Gipfelstürmer weisen Weg zur Megaparty

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Ausgelassen feierten rund 2200 Fans im Festzeit auf dem Westerheimer Sellenberg mit dem Voxxclub, den Jungen Zillertalern und S
Ausgelassen feierten rund 2200 Fans im Festzeit auf dem Westerheimer Sellenberg mit dem Voxxclub, den Jungen Zillertalern und S (Foto: Hansjörg Steidle)
Schwäbische Zeitung

Humorvoll, fidel, gut gelaunt, tanzfreudig und stimmgewaltig sind die Fünf vom Voxxclub im proppenvollen Festzelt vor gut 2200 Besuchern auf dem Sellenberg in Aktion getreten. Sie wussten zu begeistern und eine Party der Superlative zum Ausklang des 43. Kreismusikfests hinzulegen. Sie suchten die Nähe zum Publikum, schon während ihrer Show auf der Bühne, aber auch als sie Autogrammwünsche geduldig erfüllten. Das gefiel den vielen Fans, die zum Teil von weit her nach Westerheim gekommen waren.

Eine fünfköpfige Coverband der neuen Volksmusik bilden nun Florian Claus, Stefan Raaflaub, Christian Schild, Michael Hartinger und Korbinian „Bini“ Arendt. Ihr Kollege Julian David war abgesprungen und am Samstag bei der Fernsehsendung „Die Besten im Sommer“ mit Florian Silbereisen verabschiedet worden. Aus dem Sextettt ist ein Quintett geworden, das in dieser Formation offiziell zum zweiten Mal in Westerheim eine Show der Spitzenklasse auf die Bühne zauberte. Die Premiere fand tags zuvor am Sonntag im thüringischen Fambach statt.

So kamen sie als eingespieltes Team nach Westerheim und waren schon hinter der Bühne gut gelaunt, als einzelne Fans bei einem „Meeting and Greeting“ (Begrüßungsstreffen) ganz nah zu ihren Idolen sein durften. „Unsere Stimmen schwingen heute noch besser. Die gute Luft nehmen wir mit“, meinte scherzhaft Florian Claus und hatte gehört, dass sie in einem Luftkurort zu Gast sind. Und dazu auf einem Berg, da sie doch die Berge und insbesondere die Alpen lieben. Auf der Schwäbischen Alb hätten sie noch nie einen Auftritt, meinten sie übereinstimmend und grübelten. Die Alb stelle wohl eine Premiere dar. Für die Zukunft wollen sie eine Landkarte Deutschlands und der Alpenländer mit sich führen, um zu wissen, wo genau sie sind und schon waren.

Fünf Festtage als Geschenk

Dass sie den für Freitag geplanten Termin auf Montag verschieben mussten, tue ihnen sehr leid, sagten sie. Doch einen Live-Fernsehauftritt bei Florian Silbereisen zu bekommen, das passiere nicht jeden Tag. „Die Chance mussten wir wahrnehmen“, meinte Michael Hartinger und entschuldigte sich bei der Musikkapelle Westerheim und vielen Fans für den Stress und die Unannehmlichkeiten, die die Terminverlegung mit sich gebracht habe. „Das tut uns leid, doch dafür geben wir heute umso mehr Gas“, ergänzte Florian Claus. Und Stefan Raaflaub fügte augenzwinkernd hinzu: „Wir waren der Zeit voraus, wir wollten der Musikkapelle fünf Festtage schenken.“

Dass sie allesamt den Schalk im Nacken haben, unterstreicht der Verweis auf ihre Mütter. Die seien beruhigt, denn sie alle haben ihr Studium abgeschlossen, sei es als Musical-Darsteller und Tänzer, sei es in der Geographie oder im Lehramt. Und Christian Schild sei obendrein noch ein ausgebildeter Koch. Seitens der Mütter sei der Weg frei für Bühne und Show, und den wollen sie gemeinsam gehen.

Die Fünf wollen zu fünft bleiben

Zu fünft wollen sie den Voxxclub bilden, das soll so bleiben. „Ein sechster Mann passt jetzt nicht mehr zu uns“, meinten sie schmunzelnd und betonten. „Wir sind eine kleine starke Familie geworden. Das soll so die nächsten 70 Jahre bleiben.“ Ihrem früheren Mitstreiter Julian David wünschen sie für dessen Solokarriere alles Gute. „Er und wir müssen jetzt nach vorne blicken“, betonten die Bandmitglieder, die seit 2013 mit ihrem Coversong „Rock mi“ die Hitlisten eroberten.

Mit „Rock mi“ legten die Fünf vom Voxxclub im Festzelt auch los und hatten das Publikum gleich hinter sich. Choreografisch, tänzerisch und gesanglich lieferten sie eine klasse Show, auch dank der „guten Westerheimer Höhenluft, die ihnen bekomme.“ Angetrieben vom „fantastischen Publikum“, wie sie sagten, folgten ihre Hits „Juchee“, „Marie Marie“, „Almkratz“, ihre Sehnsuchtsballade „Oben auf dem Berg“, das Lebensfreude ausstrahlende Shanty „Seele der Ferne“ und das alpine „Ziwui“, bei dem das Publikum kräftig mitsingen durfte - ein melodiöses Stück mit viel Beat.

Mal rockig, mal poppig, mal rappig, mal wild, mal lässig, mal cool, mal sanft und dann wieder mit Vollgas, so präsentierte sich das Quintett auf dem Sellenberg. Zu spüren war ihre Freude am Tanz und Gesang und ihre Liebe zur Musik und den Fans, denen sie dann schwungvoll und lautstark ihr „Heut wird’s a bisserl laut“ servierten, und dann ihre „Ewige Liebe“, ihr „Drindl der Nacht“ und abschließend luden sie mit „Woll ma tanzen gehen“ zum Tanze ein. Dieser Einladung folgte gerne das Publikum im Zelt und tanzte, wippte und schunkelte was das Zeug hielt.

Die Fans forderten unisono Zugaben ein, erneut den Kultsingle „Rock mi“, „Sommer meines Lebens“ und traditionsgemäß beim Voxxclub das „Sierra Madre“ als Schlusspunkt. Mit ihrem „grandiosen Auftritt“ - so der Tenor vieler Besucher - haben die Gipfelstürmer der modernen deutschen Volksmusik mit Pop und Rock auch den Sellenberg bezwungen.

Großen Anteil am Gelingen der „Albgaudi“ zum Abschluss des 43. Kreismusikfests haben auch die Jungen Zillertaler aus Strass im Zillertal mit ihren vielen Stimmungsliedern sowie Schlagersängerin Ilka Wolf aus Hamburg, die die große Show eröffnete und auch als Moderatorin fungierte

Zu jedem Tag des fünftägigen Kreismusikfests in Westerheim finden Sie zahlreiche Fotos im Internet auf schwaebische.de: die von Donnerstag unter schwaebische.de/KMF1, die von Freitag unter schwaebische.de/KMF2, die von Samstag unter schwaebische.de/KMF3 und die von Sonntag unter schwaebische.de/KMF4 und von Montag unter schwaebische.de/KMF5. Das sind jede Menge Fotos zum Auftritt des Voxxclubs, der Jungen Zillertaler und Ilka Wolf zu sehen.

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