschmaier. Er verlangte mehr Flexibilität beim Verkauf und eine bessere Steuerung.

Der Gemeinderat fasste dann den einstimmigen Beschluss, den zweiten Bauabschnitt im Wohngebiet „Zimmerhaldenweg“ mit 17 Bauplätzen zu erschließen. Voraussichtlich werden 14 Bauplätze in dem 1,11 Hektar großen Gebiet zum Verkauf angeboten, da zwei Bauplätze an Grundstückseigentümer aus dem ersten Abschnitt gehen und ein Bauplatz an einen Grundstückseigentümer aus dem zweiten. Mit den Planungen wird das Büro von Städteplaner Manfred Mezger vom Büro „mquadrat“ aus Bad Boll beauftragt, das schon die Gesamtplanungen leitete. Die Räte beauftragten die Gemeindeverwaltung, eine Finanzierungsvereinbarung zu treffen.

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